Peter Aswendt

Panzergrenadiere treffen am Senftenberger Bahnhof ein

Senftenberg. Eine große Truppenübung der Panzergrenadierbrigade 41 „Vorpommern“ ist jetzt mit dem Entladen der Schützenpanzer vom Typ „Marder“ am Senftenberger Güterbahnhof ins Rollen gekommen.

„Diese Truppenübung hat eine Vorlaufzeit von zwei Jahren“, beschreibt Oberstabsgefreiter André Bleckmann den Aufwand der Übung, die auf dem Truppenübungsplatz Oberlausitz, in der Muskauer Heide stattfindet. Dort werden auf einer Fläche von 17 450 Hektar, was circa 24 500 Fußballfeldern entspricht, 1800 Soldaten und 300 Fahrzeuge das Zusammenspiel üben.

Die Übung ist auch für die Panzergrenadierbrigade nicht alltäglich: „Wir sind mit Teilen unserer Einheit auch in Afghanistan im Einsatz oder haben vielfältige Aufgaben in der Brandbekämpfung wahrgenommen. Deshalb sind diese Übungen in der Größenordnung für uns auch nicht alltäglich“, stellt Brigadegeneral Andreas Durst klar.

Zu den nicht alltäglichen Dingen gehört auch die Form des Entladens der Schützenpanzer, die auf dem Senftenberger Güterbahnhof auf ihren Einsatz warteten.

„Wir haben eine neue Entlademöglichkeit mit einer zerlegbaren Kopframpe im Einsatz“, erklärt Stabsfeldwebel Holger Schmidt den Vorgang des Herunterfahrens vom Bahnwaggon.

Damit können Fahrzeuge vom Bahntransport entladen werden, egal wo sich die Bahnstrecke befindet. „Wir brauchen nur rechts oder links von dem Gleis eine freie Fläche“, so der Stabsfeldwebel.

960 Tonnen zum Abladen

Der erste Teil der Übung begann also sozusagen mit dem Entladen der 32 Schützenpanzerwagen auf dem Senftenberger Güterbahnhof. Dazu wurde die dreiköpfige Mannschaft, wie es in der Fachsprache heißt „verheiratet“. Was nichts anderes bedeutet, als dass die Teams auf ihre Fahrzeuge aufgeteilt werden.

Dann begann der Entladervorgang, der ein gesundes Augenmaß und Fingerspitzengefühl des Panzerfahrers voraussetzte, denn die 30-Tonnen-Kolosse standen schon auf den Waggons jeweils zehn Zentimeter mit ihren Ketten über den Rand. Mit Ruhe und Routine schob sich dann Panzer für Panzer von den Waggons, um sich in Marschrichtung aufzustellen. Dann ging es in Kolonnen zum Sammelplatz, auf das ehemalige NVA-Gelände in Großräschen und Freienhufen zum Sammeln, wo auch genächtigt.

Heute am 14. August hieß es für die Soldaten um 6.30 Uhr Abmarsch in Richtung Oberlausitz. Die knapp 70-Kilometer-Route ging über Schwarze Pumpe, Hoyerswerda weiter in Richtung Boxberg. Mit dem Eintreffen und verbinden der verschiedenen Einheiten begann dann der zweite Teil der Truppenübung, die noch bis zum 30. August andauert.

Übrigens erfolgte die Verlegung der Panzer ausschließlich über öffentlich Straßen. Schäden waren nicht zu befürchten, denn die Panzerkette ist mit Gummiplatten versehen, die zum Leidwesen so manches Rekruten sehr oft gewechselt werden müssen.

Einen Tipp für alle Verkehrsteilnehmer, die noch bis 30. August in der Lausitz auf eine Bundeswehrkolonne stoßen, hat dann Stabsfeldwebel Schmidt noch parat: „Wenn es geht, nur an Stellen die Kolonne überholen, wenn es im Ganzen möglich ist“, stellt er klar. Sich in die Kolonne zu drängeln ist gefährlich, denn 30 Tonnen brauchen länger, um beim Bremsen zum Stehen zu kommen“, fügt er hinzu.

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