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Feiern auf Kamenzer Art

Kamenz. Wie der 800. Kamenzer Stadtgeburtstag gefeiert werden soll, ist noch offen. Vorschläge gibt es aber genug, wie man jüngst im Rathaus bei einer Ideen-Präsentation erfuhr.

Wenn ein Gemeinwesen, sei es eine Stadt oder ein Dorf, Geburtstag feiert, ist das nicht nur eine Hoch-Zeit für die örtlichen Historiker, sondern für so manchen Einwohner auch ein Anlass, um zurückzublicken. Nachzudenken über die Geschichte des Ortes, an dem man lebt. Rückt bei solchen Reflektionen gerne schon mal das lateinische Sprichwort »Ubi bene, ibi patria« in den Blickpunkt: Wo es mir gutgeht, da ist meine Heimat.

In etwas mehr als drei Jahren feiert Kamenz seinen 800. Geburtstag, am 12. Mai 1225 wurde die Stadt erstmals urkundlich erwähnt, und allmählich laufen die Vorbereitungen für diese Jubiläumsfeierlichkeiten an. Die Stadtverwaltung hatte dazu im vergangenen Jahr eigens eine Arbeitsgruppe »800 Jahre Kamenz« ins Leben gerufen. Zu der neben Sieglinde Tschentscher vom Verein Stadtwerkstatt Kamenz-Bürgerwiese auch Stadtrat Jens Krüger sowie einige Mitarbeiter der Stadtverwaltung gehören. Ziel der AG: Ideen für den runden Geburtstag der Lessingstadt zu sammeln. 17.000 Kamenzer konnten seit November 2020 ihre Vorschläge einbringen.

Die Ergebnisse dieser Ideenkampagne wurden jüngst im Lichthof des Rathauses präsentiert. Der sich seit kurzem bunt präsentiert: Ein riesiger Wollteppich bringt Farbe in diesen Bereich. Dieser verhüllte im Sommer den Hutbergturm, begleitete dort eine Spendenaktion für die Pilgerherberge. Der aus über 1.700 Wollquadraten bestehende und mehr als fünf Meter hohe Teppich soll bis 2025 im Lichthof bleiben. Der Woll-Teppich zeigt einiges, was für die Stadt typisch ist. Von den berühmten Kamenzer Würstchen bis zur Lessingschen Ringparabel.

114 Ideen fürs Kamenzer Jubiläum eingetroffen

Oberbürgermeister Roland Dantz (parteilos) wies darauf hin, dass er stolz auf die eingereichten Vorschläge sei. Insgesamt habe man 114 bekommen. Mit so vielen habe man überhaupt nicht gerechnet, erzählt Stadtsprecher Thomas Käppler, ebenfalls AG-Mitglied. Und das trotz Corona, das diesen Ideenfluss zeitweise ausgebremst hatte. Es beteiligten sich nicht nur zahlreiche Einwohner, auch Vereine und Schulen, Institutionen und Firmen zeigten sich von ihrer kreativen Seite. Einige Projektideen stellte Stadtrat Jens Krüger vor. Mit Sportveranstaltungen wie etwa einem 800 Runden-Staffellauf soll auf den runden Geburtstag hingewiesen werden, sollen 800 Bäume in der Stadt gepflanzt werden, Theateraufführungen sind ebenso geplant wie Ausstellungen und Informationsveranstaltungen. Vermutlich wird es auch eine Countdownveranstaltung geben, diese soll 800 Tage vor dem Jubiläumsjahr stattfinden, der Countdown am 31. Dezember 2024 enden. Mit anderen Worten: Kamenz startet demnächst das volle Jubiläumsfeier-Vorbereitungsprogramm. Dabei wolle man natürlich die 19 Ortsteile nicht aus dem Blick verlieren, erklärte Oberbürgermeister Dantz. Denn 13 feiern 2025 ebenfalls ihren 800. Geburtstag. Da gilt es, die Festwochenenden zu koordinieren.

