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Reporter auf Vereinsvisite

Finsterwalde. Es ist Günter Heppe und Jens Nobis anzusehen, dass ihnen etwas fehlt- ihr wichtigstes Hobby.

Allein sitzen der Vereinsvorsitzende Günter Heppe und Vorstandsmitglied Jens Nobis im großen Werkstattraum des Flugmodellsportvereins Finsterwalde e. V. am Rande des Segelflugplatzes. Wie für andere Vereine hat auch bei ihnen die Corona-Pandemie die normale Vereinsarbeit ausgehebelt. 33 Mitglieder zwischen 7 und 85 Jahre zählt der Verein. »Besonders tut weh, dass die Arbeit mit den neun Kindern und Jugendlichen des Vereins ruht«, steckt Günter Heppe den Finger in die Wunde.

Vor allem liegt den beiden Flugmodellsportlern am Herzen, dass ihr Hobby nicht als Spielerei betrachtet wird. »Modellflug ist komplex und verlangt kollektive Weisheit«, so Heppe. Er umfasst viele Bereiche vom Motorflug und Elektromotorflug über Hubschrauber bis zu Frei- und Segelfliegern. Ein paar Jahre vergehen schon, bis flugfähige Elemente gebaut werden können, machen die beiden Experten klar, dass neben Interesse und Begeisterung vor allem Durchhaltevermögen nötig ist.

Deshalb ist der Finsterwalder Verein stolz, 2020 einen von 12 Jugend-Förderpreisen bundesweit bekommen zu haben, wofür zusätzlich Bausätze und Material erworben werden konnte. Neben der Arbeit von vier Trainern, von denen sich Christian Zoch und Stefan Heppe vor allem um die Jugendarbeit kümmern, haben auch junge Modellsportler im Verein wie Maxim Möhring, Till Globig, Jonas Plützer und Anton Globig für die Ehrung gesorgt, denn sie konnten sich für den kommenden Bundesausscheid qualifizieren.

Natürlich haben vor allem Günter Heppe als Vorsitzender seit 2004 und Jens Nobis als Herr über die Finanzen alle Vereinsfäden in der Hand. Es geht um Modellfluggenehmigungen, Zulassungen durch die Luftfahrtbehörde und Kenntnisnachweise, die aktive Mitglieder benötigen. »Mit Jens Nobis haben wir ein Ass im Ärmel«, sagt Heppe und meint damit dessen Aufgabe als Modellflugreferent des Luftsportlandesverbandes Brandenburg, der bestens mit dem neuesten Wissensstand vertraut ist. Hier geht es auch um den Elektroflug als inzwischen innovativste Sparte der Modellfliegerei. Vorteile seien die Geräuschlosigkeit (auch mit Blick auf Anwohner) und dass es keine Emissionen gäbe. Zusätzlich muss sich der Verein mit der seit dem 1. Januar existierenden europaweiten Drohnenverordnung auseinandersetzen.

Man profitiere auch von der langen Tradition des Modellsports in Finsterwalde, wo der Modellsportclub seit 1953 an der Station Junger Techniker gepflegt wurde. Eine Urkunde aus dem Jahr 1932 vom Verein »Sturmvogel« belegt, dass der Flugmodellsport schon Jahrzehnte zuvor in Finsterwalde eine Heimat hatte. Jetzt seien neben den Jugendlichen vor allem die Mitglieder Ü 60 die Aktivsten im Verein wie Kurt Wohmann, der hervorragende Doppeldecker baue. »Im Altersbereich zwischen 30 und 60 fehlen uns Mitglieder«, wirbt die Vereinsspitze. Deshalb hofft man, bald wieder mit der Werkstattarbeit und Flugtagen loslegen zu können und sich bei Flugsporttagen oder beim Tierparkfest wieder der Öffentlichkeit präsentieren zu können. Vor allem hoffen Günter Heppe und Jens Nobis, dass die Kinder- und Jugendlichen wieder kommen und neue Interessenten mitbringen. Finanziell gäbe es keine großen Aufwendungen für den Nachwuchs. Als Verein sei man froh, die Räumlichkeiten am Segelflugplatz von der Stadt mietfrei nutzen zu können.

Kontakt

Freitag 16 bis 18 Uhr und Sonntag nach 17 Uhr am Vereinsstützpunkt Frankenaer Weg am Segelflugplatz (sobald Vereinsarbeit nach Corona möglich ist).

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