Sandro Paufler/asl

Biker gehen auf die Barrikaden

Bautzen. Schnelle Organspender, zu laute Maschinen, gefährliche Rockerclubs – viele Motorradfahrer fühlen sich benachteiligt und haben mit einigen Klischees in der Gesellschaft zu kämpfen. Die Diskussion um Fahrverbote an Sonntagen für Motorradfahrer brachte das Fass zum Überlaufen. Dabei wollen sie nur eins: Ihr Hobby ausleben und verstanden werden.

Die Fahrverbote für Motorradfahrer an Sonn- und Feiertagen sind vom Tisch. Zumindest laut den Aussagen von Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer, der die Empfehlungen des Bundesrates nicht umsetzen will. Neben den zeitlich begrenzten Fahrverboten empfahl der Bundesrat die Reduzierung der Geräuschemissionen für Neufahrzeuge auf 80 Dezibel. Das ist in etwa die Lautstärke eines Rasenmähers.

»99 Prozent der Fahrer halten sich an die Regeln«

Die Motorradfreunde Oberlausitz wissen um die Lärmproblematik, fühlen sich als Motorradfahrer aber pauschal verurteilt. »Ein Prozent der Fahrer sind schwarze Schafe und halten sich nicht an die Regeln, bestraft werden die 99 Prozent anständigen Fahrer«, so der Unmut der Motorradfreunde. »Es gibt Leute, die die Straße als Rennstrecke missbrauchen. Das geht nicht. Diese Leute sprechen wir auch konsequent an«, so der Vorsitzende Wolfgang Zettwitz. Einzig und allein mit dem Finger auf Motorradfahrer zu zeigen, das finden die Mitglieder ungerecht. »Schnelle Sportwagen sind nicht weniger laut, werden aber außer Acht gelassen«, so die Aussagen der Fahrer.

Eine Lösung haben die Zweiradbegeisterten parat. Die Beschwerden über Lärmbelästigung können alle nachvollziehen. Geschwindigkeitsbegrenzung mit angepasster Fahrweise könnte die Lösung sein. Auch die Hersteller können handeln und Motorräder anbieten, die leiser klingen, den Fahrspaß allerdings weiter garantieren. Schon zwei Dezibel weniger, könnten geräuschmäßig viel bewirken.

Wenig Akzeptanz in der Gesellschaft

Die Demonstrationen in vielen Großstädten Deutschlands zeigt eine tiefgreifende Problematik auf. Es geht längst nicht mehr um Fahrverbote, sondern die Akzeptanz der Motorradfahrer allgemein. Den klassischen Stereotyp gibt es nicht mehr. Heutzutage fahren Bürgermeister, Handwerker und Rentner auf ihren Gefährten. Denn auf dem Motorrad ist jeder gleich. Die Gemeinschaft wird unter den Bikern großgeschrieben. Das Bild des »bösen Bikers« sollte der Vergangenheit angehören, finden die Motorradfreunde aus der Oberlausitz.

Kommunikation hilft, Missverständnisse aus den Weg zu räumen. Deshalb präsentiert sich der Verein zum Bautzener Frühling am Tag der Vereine. Bei dieser Gelegenheit können Interessierte gern mit den Bikern ins Gespräch kommen. Neben den zahlreichen Treffen der Motorradfreunde Oberlausitz, besuchen die Mitglieder jährlich ein Kinderheim bei Hochkirch. Nach einem gemeinsamen Frühstück geht’s zum Höhepunkt des Tages für die Kinder: Eine gemeinsame Ausfahrt auf dem Motorrad. »Das strahlen der Kinder ist unbeschreiblich«, so Bernd Gnauck, stellvertretender Vorsitzender. Er und alle anderen Mitglieder freuen sich jedes Jahr auf die selbstorganisierte Veranstaltung mit den Kinder- und Jugendlichen, die mittlerweile Tradition geworden ist.

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