Nach Auffassung des Oberbürgermeisters sei es an der Zeit, nun ein Festkomitee zu bilden. Um die vielen Ideen, Anregungen und Projekte zu bündeln, zu strukturieren und umzusetzen. Mit einer großen Silvesterparty will die Stadt am 31. Dezember 2024 ins Jubiläumsjahr starten. Und wenn möglich, so die Vorstellung von AG-Mitglied Sieglinde Tschentscher, nach dem Motto »Feiern auf Kamenzer Art«.

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Kreis Görlitz: Neuer Busfahrplan verschoben

Görlitz. Der Kreis Görlitz hat die Einführung des neu getakteten Busnetzes im nördlichen Teil des Landkreises um ein Jahr verschoben. Eigentlich sollte der neue Busfahrplan, in dem auch der Schülerverkehr integriert ist, zum 1. Januar 2022 starten. Jetzt wird der 1. Januar 2023 angepeilt. Die Kreisverwaltung nennt als Grund für die Verschiebung, dass die Genehmigung seitens des Landesamts für Straßenbau und Verkehr (LASuV) nicht rechtzeitig kommt. Wegen dieser Verzögerung im Genehmigungsverfahren müsse der Landkreis die „Notbremse“ ziehen. Kritik an dem neuen Busfahrplan gibt es schon länger. Eltern aus vielen Kommunen hatten sich zu Wort gemeldet und die Pläne für den Schülerverkehr mit langen Wartezeiten und Umstiegen kritisiert. „Trotz vorheriger Abstimmung mit den von den Änderungen betroffenen Städten, Gemeinden und Schulen gab es im Rahmen des Genehmigungsverfahrens eine Vielzahl von Einwendungen der kommunalen Ebene zu dem geplanten Netz. Die zumeist kleinen und insgesamt lösbaren Problemlagen werden in den nächsten Monaten geklärt“, teilt die Kreisverwaltung dazu mit. Dass der neue Busfahrplan erst durch die Probleme im Genehmigungsverfahren verschoben wird, nimmt Die Linke als Anlass zur Kritik. „Wir freuen uns, dass die Wünsche der Eltern Gehör gefunden haben und die Probleme bei der Umstellung des Schüler*innentransportes im nördlichen Landkreis nun erst geklärt werden und dann die Umstellung erfolgt. Das dies nicht durch Einsicht, sondern erst durch die faktische Nichteinführbarkeit wegen Genehmigungsverfahren passiert und bis zur letzten Minute der Landrat an der Einführung festhalten wollte, ist ein bitterer Beigeschmack ändert aber nichts daran, dass der Erfolg der Elterninitiativen zeigt, dass Beteiligung und die Suche nach Lösungen mit den direkt Betroffenen, immer besser ist“, heißt es in einer Mitteilung der Kreistagfraktion. Welcher Fahrplan gilt ab Januar 2022? Trotz Verschiebung des neuen Bustaktes müssen ÖPNV und Schülerverkehr natürlich auch 2022 sichergestellt werden. Deswegen wird der Fahrplan aus dem Jahr 2021 weitergefahren. Zudem werden die Verbindungen mit dem Landkreis Bautzen überprüft und Linienführungen und Anschlüsse angepasst, damit ab 3. Januar alle Schülerinnern und Schüler auf den bereits miteinander vereinbarten Wegen in die Schule kommen. Dabei können temporäre Änderungen im Minutenbereich entstehen. Größere Korrekturen am Fahrplan sind dann erst nach den Winterferien möglich.Der Kreis Görlitz hat die Einführung des neu getakteten Busnetzes im nördlichen Teil des Landkreises um ein Jahr verschoben. Eigentlich sollte der neue Busfahrplan, in dem auch der Schülerverkehr integriert ist, zum 1. Januar 2022 starten. Jetzt wird…

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