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„Fokussiere mich nur auf meine Stärken«

Senftenberg. Zur 9. Explosion Fight Night verwandelt sich die Niederlausitzhalle Senftenberg in eine Kampfsportarena. Den Hauptkampf bestreitet Nubia-Fighter Charlie Feike. Der 24-Jährige aus dem Verein Nubia-Sport Mainz bereitet sich intensiv auf seinen Kampf am 6. April vor und ist hier im WochenKurier-Gespräch.

Seit wann bereiten Sie sich gezielt auf den Kampf vor?

In der Planung meines Trainings versuche ich mich, nicht gezielt auf einen festen Termin zu fokussieren und nur darauf zu trainieren. Für mich ist es wichtig, ständig auf einem guten Fitnesslevel zu sein, sodass ich auch kurzfristig Kämpfe annehmen könnte und bereit bin. Allerdings erhöhe ich die Trainingsintensität schon deutlich vor feststehenden Kämpfen. Etwa drei bis vier Wochen vor dem Kampf steigere ich die Anzahl der Einheiten von etwa sechs auf etwa zehn bis elf pro Woche.

Wie unterscheidet sich dieses Training vom normalen Training?

Wir arbeiten mit meinem Trainer weniger an den komplexen Techniken, sondern erhöhen das Tempo beim Pratzentraining und den Konditionseinheiten.

Wie viel Stunden schwitzen Sie dafür im Ring beziehungsweise im Kraftraum?

In der Regel bleibe ich stetig bei meinen sechs Einheiten in der Woche. Hinzu kommen Lauf- und Sprinteinheiten. Über die Kampfpausen, wie beispielsweise der Weihnachtszeit versuche ich den Fokus explizit auf das Krafttraining zu legen. Ansonsten sind die Wochenabläufe aber regelmäßig gleich und unterscheiden sich nur in den Nuancen. Wie schon erwähnt erhöht sich einzig und allein die Anzahl der Einheiten vor den Kämpfen. Eine Einheit kann dabei, je nach Intensität, schon von ein bis zwei Stunden Dauer sein.

Inwieweit spielt Ihr Gegner für den Kampf eine Rolle im Training? Versuchen Sie etwa, Ihr Kampf-Konzept an ihm anzupassen?

Nein, ich fokussiere mich nur auf meine Stärken. Ich habe mich einmal vor einem Kampf zu stark mit meinem Gegner beschäftigt. Das ging voll nach hinten los und ich war viel zu sehr von mir selbst abgelenkt und überhaupt nicht frei im Kopf. Seitdem konzentriere ich mich nur auf mich selbst und arbeite an meinen
Schwächen.

Müssen Sie hinsichtlich des Kampfes während der Explosion Fight Night etwas bezüglich Ihrer Ernährung beachten?

Grundsätzlich ernähre ich mich schon sehr bewusst. Auch vor den Kämpfen achte ich auf eine ausgewogene und gesunde Ernährung. Allerdings gehören für mich auch vereinzelt Tage dazu, an denen ich das alles vernachlässige und mir etwas gönne. Ich finde, so etwas braucht man auch einfach einmal. Für mich ist es absolute Erholung und Regeneration, einmal aus dem Vollen schöpfen zu können und ordentlich zu schlemmen. Allein für die persönliche Psyche finde ich es für mich wichtig. Man kann sich bei dem Trainingspensum nicht immer nur alles verbieten, sondern darf auch gern einmal etwas abseits vom Gesunden „naschen“. Solange das Verhältnis stimmt ist es, denke ich, kein Problem. Aber das sollte jeder Sportler für sich selbst herausfinden.

Sport verlangt immer Disziplin und Ehrgeiz. Wie gehen Sie mit Tagen um, wo Sie absolut kein Bock auf das Training haben? Lassen Sie es ausfallen oder besiegen Sie den inneren Schweinehund?

Nein, gerade an den Tagen wo ich keine Lust habe, zwinge ich mich ins Training. Ich finde, dass man genau an diesen Tagen die größten Fortschritte macht und nach solchen Einheiten, bin ich mir selbst jedesmal dankbar, den „ersten Schritt“ vor die Tür gemacht zu haben.

