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Nicht von Emotionen leiten lassen

Landkreis Görlitz. Nicht jede Spendensammlung ist seriös. Die Verbraucherzentrale gibt Tipps, worauf man beim Spenden achten sollte.

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Vor der Spende sollte man sich überlegen, welcher Organisation man sein Geld gibt. Unter anderem kann man auf das DZI-Spendensiegel achten. Foto: Keil

Vor der Spende sollte man sich überlegen, welcher Organisation man sein Geld gibt. Unter anderem kann man auf das DZI-Spendensiegel achten. Foto: Keil

Foto: Keil

Die Spendenbereitschaft für die Opfer des Russland-Ukraine-Krieges ist nach wie vor groß und Spenden werden auch weiterhin dringend benötigt. Möglichkeiten zur Spende gibt es viele. Da kann man schnell den Überblick verlieren. "Nicht jede Einrichtung und nicht jedes Projekt ist vertrauenswürdig", sagt Micaela Schwanenberg von der Verbraucherzentrale Sachsen. Dementsprechend erreichen die VBZ auch immer wieder Fragen in Hinblick auf die Seriosität diverser Spendensammler.

 

Aber worauf sollte man achten? "Vor einer Spende sollte man sich genau über den Empfänger und das Spenden-Projekt informieren", empfiehlt Micaela Schwanenberg. Man sollte sich in jedem Fall mit dem Projekt und dem Spendenzweck identifizieren können. Weniger ist dabei manchmal mehr. Nicht bezogen auf die Spendensumme, sondern auf die Zahl der Empfänger. Gezielt an eine oder an wenige Organisationen zu spenden ist laut VBZ sinnvoller, als nach dem Gießkannenprinzip an eine Vielzahl von Einrichtungen kleinere Summen zu verteilen. Der Grund: Bei jeder Einzelspende fallen Verwaltungskosten an. Bei einer größeren Summe für eine Institution bleibt unterm Strich mehr für den eigentlichen Zweck. Auch spontane Spenden auf der Straße oder an der Haustür seien wenig ratsam.

 

Für die Seriosität von Spendenorganisationen gibt es einige Indizien. "Die Einsicht in den Jahresbericht einer Organisation erlaubt eine erste Einschätzung", regt Schwanenberg an. Seriöse Einrichtungen und Projekte kommunizieren ihre Zielsetzungen und ihre Ausgaben für Verwaltung und Werbung transparent. "Man geht immer davon aus, dass die Kosten, die für Verwaltung und Werbung aufgewandt werden, die Größenordnung von 30 Prozent nicht überschreiten sollten", gibt Schwanenberg als Richtwert. Orientierung kann auch das Spenden-Siegel des Deutschen Zentralinstituts für soziale Fragen bieten. Anerkannte Gemeinnützigkeit einer Einrichtung kann ebenfalls Indiz für Vertrauenswürdigkeit sein. Ausführliche und nachvollziehbare Angaben zur Adresse, Namensangabe verantwortlicher Personen im Impressum der Website einer Einrichtung sprechen ebenfalls für Seriosität. Vertrauenswürdige Organisationen setzen in ihrer Werbeansprache auf Sachlichkeit und Fakten, nicht auf Emotionalität.