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Klinikum erhält neue Geschäftsführung

Lauchhammer. Die bevorstehende Sanierung des Klinikums Niederlausitz nimmt weiter konkrete Form an. Nachdem der Landkreis derzeit nach einem geeigneten Miteigentümer für eine strategische Partnerschaft sucht, folgt nun der nächste Schritt: Ab Januar 2020 soll das vom Landkreis beauftragte renommierte Beraterunternehmen WMC Healthcare GmbH (WMC) aus München den anstehenden Prozess der Umgestaltung federführend begleiten. Darauf verständigten sich der Landkreis und der bisherige Geschäftsführer Uwe Böttcher. Aufsichtsrat und Gesellschafterversammlung fassten jetzt die entsprechenden Beschlüsse.

„Es kann und wird gelingen, das Klinikum zukunftsfähig aufzustellen. Diese Botschaft möchte ich dieser Tage insbesondere auch in Richtung der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Klinikums senden, die trotz der Anspannungen der vergangenen Monate ihre Arbeit motiviert und engagiert leisten. Mit WMC haben wir einen erfahrenen Partner an der Seite, der das Klinikum in den kommenden Wochen und Monaten auf dem eingeschlagenen Weg bestmöglich begleitet“, zeigt sich Landrat Siegurd Heinze optimistisch.

Spezialisiertes Beratungsunternehmen

Böttcher übergibt die Geschäftsführung zum 1. Januar 2020 an den Geschäftsführer von WMC, Prof. Christian Wallwiener und seinen Kollegen, Principal Tobias Vaasen. Das Unternehmen ist spezialisiert auf Beratungs- und Managementleistungen im Krankenhaus- und Gesundheitswesen und verfügt über tiefgreifende Erfahrungen mit Leistungserbringern, Kostenträgern und Medizintechnikunternehmen. Das 90 Mann starke Team gilt in der Branche als Top-Beratungsunternehmen und hat in den zurückliegenden Jahren zahlreiche Kliniken erfolgreich durch wirtschaftlich schwierige Phasen begleitet. Zu den Klienten von WMC gehören Krankenhäuser, Krankenkassen sowie Pharma- und Medizin­technik­unternehmen. Seit November ist das Unternehmen im Auftrag des Landkreises im Klinikum an den Standorten Senftenberg und Lauchhammer im Einsatz, um die einzelnen Geschäftsbereiche zu analysieren und in einem entsprechenden Bericht Sanierungspotenziale aufzuzeigen. Im Ergebnis wird eine Handlungsstrategie erstellt, um das Klinikum stabil und gut gewappnet für heutige und zukünftige Anforderungen auszurichten.  

Uwe Böttcher geht

Uwe Böttcher verlässt nach 18-jähriger Tätigkeit das Unternehmen um sich zukünftig neuen Aufgaben widmen zu können. Bis Ende Januar 2020 übergibt er im Rahmen einer geordneten Übergabe die laufenden Geschäfte an WMC. „Die Zusammenarbeit mit WMC in den vergangenen Wochen war vielversprechend. Für die aktuelle Situation des Klinikums ist dieses Beratungsunternehmen der richtige Partner“, ist Uwe Böttcher überzeugt. Neben der Geschäftsführung des Klinikums tritt er auch die Tätigkeit in der Gesundheitszentrum Niederlausitz GmbH und der Gesundheitszentrum Calau GmbH ab. Hierfür werde es ebenfalls Neubesetzungen geben, die jedoch noch zu finden sein werden. 

Zwingend notwendige Neuausrichtung

Landrat Heinze: „Uwe Böttcher hat in den zurückliegenden Jahren viel geleistet. Er hat insbesondere in den vergangenen Monaten wichtige Maßnahmen und Sanierungsprozesse angeschoben und fungierte als Bindeglied zwischen Klinikum und Mitarbeitern zum einen, aber auch hin zu zahlreichen externen Akteuren. Er übergibt ein medizinisch breit aufgestelltes Klinikum mit hohem Potenzial für eine erfolgreiche Sanierung. Mit der Entscheidung, von der Geschäftsführung zurückzutreten, ebnet er den Weg für die zwingend notwendige Neuausrichtung des Klinikums und stützt den eingeschlagenen Weg, der somit konsequent weiter beschritten wird.“

Sonderkreistag im Februar

Bereits im Februar möchte Heinze im Rahmen eines Sonderkreistages über die Ergebnisse der Gespräche zur Partnersuche informieren. Ziel ist es, noch im Jahr 2020 gemeinsam mit dem dann strategischen Partner eine konkrete Sanierungsstrategie zu entwickeln und umzusetzen. Die Grundlage dafür bilden die Ergebnisse der Unternehmensanalyse von WMC. Auch die Geschäftsführung werde dann entsprechend neu aufgestellt.

Hintergrund

Ausgangslage für die Entwicklungen um das Klinikum in den zurückliegenden Wochen und das Drängen der Kreisverwaltung auf eine zeitnahe Sanierung bildete das erneut zu erwartende negative Jahresergebnis 2019 und die ebenfalls schlechte Prognose für das kommende Jahr. Um das Klinikum zahlungsfähig zu halten, unterstützt der Landkreis derzeit bei Bedarf mit einem Kredit. Dieser musste zuletzt von zwei auf fünf Millionen Euro erhöht werden.

(PM/Landkreis Oberspreewald-Lausitz und Klinikum Niederlausitz GmbH)

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