Wann hören Sie mit dem gezielten Training für den Kampf während der Explosion Fight Night auf?

Etwa drei bis vier Tage vor dem Termin beende ich das explizite Training, bis auf ganz lockere, kurze Laufeinheiten und Schattenboxen.

Wie schaffen Sie es, dass Sie unbeschadet durch die Erkältungs- und Grippezeit durchkommen? Ein Großteil der Wettkampfvorbereitung für den 6. April liegt ja gerade in dieser Zeit.

Das schaffe auch ich nicht. Ende Januar, Anfang Februar hat es auch mich erwischt. Ich höre dann einfach auf meinen Körper und arbeite viel an meinen Techniken, bis ich merke, dass ich das Tempo wieder anziehen kann.

Wie groß ist Ihre Vorfreude auf die 9. Explosion Fight Night?

Die Explosion ist eine super organisierte Veranstaltung und man kann sich auf Absprachen bestens verlassen. Der Veranstalter hat alles bestens im Griff und startet schon sehr früh mit Werbemaßnahmen sowie der Organisation der Kämpfe. Das macht diese Veranstaltung höchst professionell und setzt hervorragende Zeichen für unseren Sport. Da die Region meine alte Heimat ist, habe ich selbst natürlich sehr viel persönliche Vorfreude. Zudem motiviert es mich sehr, dieses Jahr für das Projekt #FightforZoe kämpfen zu können und die Region auf die damit verbundenen Themen aufmerksam zu machen.

Warum sollte man in seinem Leben mindestens einmal als Kampfsportler während der Explosion Fight Night in Senftenberg im Ring gestanden haben?

Dabei zitiere ich einfach mal einen der berühmtesten Boxer der Welt, Mike Tyson. „Everybody has a plan, until they get punched in the face“. Jeder kann Trainingsweltmeister und von sich selbst extrem überzeugt sein. Erst im Ring zeigt sich das wahre Können und ob man denn den ganzen Faktoren, welche zum Kampftag dazugehören, gewappnet ist. Deswegen hat jeder einzelne Kämpfer, abgesehen vom Ergebnis, schon viel Respekt verdient, wenn er sich allein dieser Atmosphäre stellt und den Schritt in den Ring wagt.

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HCR: Sieg zum Saisonabschluss

