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Gegen Verschwendung

Weißwasser. In Weißwasser hat sich kürzlich ein Bezirk der Initiative Foodsharing gegründet. Es ist nach Görlitz und Zittau der dritte Bezirk im Landkreis Görlitz. Das Ziel ist klar: Weniger Lebensmittelverschwendung.
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Die Akteure der Initiative Foodsharing wollen dafür sorgen, dass weniger Lebensmittel im Müll landen. Im Landkreis Görlitz sind die Foodsharer in Görlitz, Zittau und Weißwasser aktiv.

Die Akteure der Initiative Foodsharing wollen dafür sorgen, dass weniger Lebensmittel im Müll landen. Im Landkreis Görlitz sind die Foodsharer in Görlitz, Zittau und Weißwasser aktiv.

Foto: Keil

Auf dem Weg vom Feld auf den Teller geht einiges verloren. Laut einer Studie der Umweltschutz-Organisationen WWF sind es in Deutschland über die gesamte Wertschöpfungskette bis hin zum Endverbraucher betrachtet jährlich über 18 Millionen Tonnen Nahrungsmittel. Das entspricht fast einem Drittel des Nahrungsmittelverbrauchs.
 
Dagegen will die Initiative Foodsharing etwas tun. Sie ist im Landkreis in Zittau und Görlitz und seit jüngstem auch in Weißwasser vertreten. "Wir wissen, dass natürlich auch in Weißwasser viele Lebensmittel bei Märkten und Läden in der Mülltonne landen", sagt Adrian Rinnert, Mitgründer und verantwortlicher Botschafter des neuen Foodsharing-Bezirks. Es sei oft so, dass diejenigen, die die Lebensmittel wegwerfen, sich Möglichkeiten wünschen, diese weitergeben zu können. Sie seien aber der Wirtschaftlichkeit unterworfen und hätten wenig Spielraum. Hier möchte die Initiative ein Angebot machen.
 
Die Idee dahinter wird deutschlandweit schon vielerorts praktiziert. Betriebe, die Lebensmittel abgeben möchten, vereinbaren mit den Foodsavern Abholtermine, bei denen die Produkte übergeben werden. Das können zum Beispiel Lebensmittel sein, deren Mindesthaltbarkeitsdatum abgelaufen ist. Die werden nicht mehr verkauft, sind deswegen aber noch lange nicht schlecht. Dass sich viele Unternehmen trotzdem scheuen, solche Lebensmittel abzugeben, sei eher eine Haftungsfrage, erklärt Adrian Rinnert. Und da kommt die Initiative wieder ins Spiel. "Wer über Foodsharing gerettete Lebensmittel verwendet, erklärt vorher, die Verantwortung dafür selbst zu übernehmen. Für die Beurteilung der Lebensmittel gibt es klare Regeln." Damit die Foodsaver diese Regeln auch kennen, müssen sie einen Online-Kurs nebst Prüfung ablegen und drei Einführungsabholen mit erfahrenen Foodsavern mitmachen.
 
Noch gibt es in Weißwasser aber gar nichts abzuholen, weil sich die Foodsaver der Glasmacherstadt aktuell noch in Gesprächen befinden und Kooperationspartner suchen, die Lebensmittel abgeben. "Es gibt Interesse, wir sind in Gesprächen", sagt Adrian Rinnert. Dabei tritt er zunächst eher an kleine Läden in der Region heran. Größere Ketten tun sich mit dem Konzept erfahrungsgemäß wesentlich schwerer. An einer Kooperation interessierte Betriebe und Unternehmen können sich an Adrian Rinnert (a.rinnert@foodsharing.network) wenden.
 
Interesse an einer Zusammenarbeit gibt es auch von anderer Seite. "Wir finden die Hintergründe und die erfahrbare Nähe des Ganzen spannend", so Ursula Eichendorff, Schulleiterin der FAS Weißwasser. Deswegen könnte es bald gemeinsame Bildungsformate geben. Auch die NABU-Gruppe Weißwasser unterstützt die Foodsharer. Wir müssen endlich ins Handeln kommen, anstatt darauf zu warten, dass die Politik bei allem vorangeht", sagt der Vorsitzende Christian Hoffmann.
 
Die Kontaktdaten der Bezirke Weißwasser, Zittau und Görlitz der Initiative Foodsharing finden Sie auf www.foodsharing.de.


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