Ulrich Nelles/ck

Lärm an der Bushaltestelle

Freital. Böller, Schmierereien und laute Musik bis in die Nachtstunden - am Deubener Busbahnhof leider mittlerweile Routine. Polizei und Ordnungsamt sind auf die Bürger angewiesen, um das Problem zu lösen.
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Dietmar Starke, Ray Schiefner, Ulrich Neumann und Sabina Kindermann (v.l.) wünschen sich in Zukunft weniger Lärm am Busbahnhof Deuben.

Dietmar Starke, Ray Schiefner, Ulrich Neumann und Sabina Kindermann (v.l.) wünschen sich in Zukunft weniger Lärm am Busbahnhof Deuben.

Foto: Nelles

Der Lärm am Deubener Busbahnhof nervt die Anwohner. Mit Frühlingsbeginn dürfte sich das Problem wieder verschärfen. Sozialarbeiter und Polizeistreifen sollen es in den Griff bekommen – aber sie fordern die Mithilfe der Freitaler.

Sabina Kindermann, Ulrich Neumann, Dietmar Starke und Ray Schiefner fühlen sich mit ihrem Problem alleingelassen. Sie sind allesamt Anwohner des Deubener Busbahnhofs und fühlen sich seit Jahren immer wieder genervt von Krach und lauter Musik bis in die Nachtstunden. »Am Schlimmsten war es in der Zeit um Silvester, als extrem laute Böller gezündet wurden«, berichtet Ulrich Neumann. Als der einstige Firmenchef der Ursache der Donnerschläge auf den Grund gehen wollte, hätte sich niemand der »Gäste« des Busbahnhofs mehr blicken lassen. Auch Orthopädieschuhmachermeister Dietmar Starke, der seinen Laden in unmittelbarer Nähe hat, klagt wiederholt über Lärm und auch Schmierereien am Busbahnhof. »Regelmäßig muss ich Jugendliche bitten, die Treppe vor unserem Laden zu räumen.«

In der Stadt ist das Problem bekannt. Sprecher Matthias Weigel: »Wir haben das Thema mit Polizei und Ordnungsamt ausgewertet.« Aufgrund der komplexen Lage gäbe es aber kein »Allheilmittel«. Er rät, dass Betroffene Lärmbelästigungen zur Anzeige bringen. Nur so könnten die Störungen erfasst und nachverfolgt werden. »Statistisch gesehen ist der Busbahnhof allerdings kein Brennpunkt.« Beim Polizeirevier Freital-Dippoldiswalde hat man das Geschehen an dem Ort mit hohem Publikumsverkehr auf dem Schirm. »Gemeinsam mit dem Ordnungsamt haben wir die Streifentätigkeit erhöht und kontrollieren auch mal ohne Anlass«, heißt es dazu von der Pressestelle.

 

Bürger sollen als Zeugen aussagen

 

Anwohner könnten der Polizei und Stadt helfen, indem sie Lärmbelästigungen und Vandalismus unmittelbar anzeigen. In diesem Fall wäre es wichtig, bis zum Eintreffen der Polizei am Ort zu bleiben, damit sie ihnen dann als Zeugen zur Verfügung stehen könnten.

Die Stadt Freital will dem Problempunkt mit präventiver Arbeit begegnen, um künftig Vandalismus, illegale Müllablagerungen oder Lärmbelästigungen zu vermeiden. Dabei, so Stadtsprecher Matthias Weigel, sei man auf die Mithilfe aller Freitaler, insbesondere auf deren Zivilcourage, angewiesen. Oberbürgermeister Uwe Rumberg macht klar: »Es geht um unser Stadtbild.« Ständig werde in dessen Verschönerung investiert und irgendwelche Chaoten hätten keinen Respekt vor dem Eigentum anderer.

Sabina Kindermann, Ulrich Neumann, Dietmar Starke und Ray Schiefner sind inzwischen gespannt, ob sich bei steigenden Temperaturen in den kommenden Wochen die Situation wieder verschlechtert. Ulrich Neumann zeigt sich wenig optimistisch: »Mir scheint, dass bei manchen das Reservoir an illegalen Böllern unerschöpflich ist.«


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