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Grundstein für neues Hospiz gelegt

Niesky. Die Diakonissenanstalt Emmaus baut in Niesky ein Hospiz. Der Grundstein wurde jetzt gelegt. In einem Jahr soll das Haus fertig sein.

Losungs- und Segensworte, ein USB-Stick mit Texten, eine Tageszeitung, Bauplan und Konzept, ein Artikel vom Baubeginn, die Gästeliste und ein Polaroid-Foto der Grundsteinlegung, Münzen, ein rotes Herz und ein Steinchen als Sinnbild für die Steine, die aus dem Weg geräumt werden mussten – all das landete am vergangenen Freitag in einer Wärmflasche. Diese wiederrum landete im Grundstein für das neue, stationäre Hospiz, das innerhalb eines Jahres in Niesky entstehen soll.

Vor vier Jahren begannen in der Diakonissenanstalt Emmaus die Planungen für den Bau. Bis der Grundstein gelegt werden konnte, war viel Arbeit nötig. »Der Weg glich zeitweise dem Erklimmen der Eiger-Nordwand«, sagte Oberin Sonja Rönsch bei der feierlichen Grundsteinlegung. Planung, die Abstimmung mit dem Landkreis und das Finden von Fördermittelgebern und den passenden Baufirmen habe viel Kraft und Engagement benötigt. Nun soll auf dem Grundstück an der Plittstraße/Ecke Poststraße ein »modernes und gleichzeitig funktionales Haus entstehen, das den besonderen Ansprüchen sterbender Menschen und deren Angehöriger gerecht wird«, so Rönsch. Zwischenzeitlich stand auch die Idee im Raum, ein altes Gebäude auf dem Emmaus-Gelände umzubauen und zu sanieren. Letztlich entschied man sich aber für den Neubau.

Entstehen wird in Niesky ein Hospiz mit zehn Plätzen für Erwachsene und zwei für Kinder und Jugendliche, das genug Platz bietet, damit auch Angehörige darin übernachten können. 26 Mitarbeiter sollen sich in Zukunft hier um sterbende Menschen kümmern. Rund 2,3 Millionen Euro wird der Bau kosten. Gut angelegtes Geld, denn der Bedarf ist da. Bisher ist das Hospiz Siloah in Herrnhut das einzige stationäre Hospiz im Landkreis. »Ich möchte den Mitarbeitern im Emmaus für ihren Mut und ihr Engagement danken«, sagte Nieskys Oberbürgermeisterin Beate Hoffmann. Sie wisse aus eigener Erfahrung, wie schwer es sein kann, sich mit dem Tod auseinanderzusetzen.

Neu ist die Begleitung Schwerstkranker und Sterbender für die Diakonissenanstalt nicht. Seit vielen Jahren gibt es hier bereits einen ambulanten Hospizdienst. »Ich habe lange überlegt, was ich heute sagen soll. Das Wort, das mir einfiel, ist danke. Danke für 17 Jahre tolle Arbeit bei der ambulanten Betreuung von Sterbenden«, sagte Dr. med. Sylvia Schneider-Schönherr bei der Grundsteinlegung. Mit dem Bau eines stationären Hospizes werde in der Region eine Versorgungslücke geschlossen, so die Vorstandsvorsitzende des Landesverbands für Hospizarbeit und Palliativmedizin Sachsen.

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