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Strukturwandel startet mit Kultur

Senftenberg. Die neue Bühne Senftenberg erhält 6,5 Millionen Euro für die Sanierung und Erweiterung der Werkstätten. Dafür sorgt der erste kommunale Zuwendungsbescheid aus den Mitteln des Programms »Strukturentwicklung Lausitz«.

Wie es sich für eine Kultureinrichtung gehört, wurde der Fördermittelbescheid mit großem Tamtam und Kulisse zelebriert. »Es ist aber eher die Umkehrung der Potemkinschen Dörfer, die wir errichtet haben«, spannt Manuel Soubeyrand, Intendant der neuen Bühne, den Bogen zu den dringenden Sanierungsmaßnahmen der Theaterwerkstätten.

Eigentlich müsste man das Gebäude unter Denkmalschutz stellen, denn das in den 1950er-Jahre errichtete Gebäude, hat unverändert bis heute seinen Dienst getan. »Es gibt nach wie vor keine Umkleideräume für unsere 25 Mitarbeiter in den Werkstätten«, stellt Axel Tonn, Technischer Direktor des Theaters, klar.

Das in die Jahre gekommene Werkstattgebäude umfasst derzeit die Arbeits- und Lagerräume für die Kostümabteilung, die Requisite, die Werbeabteilung, die Tischlerei, die Schlosserei, den Malsaal und die Dekoration. Umso mehr lassen die Zahlen aufhorchen, die er weiter parat hat. So wurden bis zu 1.500 Stückedekorationen in der Zeit gefertigt. Wer erinnert sich nicht an die Zwiebeltürme zum russischen Theaterspektakel oder die opulenten Märchenausstattungen. Zirka 20.000 komplette Kostüme verließen in der Zeit die Werkstätte. Unter diesen Bedingungen beeindruckende Zahlen, aber auch das Kommende kann sich sehen lassen.

Größte Investition

»Eine solche Summe ist am Stück hier noch nie angefasst worden«, lächelt der Technische Direktor. Insgesamt werden 7,6 Millionen Euro in den Umbau und den Erweiterungsbau der Theaterwerkstätten fließen. Aus der Schatulle des Förderprogramms »Strukturentwicklung Lausitz« werden 6,5 Millionen Euro bereitgestellt. Für den erklärlichen Rest von immerhin noch 1,1 Millionen Euro werden Eigenmittel aus der Kasse des Zweckverbands Neue Bühne - Niederlausitzer Theaterstädtebund Senftenberg genutzt. Dabei sind schon 300.000 Euro für Planungskosten seitens des Theaters investiert worden:

»Der Um- und Neubau ist keine Idee des Strukturwandels«, stellt Christa Mahl, Verwaltungsleiterin der neuen Bühne, klar. »Seit fünf Jahren arbeiten wir schon an diesem Projekt«, verrät sie. Der Anstoß, den Fördertopf des Strukturwandels zu nutzen, kam schlussendlich vom Oberspreewald-Lausitz-Landrat Siegurd Heinz, verrät sie im Gespräch.

Schneller Start

Schon in dieser Woche soll laut Technischen Direktor die Bauanlaufberatung erfolgen. Mit Angebotserstellung, Ausschreibung und Vergabe rechnen die Verantwortlichen mit den Auftragsvergaben im März kommenden Jahres. Dann gibt es im Untergeschoss eine moderne Lüftungsanlage, Umkleideräume und große Lagermöglichkeiten. Im Erdgeschoss werden die Tischlerei und die Schlosserei ihr Refugium finden: »Die Zeit, wo wir zum Sägen Fenster öffnen mussten und sogar Löcher in die Wände machen mussten, ist vorbei«, schmunzelt Axel Tonn. Ein Montageraum, der mit seinen Ausmaßen Bühnengröße hat, wird die komplette Vormontage von Bühnenbildern ermöglichen.

Alles Technische für das Theater, inklusive der Räume für die Mitarbeiter, wird sich modern und großzügig auf 1.600 Quadratmeter im alten Gebäude und circa 3.600 Quadratmeter im Neubau wiederfinden. Für die Übergangszeit werden Container als Werkstätten genutzt, die auf dem Theatergelände ihren Platz finden werden. Ebenfalls wird die Turnhalle Hörlitz als theatrale Behelfswerkstatt für die Umbauzeit genutzt.

Für Kathrin Schneider, die als Ministerin in Chefin der Staatskanzlei den Fördermittelbescheid aus Potsdam mitbrachte, steht fest: »Das ist heute ein klares Signal, dass das Theater in Senftenberg eine Zukunft hat.«

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