Peter Aswendt

»Danke, für ein Stück meines Lebens«

Senftenberg. Schauspielerin Annekathrin Bürger betrat noch einmal die Bühne und hat sich in das Goldene Buch der Stadt Senftenberg verewigt. Die 82-Jährige ist dafür gern nach Senftenberg zurückgekommen.

»Ich komme immer wieder gerne hierher zurück«, gesteht die 82-jährige Schauspielerin. »Ich habe eine schöne Zeit verbracht und schließlich auch die Liebe meines Lebens gefunden«, spielt sie mit ihrem Geständnis auf ihre Ehe mit Rolf Römer. Die Aufführung von Schillers »Die Räuber« am damaligen Theater der Bergarbeiter ist noch heute legendär. Dies alles und ihr Lebenswerk veranlasste die Stadtväter von Senftenberg dazu, Annekathrin Bürger mit einem Eintrag in das Goldene Buch der Stadt Senftenberg zu ehren.

Viele schöne Erlebnisse

Welcher Ort wäre da besser geeignet, als das Senftenberger Theater. So betrat die große Schauspielerin noch einmal die Bühne, auf der sie so viele schöne Erlebnisse hatte, wie sie es selbst formuliert. Im Beisein vom Intendanten des Theaters »neue Bühne Senftenberg«, Manuel Soubeyrand, und des Bürgermeisters der Stadt Senftenberg, Andreas Fredrich, vollzog sie in ihrer ganz eigenen liebenswerten und eleganten Art den Eintrag.

Hauptrolle mit 18 Jahren

Bereits mit 18 Jahren bekommt Annekathrin Bürger ihre Hauptrolle in dem DEFA-Spielfilm »Eine Berliner Romanze«. Mit diesem Film und der Liebesgeschichte »Verwirrung der Liebe«erlangte sie in kürzester Zeit eine große Popularität in der damaligen DDR. In der TV-Verfilmung »Wolf unter Wölfen« nach dem Roman von Hans Fallada war sie als »Petra Ledig« erfolgreich.

In Senftenberg freigespielt

Der schnelle Erfolg in jungen Jahren forderte auch seinen Tribut: »Ich wechselte vom ersten Engagement am Deutschen Theater zum Theater der Bergarbeiter nach Senftenberg, um mich freizuspielen«, erinnert sie sich. Den Schritt, den nicht alle ihrer Kollegen damals nachvollziehen konnten, war für Annekathrin Bürger logisch: »Das Senftenberger Theater war wie ein Nachwuchszentrum für das Deutsche Theater. Ich konnte mich hier in Senftenberg freispielen«, erzählt sie.

Drei Spielzeiten am Theater

Drei Spielzeiten verbrachte sie am Theater der Bergarbeiter in Senftenberg. Hier spielte sie die klassischen Rollen junger Frauen, wie zum Beispiel »Rose Bernd« von Gerhart Hauptmann. Neben der schauspielerischen Erfahrung - »das Theaterspielen ist härter als Filmen« - ist das Wertvollste, was sie aus Senftenberg mitgebracht hatte, ihr Mann Rolf Römer, den sie 1966 heiratete.

Bis zu dessen Unfalltod im Jahr 2000 ist Annekathrin Bürger mit ihm verheiratet. Beide waren sehr politisch engagiert. 1976 treten Annekathrin Bürger und Rolf Römer gegen die Ausbürgerung von Wolf Biermann aus der DDR auf. Ein Jahr später erwirken beide sogar einen Termin bei Erich Honecker und protestiert im persönlichen Gespräch gegen die Unterdrückung von Kollegen.

»Eine von uns.«

Andreas Fredrich würdigte in seiner Laudation auch das politische Engagement der Schauspielerin und schloss mit den Worten: »Sie ist eine von uns.«

Annekathrin Bürger bedanke sich in ihrer Rede mit den ergreifenden Worten: »Danke, für ein Stück meines Lebens.«

Sie ist nach Heinz Klevenow und Klaus Gendris bereits die dritte Person, die im Goldenen Buch der Stadt steht, die am Senftenberger Theater wirkte. Den ersten Eintrag in das Goldene Buch der Stadt Senftenberg hat Bürgermeister a.D. Klaus-Jürgen Graßhoff vollzogen.

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