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Spenden für Spremberger St. Georg-Kapelle gesucht

LAGA-Verein plant "imaginären" Wiederaufbau

Spremberg. Die Münzen klingen und die Scheine purzeln. In den Geschäftsräumen der Spremberger Volksbank in der Langen Straße geben sich die Leute die Klinke in die Hand. Seit Februar steht hier ein maßstabsgetreues Modell im Verhältnis 1:20 der ehemaligen St. Georg-Kapelle als große Spendenbox.

Im Volksmund wurde das sakrale Bauwerk, das nach Angaben des Niederlausitzer Heimatmuseums vermutlich aus dem 15.  Jahrhundert stammt,  auch Georgenbergkapelle genannt. „Das Vorhaben einer Imagination der Kapelle soll einen andeutungsweisen Wiederaufbau näherbringen“, sagte LAGA-Vereinsvorsitzender Frank Meisel. Zu diesem Zweck hat sich der Verein mit der Spremberger Volksbank Spree-Neiße eG zusammengetan und sammelt jetzt in dem original nachgebildeten Modell und in den Umrissen der auf einer Betonplatte gegründeten, offenen Stahlkonstruktion eifrig Spenden für das Relikt aus der Vergangenheit.

„Unser Verein plant den imaginären Wiederaufbau der St. Georgkappelle am ursprünglichen Ort auf dem Georgenberg“, erklärte der LAGA-Vereinsvorsitzende. Mit dem Projekt soll ein sichtbares Zeichen gesetzt und die Erinnerung an den Schutzpatron des Rittertums, den Heilligen Georg, wachgehalten werden. Der Ort soll für Ruhe und Besinnlichkeit, aber auch für Veranstaltungen genutzt werden. „Um die St. Georgkapelle ranken sich eine Reihe von Sagen und Geschichten“, sagte LAGA-Vorstandsmitglied Markus Füller. Das kleine Gotteshaus  wird auch mit der historischen Figur der Jutta von Kittlitz in Verbindung gebracht und dabei auf das 12. Jahrhundert datiert. Die Tochter des Grafen von Kittlitz soll nach alten Überlieferungen den Bau der St. Georgkapelle aus Dankbarkeit beauftragt haben, weil ihr Geliebter Seyfried von Loeben lebend und unversehrt aus den dritten Kreuzzügen (1189-1192) wieder in die Herrschaft Spremberg zurückgekehrt war. In die historische Rolle des Adelsfräuleins Jutta von Kittlitz schlüpft seit vielen Jahren die Spremberger Gästeführerin Veronika Dubau.

Von der vermutlich im Jahr 1970 ohne archäologische Begleitung sinnlos mit Panzern abgerissene Georgenbergkappelle ist auf der höchsten Spremberger Erhebung nicht mehr viel übrig geblieben. Nur ein schlichter Feldsteinhaufen und eine kleine Tafel sowie das jährliche Georgenbergfest erinnern noch an das kleine Gotteshaus. „Aus Corona-Gründen musste es in diesem Jahr aber leider abgesagt werden“, teilte der LAGA-Verein mit. Nichts destotrotz wird aber die gemeinsame Spendenaktion mit der Volksbank Spree-Neiße fortgesetzt. Über 500 Euro sind bisher bereits in die große Spendenbox eingeworfen worden. Benötigt wird für den Wiederaufbau der Kapelle als Imagination aber eine viel größere Summe. Jetzt sind alle Sprembergerinnen und Spremberger, Unterstützer und Sponsoren gefragt, etwas Gutes für die historische St. Georgkapelle zu tun. Vielleicht kann der LAGA-Verein auch noch einen Fördertopf  anzapfen. (kay)

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