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Feuerwehr aus Terpe in New York

Spremberg. Die Preußische Handdruckfeuerspritzengruppe aus Terpe startete vor kurzem zu ihrem bislang spektakulärsten Auftritt.

Terpe in New York! Was für ein Ereignis. Für Terpe in seiner Geschichte wohl das größte. Denn es ging zur „Steubenparade“. Allerdings ohne Handdruckfeuerspritze. Den Transport in die USA mit dem Flieger hätte keiner bezahlen können. Dafür werden die New Yorker ein bisschen von der sorbischen Lausitz erfahren, denn Terpe als Ortsteil von Spremberg gehört zum wendischen/sorbischen Siedlungsgebiet.  

AUS DER GESCHICHTE

Die Terp´sche Handdruckfeuerspritze ist Baujahr 1912, gebaut von der Firma Bräunert in Bitterfeld (Seriennummer 1587). Bis Mitte der 1970er Jahre gehörte sie der Freiwilligen Feuerwehr Jessen. Als das Dorf dem vorrückenden Tagebau Welzow-Süd weichen musste, übernahm die Spritze die FFW Terpe. Sie ist voll funktionstüchtig. 2000 wurde sie komplett restauriert. Die Doppelkolbenpumpe müssen mindestens acht Mann bedienen, maximal 14. Sind die Druckstangen maximal besetzt, spritzen 350 Liter pro Minute aus dem Strahlrohr. Der Tank fasst 120 Liter. Heute kann beim Pumpen natürlich nachgetankt werden. Die Bedienmannschaft setzt sich aus den Kameraden der FFW Terpe zusammen, sowohl aktive Leute als auch die Alters- und Ehrenabteilung, die da noch mitmischt. 17 von ihnen fliegen nun nach New York. Der Jüngste ist der 14 Jahre alte Justin.  

Die Preußische Handdruckfeuerwehrspritzengruppe Terpe geht seit 1995 jährlich einmal auf Fernreise. Die führten, wir können sie hier nicht alle aufzählen, zu vielen Höhepunkten. So 2002 zum Münchener Oktoberfestumzug. Da waren die Terp´schen Kameraden nach über 170 Jahren die ersten, die in Bayerns Metropole als historische Feuerwehr dabei sein durften. „Über 20 weitere Teilnahmen führten uns nach Stuttgart zu >150 Jahre Berufsfeuerwehr der Stadt<, zum zwölften Schweizerischen Handdruckspritzenwettbewerb nach Bülach, in das Siegerland und nach Friedrichshafen an den Bodensee. „Zu Hause sind wir freilich auch bodenständig“, so Lothar Hopka: „Bei Festen in Schwarzkollm, Nardt, Weißwasser, in Sellessen und in Terpe“.  

1997 belegte die Mannschaft anlässlich des Bundeswettbewerbes „Goldene Domtürme von Köln“ anlässlich des 125-jährigen Jubiläums der Berufsfeuerwehr Köln den dritten Platz. Dort lernte Lothar Hopka, Chef der Handdruckfeuerspritzengruppe und zeitlebens Berufsfeuerwehrmann im Gaskombinat Schwarze Pumpe und dessen Rechtsnachfolgern, den berühmtesten Kölner Karnevalisten kennen, den Chef der „Kölschen Funkentöter“. Weil die Gruppe nach 1933 sich beim Kölner Karneval über Hitler belustigte, wurde sie kurzerhand verboten, machte im Untergrund aber weiter. Vom Karnevalsmann erfuhr Hopka erstmals von der Steubenparade: „Da müsst ihr mal mitmachen“. Nach langen Jahren wird das nun Realität. 

GENERAL STEUBEN IST IN DEN USA HOCH VEREHRT 

Wer war dieser Militär? Am 17. September 1730 in Magdeburg geboren, ging er in der Zeit der Befreiungskriege in die USA und reorganisierte dort das Militärwesen. Aus ungeordneten und disziplinlosen Söldnerhaufen wurde eine starke Armee. Steuben gilt bis heute als der berühmteste und anerkannteste Deutsche in den USA. Vor rund 80 Jahren wurde ihm zu Ehren die größte Militärparade der Welt begründet. Sie ist weltweit offen für alle Trachten- und Uniformträger und Musikkapellen.  

GUT VORBEREITET VON TERPE NACH NEW YORK 

Die Terp´schen Feuerwehrmänner erwartet in New York ein tolles Programm. Eröffnet wird es mit einem Empfang durch Oberbürgermeister Bill de Blasio. Zu diesem Anlass überbringen alle Teilnehmer Grußworte. Das von Terpe wird Justin verlesen. Es hat folgenden Wortlaut: „Sehr geehrter Herr Oberbürgermeister Mr. Bill de Blasio. Wir, eine Feuerwehrgruppe aus Deutschland, freuen uns, bei Ihnen Gäste sein zu dürfen. Mein Name ist Justin, und ich bin 14 Jahre alt. Ich bin mit meinem Opa hier! Wir pflegen alte Traditionen im Feuerwehrwesen, damit die Leistungen unserer Urväter nicht in Vergessenheit geraten. Mit unserer alten Technik beteiligen wir uns an Wettbewerben in ganz Deutschland. Wir kommen aus Spremberg, einer Stadt im Bundesland Brandenburg. Mitten im Zentrum des früheren Preußen, ungefähr 230 Kilometer vom Geburtsort von General Steuben in Magdeburg entfernt. Das Alter unserer Mitglieder liegt zwischen 14 und 83 Jahren. Die Teilnahme an der Steubenparade ist unser größtes Abenteuer und stellt den absoluten Höhepunkt in unserem Feuerwehrleben dar. Wir sind gespannt auf New York und werden bei der Parade unser >Bestes< geben. Wir danken allen New Yorkern für ihre Gastfreundschaft und wünschen eine friedliche Zukunft für Ihr Land und für weiterhin freundschaftliche Beziehungen zwischen Amerika und Deutschland. Glückauf!“  

HÖHEPUNKTE DES WOCHENENDES 

Das ist der gerade genannte Empfang des OB, dann gibt es ein Steuben Gala Benefiz Bankett, vor der Parade einen Festgottesdienst, dann folgt die German-Amerikanische Steubenparade, anschließend können Biergartenfeste und das Oompahfest besucht werden.  

Lothar Hopka freut sich, dass die Reise nach New York nach über 20 Jahren Wartezeit nun beginnen konnte. „Begleitet hat uns dabei ein autorisiertes Reisebüro. Wir danken allen, die uns das ermöglicht haben“.

Jost Schmidtchen

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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