Carola Pönisch

Wenn Hundeleben in Zwangspflege endet

1.081 Tiere landete letztes Jahr im Tierheim Dresden, darunter fünf gefährliche Hunde. Viele Tiere, die hier landen, finden wieder ein neues Zuhause. Für einige aber bleibt die Anlage ihre letzte Station.
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Foto: Pönisch

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Es ist ein ständiges Kommen und Gehen. Manche Tiere sind nur einen Tag hier, andere den Rest ihres Lebens. Derzeit leben in dem weitläufigen Areal 50 Hunde, 73 Katzen und 80 andere Zwei- oder Vierbeiner, geflügelt, mit Fell oder im Wasser. Insgesamt kamen im vergangenen Jahr 1.081 Tiere ins städtische Tierheim (307 Hunde, 420 Katzen, 354 andere), 532 konnten im Jahresverlauf wieder vermittelt werden. Von den 193 sogenannten „Fund-Hunden" wurden 158 wieder von ihren Besitzern abgeholt. Bei 420 gefundenen Katzen gab es nur 38, deren Besitzer sich meldeten. Zwangspflege Leicht gesunken ist 2015 die Zahl der Tiere in Zwangspflege. Sie landeten hier, weil ihre Besitzer ins Krankenhaus oder in Haft mussten, verstorben waren oder gegen das Tierschutzgesetz verstoßen hatten. 77 Hunde und 58 Katzen traf dieses Schicksal. „Eigentlich tragen die Besitzer dann die Kosten für die Unterbringung ihrer Vierbeiner, aber weil sie oft finanziell dazu nicht in der Lage sind, bleiben wir zu fast 30 Prozent darauf sitzen", sagt Tierheimleiter Hans-Henning Kluge. Dauergäste Zu den Dauergästen im Tierheim gehören auch zwölf Hunde, die als gefährlich eingestuft sind. Einer lebt bereits seit 2007 hier, jeweils fünf kamen 2014 und 2015 nach Stetzsch. „Das Problem ist, geeignete Hundehalter zu finden. Kaum jemand ist bereit, das Erlaubnisverfahren beim Ordnungsamt zu durchlaufen", weiß Kluge. Nur Roxy, ein American Staffordshire Terrier, konnte letztes Jahr wieder vermittelt werden. Offenes Tierheim Das nächste Vermittlungswochenende findet am 2. und 3. April von 13 bis 15 Uhr statt. Weitere Öffnungszeiten unter www.dresden.de/tierheim.