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Sanierung beginnt frühestens 2023

Schon öfter haben der Hoyerswerdaer Stadtrat und die Stadtverwaltung eine neue Verkehrsführung für die Kühnichter Straße beraten, weil Anwohner die hohe Verkehrsdichte und Lärmbelastung beklagen. Bisher ohne Ergebnis.
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Auch die Kreuzung Kühnichter Straße und Kastanienweg ist in den Blick der Verkehrsplaner geraten. Foto: K. Demczenko

Auch die Kreuzung Kühnichter Straße und Kastanienweg ist in den Blick der Verkehrsplaner geraten. Foto: K. Demczenko

Auf dem Kühnichter Dorfplatz hat nun der Baufachbereichsleiter Dietmar Wolf vielen Anwohnern aus Sicht der Stadt vier, aber eigentlich fünf Möglichkeiten der Verkehrsführung erklärt. Sicher ist dabei eines: Egal welche Variante umgesetzt wird, die Kühnichter Straße ist kaputt und muss grundhaft saniert werden. Laut einer Verkehrszählung vom Juni 2021 nutzen cirka 5.000 Fahrzeuge pro Tag die schmale Dorfstraße. Die Projektplanung wird erst 2023 beginnen, erklärt Oberbürgermeister Torsten Ruban-Zeh, weil das im Doppelhaushalt 2021/22 für die Kühnichter Spange geplante Geld in die Sanierung der Luxemburg-Straße in der Altstadt fließt. Dietmar Wolf hat zuerst die Kühnichter Spange als zusätzliche Verbindung zwischen der Nieskyer und der Weinert-Straße erläutert. Die neue Straße würde ein schneller, weiterer Zugang zur Neustadt sein und die Kühnichter Straße entlasten. Die Spange ist aber teuer und zerschneidet ein Naherholungsgebiet, weshalb sie der Stadtrat nach einer Ortsbegehung erst einmal abgelehnt hat, erklärt Oberbürgermeister Torsten Ruban-Zeh. Die Kühnichter Straße kann auch stadtein- und -auswärts für den Durchgangsverkehr gesperrt werden, sagt Dietmar Wolf. Sie bliebe motorisierten Anwohnern, Bussen sowie Einsatzfahrzeugen vorbehalten und könnte auch zur Fahrradstraße ausgebaut werden. Das ist momentan der einzige Weg für Hoyerswerda, um schneller an Fördermittel des Freistaates Sachsen zu kommen, ergänzt der OB. Nachteile dieser Variante wären aber große Umwege für viele Kraftfahrer, die vor allem aus Richtung Lohsa zum Lausitzer Seenland Klinikum und in die Neustadt wollen. Bei der Schaffung einer unechten Einbahnstraße wäre das Fahren auf der Kühnichter Straße stadteinwärts verboten und die Umwege in die Neustadt sind genauso groß. Entsteht eine echte Einbahnstraße, gilt das Fahrverbot stadtauswärts. Der Kastanienweg soll dann den Verkehr aus der Stadt zur Nieskyer Straße aufnehmen und muss dafür zur Hauptverkehrsader ausgebaut werden. Das bedeutet seine regelgerechte Anbindung an die Nieskyer Straße. Die enge Kreuzung Kühnichter Straße/Kastanienweg braucht wegen des Busverkehrs eine Ampel. All das wird teuer. Kostengünstiger wäre es, die Kühnichter Straße als Erschließungsstraße mit Verschwenkungen zur Geschwindigkeitsreduzierung auszubauen. Danach gilt wie schon jetzt das Tempolimit von 30 km/h in beide Richtungen. Für die Anwohner soll so die Lärmbelastung sinken, hofft Dietmar Wolf. Diese Variante findet er nicht optimal, aber zweckmäßig.

Anwohner sollen über Varianten abstimmen

Auf Wunsch von OB Ruban-Zeh werden die Kühnichter per Bürgerentscheid selbst die Straßenführung vor ihrer Haustür auswählen. Die Stimmen der von den Bauarbeiten direkt betroffenen Anwohnern der Kühnichter Straße sollen bei der Auszählung eine stärkere Gewichtung finden, kam als Anregung aus der Bürgerschaft.


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