Großröhrsdorf. Nachdem 446 Zuschauer ein wahres Handballfest in der ersten Hälfte erlebten, wurde es zum Ende noch einmal eng. Der HC Rödertal rettete gegen den TuS Lintfort nach 60 Minuten einen 29:27 (19:10) Sieg. Zum ersten Mal nach langer Verletzungszeit stand Brigita Ivanauskaite wieder im Kader von HCR-Coach Frank Mühlner. Trotz Anwurf für die Gäste feierten die Bienen den ersten Torerfolg der Partie. Nach einem Fehlpassvon Lintfort trieb Tammy Kreibich (4 Tore) den Ball in Richtung des gegnerischen Tors und versuchte selbst abzuschließen. TuS-Torfrau Sabrina Romeike konnte den strammen Wurf nur nach vorne abklatschen lassen, wo Thilde Boesen(1 Tor) bereit stand und zum 1:0 einnetzte. Kurz danach bekam die Kreisläuferin eine Zeitstrafe. Den daudrch vorhandenen Platz nutze Lintfort zum 1:1-Ausgleich. Nachdem die Bienen durch Egle Alesiunaite (4 Tore) wieder in Front gingen, verwertete der TuS zwei Konter zur Führung (2:3 nach acht Minuten). Der HCR war unbeeindruckt –Kreibich und Jessica Jander (3 Tore) erzielten die Tore zum 4:3. Nach dem erneuten Ausgleich übernahm die Mühlner-Sieben das Geschehen auf der Platte und setzte sich mit einem 3:0-Lauf auf 7:4 ab. Der HC Rödertal spielte wie entfesselt. Dererfolgreich abgeschlossene Tempo-Gegenstoß durch Meret Ossenkopp (4 Tore) bedeutete die 11:6-Führung (19. Minute). Die Fans waren begeistert und feierten ihre Mannschaft. In der 21. Minute parierte die wieder glänzend aufgelegte Torfrau Ann Rammer einen Strafwurf der Gäste. Eine Minute später erhöhte Rabea Pollakowski (2 Tore) nach einem Ballgewinn von Victoria Hasselbusch auf 14:8. TuS-Trainerin BettinaGrenz-Klein zog die grüne Karte, um ihre Mannschaft, die völlig von der Rolle war, neu einzustellen. Es brachte nichts ein – die Bienen vergrößerten den Vorsprung mit einem 4:1-Lauf auf 18:9 (28. Minute). Kamila Szczecina (2 Tore)verwertete kurz vor dem Pausenpfiff noch einen Abpraller von Ossenkopp zum 19:10-Zwischenstand. Der HCR war früh aus der Kabine zurück. Ossenkopp eröffnete den zweiten Durchgang mit dem 20:10 nach einem Tempo-Gegenstoß. Julia Mauksch (7/3 Tore) erzielte in der 34. Minute mit einer sehenswerten Einzelaktion das 22:12. Im direkten Gegenzug verkürzte der TuS mit zwei Toren auf 22:14. Die Gäste steckten noch nicht auf und agierten besonders in der Abwehr deutlich aggressiver. Nach 40 Minuten hatten sie sich wieder auf 23:16 herangepirscht. Bienen-Coach Mühlner reagierte und zückte seine zweite grüne Karte. Trotzdem verkürzte Lintfort auf 23:17. Dann hatte Mauksch jede Menge Platz und erhöhte den Vorsprung wieder auf sieben Tore (24:17 nach 43Minuten). Die Gäste sahen ihre Chance. Bis zur 51. Minute war der Vorsprung auf 26:21 geschmolzen.Acht Minuten vor dem Ende durfte Isabel Wolff jubeln, als sie den Ball zum 28:22 über den Block in den Winkel hämmerte. Nach einem 3:0-Lauf war die Mannschaft von Grenz-Klein beim 28:25 in der 55. Minute wieder in Schlagdistanz. Die Fans im Bienenstock spürten, dass die Mannschaft ihre Unterstützung brauchte und erhoben sich von den Sitzen. Die Routiniers Rammer und Alesiunaiteavancierten in der Schlussphase der Partie zu den Matchwinnern. Zunächst parierte die Torfrau einen Strafwurf von Loes Vandewal. Im Gegenzug machte Alesiunaite mit dem 29:25 den Deckel auf die Partie. Den Gästen gelangen in der Schlussphase noch zwei Treffer zum 29:27-Endstand. Nach Abpfiff lagen sich Spielerinnen und Offizielle in den Armen und feierten den langersehnten Sieg. Besonders in der ersten Hälfte spielte die Mühlner-Sieben entfesselt auf und ließ die zuletzt schlechten Vorstellungen in Vergessenheit geraten. In der zweiten Halbzeit verwalteten sie bis zum Ende den großen Vorsprung. Somit beendeten die Rödertalbienen die Saison auf dem neunten Tabellenplatz. HCR-Trainer Frank Mühlner: „Für meine Mannschaft und die Fans ist es natürlich super, dass wir die Saison so beenden konnten. In der ersten Halbzeit haben wir endlich wieder richtig guten Handball gespielt und uns nur auf uns fokussiert. Mit dem großen Vorsprung im Rücken konnte ich dann auch durchwechseln, um fast allen Spielerinnen Einsatzzeit zu geben. Wir beenden die Saison auf einem einstelligen Tabellenplatz. Mit der Rückrunde können wir aber nicht zufrieden sein. Daraus müssen wir unsere Lehren ziehen.“ Florian Triebel Nachdem 446 Zuschauer ein wahres Handballfest in der ersten Hälfte erlebten, wurde es zum Ende noch einmal eng. Der HC Rödertal rettete gegen den TuS Lintfort nach 60 Minuten einen 29:27 (19:10) Sieg. Zum ersten Mal nach langer Verletzungszeit stand…

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