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Riesenstollen fürs Dresdner Stollenfest ist fertig

Brioche, Baguette und Croissant trafen auf das tonnenschwere Dresdner Original: Gestern (3. Dezember) wurde in der Messe Dresden der Riesenstollen für das 24. Dresdner Stollenfest am 9. Dezember, zusammengebaut.
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Unterstützung erhielten die Dresdner Stollenbäcker in diesem Jahr von 15 Bäcker- und Konditorei-Praktikanten aus Frankreich. Die Idee entstand im Rahmen eines Austausch-Programmes, initiiert vom Europa-Direkt e. V., der die Bäcker-Azubis für Praktika in Handwerksbetriebe vermittelt. 

Nicht nur das Stollenbacken an sich dürfte für die Gäste aus Frankreich neu sein, einen Riesenstollen haben die jungen Franzosen, die seit zweieinhalb Wochen in Dresden und Umgebung zu Gast sind, auch noch nie gebacken. Exklusiv waren sie beim Zusammenbau des XXL-Striezels dabei und schauten den Riesenstollenexperten des Stollenschutzverbandes und des „Bäcker-Fachvereins Dresden 1996“ um Fachvereins-Chef Bernd Richter über die Schulter.  

Bis der Riese weiß gepudert auf dem Festwagen landet, benötigt man mehr als 500.000 Sultaninen, fast 800 Kilogramm Mehl, über 450 Kilogramm Butter, 250 Kilogramm Zucker und – viele fleißige Hände: In den vergangenen Wochen haben die Dresdner Stollenbäcker dafür zahlreiche Stollenplatten gebacken, die nun nach einem erprobten Bauplan Schicht für Schicht zusammengebaut wurden. Seit früh um sechs waren sie dafür in der Messe Dresden zu Gange. Die acht Kilogramm schweren, 40 mal 60 Zentimeter großen „Steine“ wurden bis zum Nachmittag gestapelt. Damit die einzelnen Etagen bis zum Stollenfest sicher liegen, wurden sie mit einer Mischung aus Butter und Zucker „verklebt“. Trotz der nunmehr 24-jährigen Erfahrung ist jedes Jahr aufs Neue Fingerspitzengefühl gefragt. Stollen, Butter, Zucker, Stollen, Butter, Zucker ... Schicht für Schicht wuchs der Riesenstollen an und bekam mit dem finalen Feinschliff beziehungsweise -schnitt seine stollentypische Form. Zum Schluss noch eine letzte Schicht Puderzucker – et voilà, fertig ist der Riesenstollen. „Das Grundrezept des Giganten ist im Übrigen dasselbe, das auch in jedem kleinen Dresdner Christstollen steckt“, betont Bäckermeister und Vorstandsmitglied René Krause. Das goldene Stollensiegel, das das Dresdner Original kennzeichnet, schmückt daher auch den Riesenstollenwagen, der bis zum Fest nun selbst noch schick gemacht wird.  

Ob „Bravo“, „Magnifique“ oder „Großartig“: Dass der Tag ein tolles Erlebnis war, darüber sind sich die fleißigen Stapler einig – ganz egal, welche Sprache sie sprechen. „Handwerk begeistert: grenzüberschreitend und über alle Sprachbarrieren hinweg“, freute sich René Krause. „Mit unserem Dresdner Stollen und großartigen Aktionen wie dem Riesenstollenzusammenbau oder dem Dresdner Stollenfest tragen wir einen wunderbaren Teil dazu bei!“ Wie schwer der 2017er Riesenstollen nun aber genau ist, das verraten die Dresdner Stollenbäcker am kommenden Samstag (9. Dezember), beim 24. Dresdner Stollenfest.  

Dann wird er auf dem Taschenberg feierlich enthüllt und schließlich auf dem Striezelmarkt vom 23. Dresdner Stollenmädchen Hanna Haubold mit dem Riesenstollenmesser angeschnitten und für einen guten Zweck verkauft. Ein ca. 500-Gramm schweres Stück kostet 6,00 Euro.  

Den ersten Riesenstollen gab August der Starke 1730 in Auftrag: Anlässlich des Zeithainer Lagers ließ er sich von seinem Hofbäckermeister Johann Andreas Zacharias und zahlreichen Bäckerknechten einen rund 1 800 Kilogramm schweren Christstollen backen. (pm)


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