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Was machte Napoleon in Löbtau?

Neues Kunstprojekt rückt ein fast vergessenes Kapitel Stadtteilgeschichte in den Fokus.
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 Auf der Grünfläche unweit der Weißeritzbrücke (Floßhofterrassen) erinnert ein neues Kunstprojekt an ein Kapitel Löbtauer Stadtteilgeschichte, das fast schon vergessen ist. Vor 200 Jahren lagen Napoleon Bonaparte und seine Armee den Löbtauern auf der Tasche. Löbtau. Die Konstellation ist höchst ungewöhnlich: Schüler(innen) der 36. Oberschule, Senioren der AWO-Begegnungsstätte, die Ehrenamtlichen der AG Stadteilgeschichte der Löbtauer Runde, Künstler u.v.m. haben sich für das Projekt „Poesiepark" zusammen getan. „Im Fokus steht dabei das Thema Krieg und Frieden", erklärte der Künstler Hannes Hein. Ein Thema, das an Aktualität nichts verloren habe, schiebt er noch hinter. Ende August 1813 rückte Löbtau in den Mittelpunkt der Schlacht um Dresden. „Das damalige Dorf war für Napoleon militärstrategisch interessant. Einerseits war hier ein Übergang über die Weißeritz, anderseits eine heute kaum wahrnehmbare Erhebung – der Lerchenberg, von dem sich eine gute Sicht bot", sagt Marlies Goethe von der AG Stadtteilgeschichte. Sie hat Napoleons Zeit in Löbtau von 1807 bis 1815 zusammengetragen. Vieles davon stammt aus dem Buch von Hans Georg Willige. Überliefert ist beispielsweise auch, dass Napoleon im Zusammenhang mit Löbtau nur von „le village" gesprochen hat, weil er Schwierigkeiten mit dem „u" hatte. Bei dem heutigen Dresdner Stadtteil handelte es sich damals tatsächlich um ein Dorf. „17 Bauernhöfe mit rund 100 Einwohnern. Was die Belagerung für die Menschen hier bedeutet hat, kann man nur erahnen", so Goethe weiter. Nicht zuletzt wurden durch die kriegerischen Auseinandersetzungen auch zahlreiche Felder samt Ernte vernichtet. Die Schlacht um Dresden kostete am Ende 25.000 Soldaten das Leben, 25.000 weitere wurden verletzt. Zwei Monate später erlitten Napoleons Truppen in der Völkerschlacht bei Leipzig die endgültige Niederlage. „Alles Schulstoff", meint Hein mit Verweis auf die Stelen hinter der Haltestelle „Saxoniastraße". Hier haben die Schülerinnen und Schüler ihre Gedanken zu Texten und Gedichten der damaligen Zeit zu Plakat gebracht. Die Malgruppe der AWO hat dazu Buchstaben als Augenfutter gestaltet. Geplant ist ein zweimonatiger Wechsel der Gedichte und Texte. Übrigens: Die AG Stadtteilgeschichte bietet Führungen zur Historie Löbtaus an (ab 5 Peronen). (asc)Mehr Infos hier:http://www.loebtau.org/