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Drei heiße Sommer wären außergewöhnlich

Lindenau. Wir können das Wetter nicht selbst gestalten, sondern nur beobachten. Dipl.-Landwirt Rudolf Kupfer aus Lindenau macht das seit vielen Jahren in seiner Freizeit. Er fasst das Wetter 2019 zusammen und wagt eine Prognose für 2020.

»Das Dramatische war der Sommer im vorigen Jahr, mit andauernder Hitze und Trockenheit. Das hat teilweise eine Steppenlandschaft in der Lausitz hinterlassen und die Natur und den Menschen vor großen Problemen gestellt. Teiche mussten notgefischt werden, in der Landwirtschaft sind teilweise Kulturen verdörrt, die Ernte war schon im Juli fast abgeschlossen und der zweite Wiesenschnitt ist auf dem Halm vertrocknet«, fasst Kupfer zusammen.

Wunder der Natur

Doch die Natur ist stark. »Umso erstaunlicher, dass der Herbst mit gut verteilten Niederschlägen und normalen Temperaturen das alles wieder verändert hat. Die Wiesen wurden wieder grün, wurden wiederbelebt und zeigten sich wie eine grüne Oase. Ein schönes Wunder der Natur. Und das macht Hoffnung, dass sich die Natur nach solchen großen Belastungen wie dem Sommer 2019 immer wieder erholen kann.« Natürlich seien der Grundwasserspiegel und die Pegel der Flüsse noch nicht aufgefüllt. »Dafür müsste es jetzt über einen längeren Zeitraum dauerhaft leicht regnen, damit der Boden durchfeuchtet wird und Wasserreserven angelegt werden können.«

Wieder zu wenig Regen

Wie Kupfer informiert, hatten wir im vergangenen Jahr in der Lausitz die Monatsnorm von 626 Millimeter Regen auf dem Quadratmeter nicht erreicht. Es fehlten im Durchschnitt etwa 200 Millimeter Niederschlag. Insgesamt gibt es 17 Messstellen im Landkreis Oberspreewald-Lausitz. Mit 358 Millimeter verzeichnete die Messstelle in Zinnitz den geringsten Jahresniederschlag. Mit 582 Millimeter nimmt die Messstelle in Lauchhammer den Spitzenplatz ein. Die Messstelle im Senftenberger Buchwalde kommt auf eine Jahresniederschlagsmenge von 502 Millimeter.

»Die Differenziertheit zwischen den einzelnen Dörfern und Gemeinden im Kreis ist hier sehr groß. Vor allem Gewitterschauer gehen sehr lokal herunter und sorgen für große Unterschiede - etwa zwischen Tettau und Lauchhammer. Vor der Schwarzen Elster regnet es oft ab. Lauchhammer hat so oft mehr Niederschlag als Tettau. Insgesamt haben wir ein starkes Nord-Süd-Gefälle.«

Zwischen Gewitter- und Regenwolken gab es reichlich Sonnenlicht. Insgesamt waren es im vergangenen Jahr 1?946 Sonnenstunden - 118 Prozent über der Norm. »Die Urlauber im Lausitzer Seenland haben sich gefreut, und auch der Wein ist gut gewachsen«, sagt Kupfer.

Schnee kommt noch

Jetzt im Winter fehlt noch der Schnee. An dem glaubt Rudolf Kupfer fest: »Ich gehe davon aus, dass wir in diesem Jahr wieder Schnee bekommen. Im Februar kann noch viel passieren. Wir hatten auch schon einmal im März unheimlich viel Schnee.«

Wie der Hobbymeteorologe sagt, braucht schon allein die Natur diese winterliche Auszeit, um zur Ruhe zu kommen. »Doch leider fehlen bei uns diese Frosttage. Im vergangenen Winter hatten wir nur fünf Eistage mit ganztägigem Frost. So wenige hatten wir noch nie. Bisher waren es immer um die 15 bis 20 Eistage im Winter.« Übrigens: Die extremste Tagestiefsttemperatur 2019 gab es am 22. Januar mit minus elf Grad Celsius.

Mit Blick auf den kommenden Sommer 2020 bleibt Rudolf Kupfer gelassen. »Es gibt immer einen Ausgleich über die Jahre. Es wäre außergewöhnlich, wenn drei heiße Sommer hintereinander kommen würden. Man kann einen trockenen Sommer nicht ausschließen, aber die Wahrscheinlichkeit dafür ist sehr gering.«

Weitere Wetterdaten 2019

• Am 15. Juni 2019 gab es im Landkreis Oberspreewald-Lausitz (OSL) einen Tropentag mit ganztägig über 20 Grad Celsius.

• Im Jahr 2019 gab es insgesamt 31 Hitzetage mit Temperaturen über 30 Grad Celsius.

• Insgesamt gab es 38 Sommertage mit Temperaturen über 25 Grad Celsius.

• Im Jahr 2019 gab es 83 Nächte mit Frost.

• Am 4. März 2019 gab es einen Sturm im Landkreis OSL mit einer Windstärke 9.

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