Peter Aswendt

Ein Hase vom anderen Stern

Senftenberg. Die Familienkomödie „Hase Hase“ feierte jetzt im großen Saal der „neuen Bühne Senftenberg“ Premiere. Eine lange Schlange an der Abendkasse zeigt das große Interesse der Theaterfreunde an der leichteren Unterhaltung.

Die französische Autorin Coline Serreau schrieb schon vor mehr als 30 Jahren das Stück „Hase Hase“. Nach den Attentaten in Paris überarbeitete die Autorin das Stück und passte die Charaktere der heutigen Zeit an. Aber keine Angst: Trotz aktueller Bezüge und der einen oder anderen tragischen Situation gibt es genug, um die Lachmuskeln zu strapazieren. Die von Johanna Schall inszenierten Aufführung erzeugt beim Publikum eine mitreißende Atmosphäre, die nicht zuletzt auch durch die Spielfreude der Schauspieler befeuert wird. Szenenapplaus und zum guten Schluss stehende Ovationen und einen Beifallssturm, den es schon lange nicht mehr im großen Saal der neuen Bühne gab, war der Lohn.

Beginn der familiären Katastrophe

In der bürgerlichen Familie Hase führt Mama Hase (Nicole Haase) das Zepter. Sie hält die Familie zusammen und verwöhnt den Jüngsten, der den Vornamen Hase bekommen hat, also mit Vor- und Zunamen Hase Hase heißt. Hase Hase wird von Tom Bartels in seiner ureigensten komödiantischen Art gespielt. Mit zwei mächtigen Schneidezähnen und großen Ohren scheint er nicht von dieser Welt zu sein. Aber daran denkt keiner, denn die Welt der Hases scheint in Ordnung zu sein. Der älteste Sohn Bébert (Robert Eder) studiert Medizin, der Zweite mit Namen Jeannot (Michael Zehentner) arbeitet in Brüssel, Tochter Marie (Anja Kunzmann) ist gut verheiratet und die jüngere Tochter Lucie steht kurz vor der Hochzeit. Also alles gut im Hasenbau, der von Ulrike Reinhard (Bühnenbild) schräg aber kuschelig hergerichtet wurde. Aber wie immer im Leben kommt es anders und das Drama beginnt schon an der Wohnungstür. Für Mama Hase ein Schock, für das Publikum ist es hochamüsant, wenn es an der Tür klingelt und ein Hase nach dem anderen den kleinen Hasenbau bevölkert. Und die familiäre Katastrophe beginnt.

Herbe Schläge gegen Familienidylle

Der Zuschauer ist Mama Hase immer ein kleines Stück voraus. Ein gekonntes Zwischenspiel friert mit einem Schnappschuss die Szene ein. Ein Kameraklicken und der Zuschauer erfährt das Warum, noch bevor es Mutter Hase weiß, was auf sie zukommt. So ist das Publikum im Bild, dass Hase Hase doch ein Alien ist, dass Vater Hase keinen Job mehr hat oder Sohn Bébert Cyber-Hacker ist. Für Mutter Hase sind die scheibchenweise hervorkommenden Wahrheiten herbe Schläge gegen die Familienidylle. Als dann Tochter Lucie mit einem Kopftuch erscheint, spricht Mama Hase ein Machtwort und es wird klar, wer den Hasenbau regiert.

Weltpolitische Themen

Das Stück zeigt neben allen komödiantischen Höhenpunkten auch schonungslos wie aktuelle politische Ereignisse selbst die kleinste Zelle der Gesellschaft, die Familie, verändern können. Weltpolitische Themen wie Flüchtlinge oder Terrorismus sind allgegenwärtig. Der Zuschauer erfährt in vielen Dialogen eine besondere Tiefgründigkeit, wird aber sofort mit komödiantischen Elementen in die Lachzone zurückgeholt.

Nicht von dieser Welt

Als dann der große Knall kommt, Bébert verhaftet wird und Hase Hase verschwunden scheint, sieht es so aus, als das auch Mama Hase die Kräfte verlassen. Doch keiner hat damit gerechnet, dass Hase Hase als waschechter Alien seine Familie rettet.

Komödie mit Überbiss

„Hase Hase“ – eine Familienkomödie mit Überbiss, die aber auch viele aktuelle Bezüge hat. Johanna Schall hat ein Ensemble auf die Bühne gebracht, das mit Leidenschaft, Witz und schauspielerischen Können das Publikum begeistert. Es fällt schwer jemanden herauszuheben, aber Mama Hase sollte doch einen kleinen Sockel bekommen – sie war so, wie Mütter eben sind.

Aufführungen:

• Freitag, 12. April, 19.30 Uhr

• Samstag, 20. April, 19.30 Uhr

• Samstag, 4. Mai, 19.30 Uhr

• Theater „neue Bühne Senftenberg“

Artikel kommentieren

Bisher gibt es noch keinen Kommentar zu diesem Artikel.

Verdächtiger Geruch löst Feuerwehreinsatz aus

Bautzen. Ein Bewohner eines Mehrfamilienhauses an der Wendischen Straße in Bautzen rief am Sonntagnachmittag die Polizei, weil es aus einer Nachbarwohnung verdächtig nach Schwefel roch. Der 47-jährige Mieter dieser Wohnung bekam daraufhin Besuch von der Polizei. Wie sich herausstellte, hatte der Mann versucht, mit organischem Schwefel eine Bleilegierung zu trennen. Seinen Angaben nach sei er Hobbychemiker und Buntmetallsammler. In der Wohnung befanden sich neben Unmengen von Gesteinen und Metallen auch verschiedene Chemikalien in diversen Behältnissen. Wie die Polizei weiter mitteilt, war die Wohnung in einem sehr schlechten Zustand und in der Küche stark verrußt. Der Bewohner erklärte das mit einer Verpuffung, zu der es um Pfingsten bei seinen Experimenten gekommen sei. Die hinzugerufene Feuerwehr überprüfte mit Spezialkräften die Wohnung und die gelagerten Chemikalien. Eine Messung ergab, dass keine gesundheitsgefährdenden Stoffe ausgetreten waren. Eine Gefahr für Anwohner bestand nicht. Die Beamten sicherten die Wohnung. Kriminalisten übernahmen die Ermittlungen. Verbotene Substanzen konnten nach ersten Überprüfungen nicht festgestellt werden. Die Maßnahmen der Polizei dauern an. Am Montagvormittag erfolgte durch die Feuerwehr Bautzen und eine Spezialfirma die Beräumung der Wohnung.Ein Bewohner eines Mehrfamilienhauses an der Wendischen Straße in Bautzen rief am Sonntagnachmittag die Polizei, weil es aus einer Nachbarwohnung verdächtig nach Schwefel roch. Der 47-jährige Mieter dieser Wohnung bekam daraufhin Besuch von der…

weiterlesen