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275 Jahre – 275 Bäume

Dürninger feiert in diesem Jahr ein Stolzes Jubiläum. Für jedes Firmenjahr hat das Textildruck-Unternehmen aus Herrnhut einen Baum gepflanzt.

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Geschäftsführer Albrecht Kittler (links) und Vertriebsdirektor Roland Lensing mit den jungen Weißtannen-Setzlingen, die neben dem neuen Firmengebäude eingepflanzt wurden.  Foto: T. Keil

Geschäftsführer Albrecht Kittler (links) und Vertriebsdirektor Roland Lensing mit den jungen Weißtannen-Setzlingen, die neben dem neuen Firmengebäude eingepflanzt wurden. Foto: T. Keil

Foto: T. Keil

Direkt neben dem neuen Firmengebäude nimmt Albrecht Kittler den Spaten in die Hand. Der Geschäftsführer der Abraham Dürninger & Co GmbH aus Herrnhut hebt ein kleines Loch aus. Kurz darauf landet darin ein Weißtannen-Setzling. Dann noch das Loch mit Erde befüllen und der nächste Baum ist gepflanzt. "Angefangen haben wir vor ein paar Tagen", erzählt Albrecht Kittler, als wir das Unternehmen am 7. April besuchen. Jeden Tag wandern 20 bis 30 Setzlinge in die Erde, bis es am Ende 275 sein werden. Die Zahl ist natürlich nicht zufällig gewählt. Dürninger feiert in diesem Jahr sein 275-jähriges Jubiläum. Die große Feier mit geladenen Gästen gibt's im September, bei zwei Tagen der offenen Tür können Interessierte einen Blick in das Traditionsunternehmen werfen.

 

Die Pflanzaktion ist Teil der Bestrebungen des Unternehmens, etwas für den eigenen CO2-Fußabdruck zu tun. Das neue, 2020 bezogene Firmengebäude spart durch gute Dämmung und effiziente Heiztechnik Energie, die Nutzung von Regenwasser den Wasserverbrauch. Auch um eine GOTS-Zertifizierung hat sich das Unternehmen bemüht. Mit Erfolg. "Dieses Siegel haben normalerweise nur wesentlich größere Firmen, es zu bekommen, ist mit hohem Aufwand und hohen Kosten verbunden", sagt Albrecht Kittler. Anderthalb Jahre hat die Zertifizierung gedauert. Mehrmals waren Prüfer vor Ort. Arbeitsprozesse und Lieferketten mussten angepasst werden, um eine nachhaltige Produktion zu gewährleisten und das Siegel damit zu erhalten. Man sehe das als eine Investition in die Zukunft, erklärt der Geschäftsführer. Nicht alle Produkte werden aktuell nach dem GOTS-Standard hergestellt, denn das kostet mehr und nicht jeder Kunde ist bereit, diesen Preis zu zahlen. Aber die Nachfrage wächst und Dürninger wollte sie lieber früher als später bedienen können.

 

Alles begann in einem Kramladen

 

Die 275 Bäume sind nicht die ersten frisch gepflanzten auf dem Firmengelände. Bei einem Rundgang übers Gelände zeigt Albrecht Kittler immer wieder auf Flächen. Mal sind es Tannen, mal Erlen, dann Buchen. "Wir haben hier in den vergangenen 10 Jahren schon rund 3000 Bäume gepflanzt." Die Setzlinge dafür stammen aus der Region. Aktuell kommen sie aus der Leutersdorfer Baumschule und aus dem Forstbetrieb der Brüder-Unität Herrnhut.

 

Auf 275 Jahre Firmengeschichte können nicht viele Unternehmen zurückblicken. 1747 hatte Abraham Dürninger frisch aus Straßburg nach Herrnhut gekommen den örtlichen Kramladen übernommen. Schon 1750 stand der Handel mit Textilien im Mittelpunkt. Bald kamen auch Bleichen, Färben und Bedrucken hinzu. Das Unternehmen wuchs, auch nach dem Tod Abraham Dürningers im Jahr 1773. Um 1800 galt es als größtes Industrieunternehmen in Mitteldeutschland.