K. Kunath

Technisches Museum auf neuem Kurs

Ob Sächsische Dampfschifffahrt oder Dresdner Verkehrsmuseum, Porzellan-Manufaktur oder Landskron-Kulturbrauerei – sie alle eint, dass sie Bestandteil der Sächsischen Route der Industriekultur sind. Seit kurzem ist diese touristische Route um eine Attraktion reicher: um das Großröhrsdorfer Industrie- und Bandmuseum.
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Bernd Hartmann, der Vorsitzende des Großröhrsdorfer Industrie- und Bandmuseum e.V., brachte die neue Plakette an. Damit ist die Zugehörigkeit des Museums zur Sächsischen Route der Industriekultur für alle sichtbar.

Bernd Hartmann, der Vorsitzende des Großröhrsdorfer Industrie- und Bandmuseum e.V., brachte die neue Plakette an. Damit ist die Zugehörigkeit des Museums zur Sächsischen Route der Industriekultur für alle sichtbar.

Eng mit der Stadtgeschichte Großröhrsdorfs verwoben ist seit dem 17. Jahrhundert die Bänderindustrie, die das Aussehen der Stadt mitgestaltete und einst zahlreichen Bewohnern Arbeitsstätte war. Deshalb war die in den 1970er Jahren gefasste Idee, ein Industriemuseum in der Stadt einzurichten, nur eine logische Schlussfolgerung. „Die Betriebe befanden sich in den 70er Jahren im Umbruch. Alte Webanlagen wurden durch neuere Maschinen ersetzt“, erinnert sich Bernd Hartmann, der Vorsitzende des Industrie- und Bandmuseumsvereins. Um die alte, historisch wertvolle Technik zu retten, gelang es den Engagierten, unter anderem Exzenter, Schaftmaschine, Jaquardwebstühle und sogar eine Dampfmaschine aus den Betrieben zu erhalten. In viele Einzelteile zerlegt und an verschiedenen Orten eingelagert warteten diese Geräte lange Zeit auf ihr weiteres Schicksal. Das wurde 1995 mit der Einrichtung des Technischen Museums der Bandweberei im ehemals von der Firma I.G. Schurig genutzten Fabrikgebäude an der Schulstraße konkreter. „Mit der Gebäudesanierung haben wir begonnen, eine Ausstellung in der unteren Etage einzurichten“, erzählt Bernd Hartmann. Viele Stunden ehrenamtlicher Arbeit flossen in die Konzeption und Gestaltung des Museums, in den Wiederaufbau und Erhalt der alten technischen Anlagen, die seit 1998 der Öffentlichkeit zugänglich sind und 2008 um eine zweite Etage erweitert wurden. Hier werden nun über 330 Jahre Industriegeschichte wieder lebendig – im wahrsten Sinne. Denn bei einem geführten Rundgang werden die aus den unterschiedlichsten Firmen des Rödertals stammenden Webstühle natürlich für die Besucher in Betrieb genommen. Dass die in dieser Vielfalt regional einmalige Ausstellung nun auch über die Grenzen des Rödertals noch bekannter wird, erhoffen sich  Stadt und Museumsverein von der Aufnahme der Einrichtung in die Route.


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