Carola Pönisch 2 Kommentare

Petition gegen Steimles Rauswurf als Schirmherr

Dresden. Mit Unverständnis reagieren der Verein Freie Wähler Dresden e.V. und zahlreiche Dresdner darauf, dass der Kabarettist die Schirmherrschaft des Vereins für die Ökumenische FriedensDekade erst übernehmen durfte und dann innerhalb weniger Stunden wieder weggenommen bekam.

Mit einer Petition fordern sie vom Verein FriedensDekade eine Entschuldigung für Steimle. Zu den Erstunterzeichnern gehören u.a. Arnold Vaatz, Politikwissenschaftler Werner J. Patzelt, Thomas Hartmann (Vadossi), Kilian Forster (Musiker) sowie Dirk Kohl (Verleger Weltbuch Verlag) und Wolfgang Lötzsch (ehem. Radsport-Profi).

Der kirchliche Verein hatte seine Entscheidung in einer Pressemitteilung begründet mit „einer Welle teilweise heftiger Kritik, besonders bei unseren sächsischen Partnerinnen und Partnern sowie bei Initiativen, die gegen Rechtsextremismus und Rechtspopulismus arbeiten“. Die FreienWähler kritisieren, dass nicht bekannt sei, welche Gruppierungen hier im Namen der Sachsen sprechen und worauf sich die hier angeführte Kritik konkret bezieht.

Steffen Große, Landesvorsitzender Freie Wähler: "Es ist ureigenste Aufgabe eines Kabarettisten, auf Missstände aufmerksam zu machen und dabei gelegentlich Grenzen zu überschreiten. Ein guter Kabarettist hält den Regierenden den Spiegel vors Gesicht und nicht dem Volke! Steimle ist ein streitbarer Geist, keine Frage, aber zeichnen sich freiheitliche Gesellschaften nicht gerade dadurch aus, dass streitbare Menschen auch Repräsentanten sein können, sein müssen?"

Es bestehe der Verdacht, dass der kirchliche Verein nach der Ernennung Steimles als Schirmherr Angst davor, von den Medien als rechts bezeichnet zu werden. "Wir fordern daher eine Entschuldigung bei Uwe Steimle wegen der Abberufung."

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Kommentar von Dresdner 55
Diese Bundesrepublik ist wirklich nicht das, was wir 1989 gewollt haben. Aber damals hatte das einen ganz anderen Schein. Hatte sich dieser Staat nur so lange verstellt, bis der "Kalte Krieg" gewonnen und der Osten vereinnahmt war? Nun hält da einer ab und zu diesem System den Spiegel vor und wird sofort abgestraft. Das nennt man Demokratie.
Kommentar von Hofmann
Eine Schande so einen offenen Kabarettist seine Berufung wieder durch die Kirche abzuerkennen. Ich dachte, dass unsere Kirche einen neutralen Weg sucht.