Carola Pönisch

Hope-Award für „Hexenretterin“ Anja Lovén

Dresden. Wenn am 28. Oktober im Kulturpalast Dresden die 12. Hope-Gala stattfindet, steht eine junge Frau auf der Bühne, die einen ganz besonders schwierigen Kampf in Afrika führt: Den Kampf gegen Aberglaube.

Wer glaubt heutzutage schon an Hexen? Das Mittelalter liegt längst hinter uns, wir leben im 21. Jahrhundert. Aber sind alle auch schon in diesem Zeitalter angekommen?

Eine schlechte Ernte, der Verlust des Jobs, Unfruchtbarkeit oder der Tod eines Familienmitglieds – es gibt viele Gründe, warum vor allem in Nigeria (meist) Kinder der Hexerei bezichtigt und damit zum Sündenbock für das jeweilige Unglück gemacht werden. Die Anschuldigungen kommen oft von einem Onkel, einer Oma, Stiefmutter, Stiefvater, Nachbarn, Dorfbewohnern oder direkt vom Pastor. Für Kinder, die mit dem Hexenfluch belegt sind, gibt es nur zwei Möglichkeiten: Sie überleben Exorzismus und Folter oder sie werden aus der Dorfgemeinschaft ausgestoßen und verhungern auf der Straße.

Dem kleinen nackten Junge, den die Dänin Anja Ringgren Lovén im Januar 2016 fand, drohte letzteres: Als „Hexer" verflucht, kämpfte er bereits Monate obdachlos und verwahrlost ums Überleben. Anja Ringgren nahm ihn mit in ihr Kinderzentrum, gab ihm den Namen „Hope" und rettete ihm damit das Leben.

Die dänische Entwicklungshelferin hatte 2012 die Organisation „DINNødhjælp" in Nigeria gegründet, deren Ziel die Rettung sogenannter Hexenkinder ist.

Hope Award für Anja

„Das Foto des kleinen Hope hat mich tief berührt, aber auch das entschlossene Handeln von Anja Ringgren Lovén", begründet die Initiatorin der Hope-Gala Viola Klein die Auszeichnung mit dem Hope-Award. „Sie lebt einen tiefen Humanismus und hat ein klares Ziel – die Hilfe zur Selbsthilfe. Fürsorge und Bildung für benachteiligte Kinder – genau das ist auch im Kinderprojekt Hope Cape Town in Südafrika ein zentraler Ansatz. Nur wenn wir die Kinder für die Zukunft stärken, können die Probleme gelöst werden."

Die Dresdner Benefizgala hat in den vergangenen elf Jahren über 1,2 Millionen Euro Spendengelder eingeworben. Zur diesjährigen Gala werden wieder viele namhafte Künstler – darunter Heinz-Rudolf Kunze, Conchita, Gregor Meyle, René Pape und Joja Wendt – ohne Gage auftreten.

Hope Award

* Der Hope-Award wird zum 9. Mal vergeben. Die erste Skulptur entwarf der Künstler Heinz Morszoeck, die zweite 2016 der Dresdner Künstler Prof. Ulrich Eißner zusammen mit der Porzellan-Manufaktur Meissen. Sie trägt den Titel „Hoffnung fassen" und symbolisiert das künftige Leben in Gestalt eines Embryos, der durch starke Hände geschützt wird

* Den Hope-Award erhielten bisher Waris Dirie, UNO-Botschafterin, Joachim Franz (Aids-Aktivist und Extremsportler), Rita Süßmuth (ehem. Präsidentin des Bundestages), Gery Keszler (Gründer und Organisator des Wiener Life Balls), Rainer Ehlers (Pastor, Gründer Deutsche AIDS-Stiftung), Peter Krämer (Reeder, Vorstandsmitglied von UNICEF Deutschland), Harry Belafonte (Künstler, UNICEF-Botschafter), Urs Meier (ehem. FIFA-Schiedsrichter)

 

 

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Anti-Drogen-Zug macht Station in Hradek

Zittau. Ein tschechisch-deutsches INTERREG Projekt hat es möglich gemacht, dass der Anti-Drogen-Zug „Revolution-Train“ aus Prag vom 21. bis 23. Juni nach erfolgreichen Tourneen in den Vorjahren in die Euroregion kommt. Leider ist es auf Grund der Bauarbeiten nicht gelungen, den Zug auf dem Bahnhof Zittau zu stationieren, so dass für die deutschen Besucher der Weg nach Hradek erforderlich wird. Der gesamte Vormittag und frühe Nachmittag ist für die Schüler der Zittauer Oberschulen reserviert. Ab 16.10 bis 17.50 Uhr werden im 20-Minuten-Rhythmus deutschsprachige Gruppenführungen für die Öffentlichkeit angeboten. Der Eintritt ist dank der Förderung kostenfrei. Der „Revolution Train“ ist ein multimedialer Ausstellungszug, der in interaktiver und neuartiger Form eine primärere Prävention ermöglicht. Durch die Aktivierung aller menschlichen Sinne mit der 5D-Methode ist es möglich, die Besucher sehr emotional anzusprechen und dessen Sicht auf legale und illegale Suchtmittel zu beeinflussen. Der Zug besteht aus sechs Wagons, vier davon werden vollständig für das Programm genutzt. Jeder der vier Wagen ist unterteilt in drei Bereiche: 1. Kinosaal mit Filmprojektion, 2. Diskussion mit Fachleuten, 3. Ausstellungsraum. Die Wagons wurden im Inneren zu multimedialen interaktiven Räumen umgebaut, in denen sich jeweils in dramatischer Form eine Geschichte über die Ursprünge, Entwicklung und Folgen einer Drogensucht abspielt. Die Besucher werden durch die interaktiven Technologien unmittelbar an der Geschichte beteiligt. Die Bereiche des Zuges stellen Szenen und Räume, wie Drogennest, Gefängnis, Untersuchungsraum einer Polizeistation, Entzugsanstalt und die Stätte eines Autounfalls dar, mit denen man im normalen Leben kaum konfrontiert wird. In diesen Räumen, die sich visuell, durch Geräuschkulisse, Temperatur oder Gerüche unterscheiden, spielt sich auf mehreren Ebenen eine Geschichte über die Ursprünge, Entwicklung und Folgen einer Drogensucht ab.  Ein tschechisch-deutsches INTERREG Projekt hat es möglich gemacht, dass der Anti-Drogen-Zug „Revolution-Train“ aus Prag vom 21. bis 23. Juni nach erfolgreichen Tourneen in den Vorjahren in die Euroregion kommt. Leider ist es auf Grund der Bauarbeiten…

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