Birgit Branczeisz

Unser Stern der Hoffnung

Dresden. Herrnhuter Sterne sollen in unserer WochenKurier-Weihnachtsaktion Kinder-Wünsche erfüllen.

Bilder

"Da steht dieses kleine Mädchen mit ihrem kahlen Köpfchen im Glitzerkleid und singt aus vollem Herzen Elsa-Lieder." Simone Saloßnick erinnert sich gern an diese Szene, denn sie ist Botschafterin der Kinderkrebshilfe Sonnenstrahl e.V. und es sind diese Momente, die ihr, Helfern, Eltern, Ärzten und Schwestern Hoffnung geben. "Das war so süß und sie hat es geschafft - das Mädchen ist gesund geworden." Etwa 2.200 Kinder erkranken in Deutschland jedes Jahr an bösartigen Tumoren, 400 an akuter Leukämie.

100 Kinder werden jedes Jahr in Dresden behandelt. Die Behandlungen aus ambulanten, stationären und tagstationären Aufenthalten, von neuen und wiederholten Fällen verlangen Therapeuten, Pflegern Ärzten und den Familien alles ab. 82 Prozent der Erkrankten werden gesund, bei Leukämie sogar über 90 Prozent. Ein Alleinstellungsmerkmal für Dresden ist deutschlandweit die Photonenstrahltherapie. Dass die Ärzte im Kinder-Onkologie-Zentrum der Uniklinik, "Haus 65", so intensiv mit ihren kleinen Patienten arbeiten können, verdanken sie auch dem Sonnenstrahl e.V., der sich seit 1990 dem Alltäglichen rund um die Therapie verschrieben hat.

Letzten Samstag, 2. Dezember, haben sich alle zur Weihnachtsfeier getroffen, die es geschafft haben und diejenigen, die es schaffen wollen. Sie lieben das Leben, sind dankbar für dieses große Geschenk und dankbar für kleine Geschenke, wie die Herrnhuter Weihnachtssterne, die Simone Saloßnick das vierte Jahr als Spende einwirbt und am 21. Dezember auf der Station verteilt.

Der WochenKurier unterstützt in seiner diesjährigen Weihnachtsaktion in Sachsen das Sterne-Projekt. "Das Schöne ist, dass die Kinder die Sterne selbst zusammenbasteln. Das ist echt niedlich." Der Weihnachtsmann ist Falk Noack, Geschäftsführer des Sonnenstrahl e.V. - sein Engel Simone Saloßnick. Die kleinen Sterne sind längst eine Botschaft an die Betroffenen und Außenstehende. Eine Spende von 15 Euro ist für Simone Saloßnick eine Summe, die "richtig gut" ist. Das kann jeder und dieser Stern löst so viel in Menschen aus.

Die Betroffenen sind schließlich im Ausnahmezustand. Sie ahnen, dass ihr Kind stirbt. Manche posten jeden Tag auf Facebook, andere verschließen sich völlig. Auch die Eltern von Tina Eismann haben das erlebt. Tina ist jetzt ein Jahr nicht mehr da und doch gibt sie allen Hoffnung, denn nach der 16-Jährigen haben ihre Eltern und Freunde eine Stiftung benannt, die den Familien in ihren schwersten Stunden Glücksmomente schenkt.

Ein letztes Mal mit der Familie eine Auszeit am Strand, eine Betreuung, damit Mutti zum Friseur gehen kann. So einfache Wünsche, so wichtige. Genauso wichtig wie das Großprojekt des Sonnenstrahl - das neue Kinder-Palliativ-Zentrum an der Uniklinik. Denn der Verein kämpft an der Goethestraße im "Elternhaus" mit Platznot. Ein echtes Zentrum für Betreuung und Nachsorge kann nur mit einem Neubau entstehen. Seit 1993 kenne er den Sonnenstrahl e.V., erzählt Prof. Dr. Michael Albrecht, medizinischer Vorstand der Universitätsklinik.

Für ihn ist der Neubau Herzensangelegenheit und medizinisch absolut ein Muss, denn die kleinen Patienten brauchen ihre Eltern und Geschwister und auch die Eltern brauchen diesen Halt. Am 14. Dezember ist Spatenstich. Endlich. Den Grundstock für das "Elternhaus" hat Olaf Böhme gelegt. Der Dresdner Schauspieler hatte verfügt, dass sein Erbe an den Verein geht. Doch noch fehlt eine Million der Bausumme.

Spendengalas sind schwieriger geworden, vielleicht ist es auch nicht mehr das richtige Format. Der Sonnenstrahl braucht deutschlandweit, europaweit Unterstützer, die das Anliegen der Kinderkrebshilfe mittragen. Leider befinde man sich mit dieser wichtigen ambulanten Aufgabe "wieder in der Lücke des Systems", so Prof. Albrecht - sprich, der Verein muss sehen, wie er den Neubau stemmt.

Es gibt kleinere Nachlasse, Rücklagen, die in 33 Jahren gebildet wurden. Es gibt Fördergelder von Stiftungen und manchmal Firmen-Spenden. Der Freistaat hat das Baugrundstück in Erbbaurecht bereitgestellt, die Stadt Dresden ist gar nicht beteiligt. Ja, da braucht es wohl noch ein Weihnachtswunder.

"Fiduz" soll das Haus an der Schubertstraße 11 heißen (lat. für Zuversicht) - es könnte aber auch nach einem Großspender benannt werden.

 

Spenden für die Herrnhuter Sterne

Spendenkonto: Stiftungsgemeinschaft der Ostsächsischen Sparkasse Dresden, DE08 8505 0300 0225 7567 90

Verwendungszweck: Spende Tina Eismann Stiftung »Sterne-Aktion« + Anschrift des Spenders (falls Spendenquittung gewünscht)


Meistgelesen