Rainer Könen

Das »Kulti« öffnet wieder

Großröhrsdorf. Zehn Jahre nach der Schließung des Kulturhauses Großröhrsdorf sollen dort ab Dezember wieder Veranstaltungen stattfinden.

In diesen auch für Veranstalter, Künstler und Theater existenziell-schwierigen Corona-Zeiten ein solches Kulturprojekt zu starten, das ist fürwahr überaus gewagt. Zehn Jahre nach der Schließung soll das Kulturhaus Großröhrsdorf wieder öffnen: Am 1. Dezember 2020 wird es unter dem Namen Rödersaal an den Start gehen.

Und die Betreiber kleckern nicht, sondern klotzen richtig. Etwa mit modernster Technik, darunter auch eine hochmoderne und bewegliche LED-Leinwand, soll ein Kulturhaus 2.0 geschaffen werden, will man mit neuen, ungewöhnlich-spannenden Veranstaltungskonzepten den Großröhrsdorfer Kulturtempel in die Zukunft führen. Dazu stellte sich das Rödertal-Team jüngst auf einer Pressekonferenz im noch unfertigen Kulti vor.

Hier wird derzeit fleißig gebaut, die Konturen des neuen Saales sind aber trotz der vielen Baugerüste bereits zu erkennen. Zu den Machern des Großröhrsdorfer Kulti gehört neben dem Geschäftsführer der Dresdner Herkuleskeule, Arnim Proft, auch der Dresdner Steffen Rieger. Er ist als künftiger Produktionsleiter für die Gestaltung des Programmes mitverantwortlich.

In den beiden Sälen, neben dem großen rund 550 Personen fassenden Rödersaal wird es noch einen kleineren Saal (maximal 60 Personen) geben. Hier sollen Firmenevents, Hochzeiten oder Familienfeiern durchgeführt werden. Weitere Eckpunkte des Veranstaltungskalenders bilden Schlagerpartys, Kinoveranstaltungen, Dinnershows und Varieté. Darüber hinaus planen die Macher diverse Bälle, will man hochkarätige Stars aus der Rock- und Popszene nach Großröhrsdorf locken. Kinder dürfen sich auf Märchenshows freuen.

Eigentümer und Investor ist der Münchner Robert Rumpel, der seit mehr als 20 Jahren denkmalgeschützte Gebäude in Sachsen saniert. Rund sieben Millionen Euro investiert er in das neue Großröhrsdorfer Kulturhaus. Arnim Proft wird das Rödertal-Team beraten und seine Kontakte zu Künstlern einbringen. Man könne, so Steffen Rieger, diese neue Veranstaltungsadresse vor den Toren der Landeshauptstadt sicher auch als »Kulturzentrum Dresden-Ost« bezeichnen. Das sei ein mutiger Begriff, findet Rieger. Aber angesichts dessen, was man hier künftig an großen und kleinen kulturellen Höhepunkten präsentieren möchte, sicher einer, der einer solchen traditionsreichen Kulturstätte auf jeden Fall entspricht.

Kulturzentrum 2.0 Großröhrsdorf

  • 1905 wurde der Jugendstilsaal eingeweiht.
  • Im Saal des ab den 1940er Jahren als »Kinoschau« bekannten Kulturhauses hatten 631 Besucher Platz.
  • 2010 wurden Kino und Kulturhaus geschlossen.
  • Im neuen Rödersaal finden bis zu 600 Besucher Platz, sind monatlich bis zu 25 Veranstaltungen geplant.
  • Besonderheit: Im Rödersaal wird auch Trapez-Artistik möglich sein. Dafür wurde eine Flugeinrichtung installiert.
  • Rund 200 Parkplätze werden im Umfeld des neuen Kulturhauses entstehen.
  • Beginn und Ende der Veranstaltungen sind mit Blick auf den Fahrplan der Züge zwischen Kamenz und Dresden ausgerichtet, die im nahen Bahnhof Großröhrsdorf halten und im 30-Minuten-Takt fahren.
  • Webseite (ab 1. Juli): www.rödertal.de, Mailadresse: info@rödersaal.de  
  • Ticketservice ab 1. September

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Landrat und Bürgermeister durch Verfassungsschutz informiert

Bautzen. Um die Städte und Gemeinden zu den Plänen für ein rechtsextremes Siedlungsprojekt und  Jugendzentrums zu informieren, hat Landrat Michael Harig am Mittwoch, 1. Juli 2020, zu einer Beratung in das Landratsamt eingeladen. Zu der kurzfristig anberaumten Veranstaltung waren Vertreter des Landesamtes für Verfassungsschutz, Landeskriminalamt, Polizei und Innenministerium vor Ort, um über die Hintergründe des im Landkreis Bautzen geplanten Projektes zu informieren und die Vertreter von Städten und Gemeinden zu sensibilisieren. Durch das Landesamt für Verfassungsschutz wurde die Ankündigung des neurechten Musiker Chris Ares für ein Siedlungsprojekt im Landkreis Bautzen als ernstzunehmend bewertet. Ähnliche Projekte fänden sich im gesamten Bundesgebiet und passten in die Strategie der Bewegung. Die gute Vernetzung des Rechtsmusikers mit dem lokalen Ableger der als rechtsextrem geltenden Gruppierung „Identitäre Bewegung“ sei ein weiterer Hinweis. Anhaltspunkte, in welchen Städten und Gemeinden das in sozialen Medien angekündigte Projekt genau realisiert werden soll, liegen bisher jedoch noch nicht vor. Für das geplante „patriotische  Jugendzentrum“ habe man die Ankündigung registriert, dass dies in der Stadt Bischofswerda vorgesehen sei. Landrat Harig: „Die Beratung war ein wichtiger erster Schritt, um ein rechtsextremes Projekt im Landkreis Bautzen zu verhindern. Wir freuen uns eigentlich über jeden Zuzug in unsere Region – für völkische Siedlungsprojekte, patriotische Jugendzentren und dergleichen, gilt dieses Willkommen jedoch ausdrücklich nicht.“Um die Städte und Gemeinden zu den Plänen für ein rechtsextremes Siedlungsprojekt und  Jugendzentrums zu informieren, hat Landrat Michael Harig am Mittwoch, 1. Juli 2020, zu einer Beratung in das Landratsamt eingeladen. Zu der kurzfristig anberaumten…

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