Jannis Simons

„Ankerplatz“ für die Jugend wird zum Wettlauf gegen die Zeit

Ruhland. Der Christliche Verein Junger Menschen Ruhland (CVJM) e.V. möchte einen „Ankerplatz“ für Kinder- und Jugendliche aus den Ämtern Ruhland und Ortrand errichten. Das Projekt ist bereits im Gange, doch die Folgen der Corona-Pandemie verzögern die Arbeiten und stellen den Verein vor schwierige Herausforderungen.

Der CVJM Ruhland e.V. ist Teil einer weltweiten Jugendorganisation und gründete sich vor 26 Jahren. Der Verein macht soziale und außerschule Bildungsarbeit für Kinder und Jugendliche im Alter von 12 bis 19 Jahren. Dabei erhalten die Heranwachsenden neben verschiedenen Freizeitmöglichkeiten beispielsweise Unterstützung bei Hausaufgaben und Bewerbungen oder werden für ehrenamtliche Tätigkeiten sensibilisiert. „Wir bilden die Jugendlichen meist für die große Welt aus“, sagt Nele Schmidt, Jugendreferentin des Vereins, schmunzelnd. Aktuell ist der CVJM gerade dabei, im Herzen von Ruhland eine regionale Bildungs- und Begegnungsstätte für die Jugend aufzubauen. Das Projekt trägt den Namen „Ankerplatz“ und soll ein Ort werden, in dem Jugendliche sich angenommen und willkommen fühlen, unabhängig der sozialen Herkunft, Ethnien und Konfessionen.

Herausforderungen durch Folgen der Corona-Pandemie

In der Berliner Straße 12 laufen die Sanierungsarbeiten im Vereinshaus seit Frühjahr 2021. Dort soll es zukünftig u.a. einen multifunktionalen Jugendraum, ein Büro mit mehreren Arbeitsplätzen, einen größenvariablen Vereins- und Seminarraum, einen Rückzugsraum für Gespräche und eine Vereinsküche geben. Durch die Folgen der Corona-Pandemie ergeben sich für den CVJM jedoch immer größere Herausforderungen. Lag die ursprüngliche Budgetierung bei 500.000 Euro, liegt sie mittlerweile bei 800 bis 900.000 Euro. Die explodierenden Materialkosten sind der Hauptgrund. Firmen können ihre ersten Angebote meist nicht mehr einhalten.

Finanziert wird dieses Projekt hauptsächlich durch Förderprogramme sowie durch Sponsoren, private Darlehensgeber und Stiftungen. Selbst eine EU-Förderung gibt es, wodurch sich aber auch ein Wettlauf gegen die Zeit ergibt. Bis Frühjahr 2022 muss das Projekt nämlich abgeschlossen sein, ansonsten müsste das bereits geflossene Geld gegebenenfalls sogar zurückgezahlt werden, da die Förderperiode 2022 abläuft. Strenge Vorschriften gibt es aber auch bei Stiftungsgeldern. Manche dürfen speziell nur für den Innenausbau genutzt werden. Zurzeit gibt es aber auch Verzögerungen bei den Materiallieferungen, z.B. bei den Fenstern. Andere Firmen für den Innenausbau müssen darauf warten, ehe sie mit den notwendigen Arbeiten beginnen können. Das Geld, was schon da ist, kann somit teilweise noch gar nicht genutzt werden. 300.000 bis 400.000 € sind schon reingesteckt worden. Die Wände im Rohbau sind fertig, Elektriker haben Leitungen verlegt, eine Treppe und ein Dach im Hinterhaus wurden schon komplett erneuert. Rund 300.000 Euro fehlen aktuell noch.

Weitere Unterstützungsmöglichkeiten gesucht

„Es ist ein Herzensprojekt und für uns als Christen auch ein Glaubensprojekt“, so Nele Schmidt, die an allen Ecken und Kanten nach weiteren Finanzierungs- und Unterstützungsmöglichkeiten sucht. Parallel läuft die eigentliche Jugendarbeit, wie u.a. Mitarbeiterschulungen, Organisation und Durchführung von Jugendtreffs in anderen Räumlichkeiten, trotzdem weiter. „Kinder und Jugendliche brauchen für ihre gesunde Entwicklung, neben Elternhaus und Schule, Räume mit weitem Gestaltungsspielraum und Personen, die sie in ihrer selbstbestimmten Freizeitgestaltung verlässlich begleiten und gegebenenfalls herausfordern sowie Hilfsangebote unterbreiten. Hierfür wollen wir mit dem regionalen Jugendhaus Ankerplatz Angebote schaffen“, heißt es auf der Homepage des CVJM Ruhlands.

Info
Der CVJM Ruhland e.V. agiert vorrangig ehrenamtlich und finanziert sich vorwiegend durch Spenden privater Personen und teilweise durch Zuwendungen von öffentlicher Hand. Der Verein ist ständig auf Unterstützung in jeglicher Form angewiesen. Nähere Informationen unter: www.cvjm-ruhland.de

 

 

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