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13.000 Menschen gedachten Hand in Hand

Etwa 13.000 Menschen reihten sich am 13. Februar in die Menschenkette um die Dresdner Innenstadt ein, zu der Dresdens Oberbürgermeister Dirk Hilbert zusammen mit Kirchen, Institutionen, Vereinen und Initiativen aufgerufen hatte. Hand in Hand erinnerten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer an die Zerstörung Dresdens vor 71 Jahren und setzten ein weit sichtbares Zeichen des Miteinanders für eine weltoffene, tolerante Stadt.
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Oberbürgermeister Dirk Hilbert eröffnete gegen 17.15 Uhr an der Westseite des Rathauses die Veranstaltung mit einer Rede. Darin sagt er unter anderem: „Krieg ist allgegenwärtig - in jeder Generation. Und auch wenn wir persönlich dankbar dafür sein dürfen, den Krieg selbst nicht erleben zu müssen: Der 13. Februar mahnt uns auch, die Menschen nicht zu vergessen, die in diesen Tagen Opfer von Krieg, Terror und Vertreibung werden. Aus dem 13. Februar erwächst die Verantwortung, nicht nur zu trauern und zu gedenken, sondern auch im Sinne derjenigen zu handeln, die heute unsere Hilfe brauchen. Wer die Vergangenheit von vor über 70 Jahren von dem trennt, was wir heute in Teilen der Welt erleben, wer sein Herz gegenüber denjenigen verschließt, die bei uns Schutz suchen, der hat die Botschaft des 13. Februars nicht verstanden.“ Nach der Rede des Oberbürgermeisters und einer Rede des Rektors der Technischen Universität Dresden, Prof. Hans Müller-Steinhagen, der die Menschenkette wie auch in den Vorjahren angemeldet hatte, teilten sich die Anwesenden und bewegten sich einerseits in Richtung Dr.-Külz-Ring und weiter zur Wallstraße, andererseits in Richtung Synagoge. Um 18 Uhr reichten sich die aus beiden Richtungen kommenden Menschen die Hände und fügten die etwa vier Kilometer lange Kette um den Stadtkern zusammen. Zahlreiche Prominente reihten sich mit Oberbürgermeister Dirk Hilbert in die Menschenkette ein. Während der folgenden zehn Minuten läuteten alle Glocken der Dresdner Innenstadtkirchen.  Zuvor nahmen ab 13 Uhr etwa 100 Menschen auf Einladung der AG 13. Februar an einer Bürgerbegegnung im Haus an der Kreuzkirche teil, um an die Erfahrungen von Krieg, Gewalt und Unterdrückung zu erinnern und zu diskutieren, was dieses Wissen für Rückschlüsse auf das Handeln in der Gegenwart zulässt. Oberbürgermeister Dirk Hilbert fand in seinem Redebeitrag sehr persönliche Worte: „Historische Fakten sind wichtig. Ohne Zweifel. Sie helfen Ereignisse [wie die Bombardierung Dresdens am 13. Februar] einzuordnen. Aber Emphatie vermitteln sie nicht. Empathie vermitteln Gespräche zwischen denen, die etwas erlebt haben und denen, die danach fragen. Man muss sich Zeit dafür nehmen. Offen sein. Emotionen aushalten. Vielleicht auch Widersprüche aushalten und Geduld mitbringen. Eben alles das, was unser Zusammenleben eigentlich ausmacht.“  Foto: Pohl


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