Carola Pönisch

Busbahnhof plus Fahrradparkhaus

Endlich wird es wahr: Dresden bekommt ein modernes Fernbusterminal, dazu rund 800 Abstellplätze für Räder und einen Bürokomplex, von dem der Investor sagt: "Das ist Büro 4.0".
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Was lange währt, wird gut. Und wenn fast 30 Jahre zwischen ersten Überlegungen und konkretem Plan liegen, dann kann das Vorhaben eigentlich nur gelingen. Lange genug durchdacht ist es ja. Was wird gebaut? Mit der Leipziger Firma »S&G Development« gibt es einen Bauherren, der für 90 Millionen Euro schon ein ähnliches Projekt (Busbahnhof mit Parkhaus und Hotel) in Leipzig gestemmt hat. In Dresden entsteht auf einem 250 Meter langen und 40 Meter breiten Areal zwischen Hauptbahnhof-Nordwestseite und neuem Simmel-Center ein Gebäudeensemble aus vier miteinander verbundenen Baukörpern unterschiedlicher Höhe. Neben zehn überdachten Bussteigen und einem öffentlichen Fahrradparkhaus mit 800 größtenteils unentgeltlichen Einstellplätzen wird es auch Raum für Büronutzungen mit bis zu 1.500 Arbeitsplätzen  geben. Die Büros finden sich quasi über den Bussteigen. »Wir bauen dort keine Standardbüros, sondern Büros der Zukunft«, so Dr. Ingo Seidemann, Geschäftsführer der S&G Development. Im Bereich der Bussteige  wird es eine weitere Straßenbahnhaltestelle geben. Der gesamte Komplex wird als Multimodaler Mobilitätshub bezeichnet und wurde vom Dresdner Architekturbüro Knerer und Lang entworfen.Deren Highlight dürfte die große Plaza mit Gastronomie werden, die ebenalls über den Bussteigen angeordnet ist und freie Sicht auf Wiener Platz und Hauptbahnhof. Eine neue Rolle kommt dabei dem Königspavillon zu, den ältere Dresdner vor allem als Hauptbahnhof-Kino kennen. »Er wurde vor zehn Jahren modernisiert und nun mit dem neuen Fernbusterminal direkt verknüpft«, sagt Bahnhofsmanager Heiko Klaffenbach. Wie ist der Zeitplan? Das 80 Millionen Euro teure Bauvorhaben soll im Sommer 2022 starten und nach dreijähriger Bauzeit fertig sein. Jetzt im März soll das Projekt in den Bauausschuss, Ende April die Beschlussfassung durch den Stadtrat folgen. Wie rechnet sich das? Die Firma S&G, die bereits mehrere  gewerbliche Immobilien-Projektentwicklungen in den Bereichen Einzelhandels-, Hotel- und Sonderimmobilien realisiert hat, wird Einnahmen erzielen aus der Bürovermietung und aus Gebühren, die von Fernbusanbietern als »Einfahrtgebühren« erhoben werden. Der Vertrag zwischen Stadt und S&G zum Betrieb des Mobilitätshub wird zunächst auf mindestens 20 Jahre geschlossen. Da die S&G das Grundstück kauft, auf dem sie baut, dürfte die Partnerschaft auf jeden Fall über diese erste Laufzeit hinausgehen.