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Wohlfühloasen für Bienen & Co.

Oberspreewald-Lausitz. Aktuell summt und brummt es wieder in den Gärten. Bestäuber sind fleißig im Einsatz, um für ein funktionierendes Ökosystem zu sorgen und nicht zuletzt auch für eine entsprechende Nahrungssicherheit für den Menschen.

Doch der Bestand der Bestäuberinsekten schrumpft. Das macht auch ein aktueller Bericht der Europäischen Kommission deutlich. Darin heißt es, dass jedes zehnte bestäubende Insekt vom Aussterben bedroht sei. Bei einem Drittel der Bienen- und Schmetterlingsarten in Europa schrumpfe der Bestand.

EU-Umweltkommissar Virginijus Sinkevicius spricht von einem besorgniserregenden Rückgang von Insekten, die Acker- und Wildpflanzen bestäuben: »Dies gefährdet die Ernährungssicherheit und bedroht unser Überleben und das Fortbestehen der Natur insgesamt. Der Bericht zeigt, dass wir mehr tun müssen, um die Hauptursachen ihres dramatischen Rückgangs anzugehen.«

Bienenfreundlicher Landkreis OSL

Die Honigbienen gehören dabei wohl zu den bekanntesten Bestäubern. Wie bienenfreundlich sich der Landkreis Oberspreewald-Lausitz (OSL) zeigt, berichtet Diplom Veterinärmediziner Jörg Wachtel, Amtsleiter des Amtes für Veterinärwesen, Lebensmittelüberwachung und Landwirtschaft: »Für Honigbienen bietet unser Landkreis ein vielfältiges Angebot. Mit Obstbäumen, großen Robinien-Wäldern und vielen Linden sind die wichtigen Haupttrachten gesichert. Ergänzt wird dies noch durch den Anbau von Raps, Sonnenblumen und Buchweizen.«

Wie Wachtel informiert, gibt es im Landkreis OSL aktuell 326 Imker mit 2 189 Völker - mit durchschnittlich sieben Völker pro Imker. »Die Zahl der Imker hat weiter zugenommen, damit verbunden auch die Zahl der gehaltenen Völker. Diese Entwicklung hält bereits seit über fünf Jahren an«, sagt Jörg Wachtel. Imker gibt es etwa in Großräschen, Senftenberg und Lauchhammer.

In den Kommunen selbst gibt es vielfältige Angebote für die fleißigen Bestäuber - etwa in Großräschen. »Bei den Bepflanzungen im Stadtgebiet achten wir auf einheimische Blumen und Sträucher mit offenen Blüten, die sind am Insekten- und Bienenfreundlichsten. Außerdem wird auf eine möglichst unterschiedliche Blühzeit geachtet, damit zu jeder Jahreszeit ein Nahrungsangebot für Insekten vorhanden ist«, berichtet Stadtsprecherin Kati Kiesel. So sei etwa in Dörrwalde die Neuanpflanzung der Lindenstraße mit bienenfreundlichen Winterlinden auf Wunsch des örtlichen Imkers erfolgt. Zudem entstehe in Großräschen aktuell ein Permakulturgarten - etwa mit einer Blühwiese, Hecken, Obstbäumen und Insektenhotels. »Bereits jetzt gibt es in der Stadt etwa 500 Kleingärten. Viele Grundstücke haben eigene Gärten«, informiert Kati Kiesel.

Wohlfühloase für Bienen und Insekten

Viele Kleingärten mit zahlreichen Blüten gibt es auch in der Kreisstadt Senftenberg - 1 280 Parzellen. Doch auch abseits davon gibt es anderweitige Unterstützung für Bestäuber. »Ein sehr schönes Beispiel dafür, dass die Stadt Senftenberg auch an die Bienen und Insekten denkt, ist die Blühwiese in Brieske am Margarethengraben. Das ist eine Fläche, die bewusst insektenfreundlich angelegt wurde. Sozusagen eine Wohlfühloase für Bienen und Insekten. Auch am Dorfanger in Großkoschen wurden blühende Stauden bei der Erneuerung des Dorfangers gepflanzt«, berichtet Stadtsprecher Henry Doll.

Für die Blumenkästen in der Innenstadt seien insektenfreundliche Hortensien und Stauden ausgesucht worden, die die Buchsbäume ersetzt haben. »Am Senftenberger See plant zudem der Zweckverband Lausitzer Seenland Brandenburg als Teil des Projektes ›Grünes Band‹ Blühwiesen und naturbelassene Bereiche zu entwickeln.«

Grüne Oasen gibt es auch in Lauchhammer. »Durch die besondere und geschichtlich geprägte Struktur unserer Stadt gibt es durch zahlreiche natürliche Blühwiesen viel Grün im Stadtgebiet mit einer schönen grüne Mitte als herrlicher Ort für Bienen und andere Insekten«, erzählt Stadtsprecher Heiko Jahn.

Übrigens kann jeder selbst dazu beitragen, dass sich Bienen wohlfühlen. Jörg Wachtel: »Wiesen blühen lassen und nicht ständig kurz mähen sowie Blühpflanzen und Obstbäume pflanzen.«

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