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Schlafplätze für die Fledermäuse

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Steffen Pocha bei der Kontrolle eines Fledermauskastens, in dem Große Abendsegler hängen. Foto: Friedheim Richter

Steffen Pocha bei der Kontrolle eines Fledermauskastens, in dem Große Abendsegler hängen. Foto: Friedheim Richter

Im Zuge des Ausbaus der Bahnlinie Dresden – Berlin, Bauabschnitt Großenhain, wurden  durch die Deutsche Bahn AG in den Jahren 2016/2017 unter anderem insgesamt 94 Fledermauskästen unterschiedlicher Formate als Ausgleichs- und Ersatzmaßnahmen für in Anspruch genommene Biotopflächen im Stadtpark aufgehangen. Es handelt sich dabei sowohl um Sommerkästen als auch Überwinterungskästen. Einige Kästen befinden sich unter den Eisenbahnbrücken, die meisten Kästen wurden jedoch an den Bäumen des Parks befestigt. Fünf Jahre nach der Anbringung kontrollierten ehrenamtliche Naturschützer, unter Leitung von Steffen Pocha, Artenschutzbetreuer Fledermäuse, im Frühjahr die Kästen. Erfreulicherweise stellte er fest, dass in vier der Überwinterungskästen insgesamt ca. 70 Fledermäuse vorgefunden wurden. Dies ist umso besser, da nach dem Tornado 2010 zahlreiche Altbäume mit natürlichen Baumhöhlen als Quartiere für Fledermäuse und Vögel verloren gegangen waren. In weiteren neun Kästen konnte anhand von Kotresten nachgewiesen werden, dass diese ebenfalls als Sommerquartiere von Fledermäusen gut genutzt werden. Dies zeigt zum einen, dass die aufwendigen Ausgleichs- und Ersatzmaßnahmen tatsächlich dem Artenschutz dienen und gerade in Bereichen mit wenigen höhlenreichen Altbäumen einen Ersatz bieten. Zum anderen wurde festgestellt, dass zahlreiche Fledermauskästen durch Vögel oder andere Tiere wie Wespen oder Spinnen belegt wurden und damit von Fledermäusen nicht mehr angenommen werden. Eine regelmäßige Pflege, die einen hohen Aufwand verursacht, ist daher unbedingt notwendig, wenn derartige Ersatzmaßnahmen von Erfolg gekrönt sein sollen. Hier ist auch die Deutsche Bahn AG in Zukunft mehr als bisher gefordert.


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