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Ein Heim für unsere Fellnasen

Herzberg. Die Pläne liegen bei Ilona Bonhoff seit Monaten in der Schublade – jetzt fehlt nur ein letzter Batzen Geld, damit der Landkreis wieder ein Tierheim bekommt.

Lange Zeit stand die ehemalige Fermerswalder Einrichtung, damals in Trägerschaft des Tierschutzvereins Elbe-Elster e.V., in der Kritik, bis ihr im Februar 2018 die Betriebserlaubnis endgültig entzogen wurde. Wie es damals hieß wegen schwerer Mängel, unter anderem der Nichterfüllung von tierschutzrechtlichen Anforderungen, Missachtung von Impfpflichten und undurchsichtiger Dokumentation über Herkunft und Verbleib der Tiere. Seither kümmert sich hier auch der Schutzverein »Tierhilfe Südbrandenburg«, dessen Chefin die Herzberger Anwältin Ilona Bonhoff ist, um obdachlose Samtpfoten und Fellnasen. »Wir brauchen dringend ein festes Haus, denn die Ehrenamtlichen unserer 19 Pflegestellen in Elbe-Elster und dem benachbartem Wittenberg arbeiten längst am Limit. Allein im vergangenen Jahr haben wir 350 Katzen an Familien vermittelt«, so Bonhoff gegenüber WochenKurier.

Ein Grundstück (22.000 Quadratmeter) haben die Tierschützer auch schon im Visier und wollen den Neubau bei Falkenberg/Uebigau hochziehen. Auch der Bauvorantrag sei in Sack und Tüten, der Landkreis säße mit in der Vier-Pfötchen-Arche, und der Architekt habe die Baukosten mit rund 450.000 Euro beziffert. Kein Pappenstiel für die 170 Mitglieder des Vereins und ohne Fördermittel oder Ideen wohl eine unlösbare Aufgabe.

Was die Fördermittel angeht, würden die zwar einen großen Teil der Baukosten abdecken, aber noch nicht ganz reichen. Die Finanzierungslücke soll jetzt, neben konventionellen Spenden, vermittels sozialer Netzwerke geschlossen werden. Das neumodische Zauberwort heißt »Crowdfunding« (Menschenmenge/Finanzierung) und die Plattform »www.99funken.de«, eine Initiative regionaler Sparkassen. Aus unserer Region haben sich dort auch der Dorfclub Ossak, das Holzhof-Center Elsterwerda und der Discogolfverein Finsterwalde registrieren lassen. Diese Form von »Schwarmfinanzierung« funktioniert erfolgreich aber nur, wenn sich innerhalb eines Zeitlimits genügend Unterstützer für ein Projekt begeistern können und die sogenannte »Schwellenmarke« erreicht wird.

Im Falle unserer Tierschützer sind das 100.000 Euro, die bis zum 19. November dieses Jahres eingeworben werden müssen. Bis zum Redaktionsschluss konnten zwar erst rund sechs Prozent erzielt werden, die Tierschützer dürfen aber noch etwa 70 Tage lang auf die Solidarität der Tierfreunde des Elbe-Elster-Landes bauen.

Spenden

  • Via »Crowdfunding«
  • Konventionell:Tierhilfe Südbrandenburg e.V. ,Sparkasse Elbe-Elster, IBAN: DE56 1805 1000 0201 0171 64

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Auf dem Moped durch die Oberlausitz

Spree. „Wer Bock hat, heute wieder Moped-Ausfahrt.“ So fängt die WhatsApp-Nachricht an, die fast jeden Sonntag durchklingelt, wenn es wieder heißt: die „alten“ Simson-Mopeds aus der Garage rauszuholen und auf Tour zu gehen. Seit dem 3. Mai 2020 brausen S50, Schwalbe, Sr2 und Krause Duo von Spree aus durch die schöne Oberlausitz. Zwei Stunden auf Strecken zwischen 35 und 65 Kilometern zum Sonntagnachmittag zu bekannten oder zu verborgenen Orten in der Heimat. Die Touren werden vom Organisator unter ein Motto gestellt, so dass die Teilnehmer auch vor und während der Fahrt rätseln können: „Wo geht es heute hin?“ Zum Beispiel: „Besichtigung einer in Europa geographischen Seltenheit“. Es geht zur Wasserscheide nach Geheege. Oder „Heute geht es hoch hinaus“. Es geht zum Monumentenberg nach Groß Radisch. Die Teilnehmerzahlen variieren zwischen drei und 15 Personen. Aber was festzuhalten ist, die DDR-Mopeds erfreuen jedes Alter. Der jüngste Mitfahrer ist gerade mal sechs Jahre alt und der älteste Fahrer feierte erst sein 66. Geburtstag. Am 13. September konnte die MAS (MopedAusfahrtSpree) so schon die 13. Ausfahrt in diesem Jahr durchführen. Bis Mitte Oktober soll in diesem Jahr mindestens noch jeden Sontag gefahren werden, sofern das Wetter mitspielt. Treffpunkt für die Touren ist immer sonntags um 13 Uhr an der Klotzholzscheune in Spree (Hähnichen).„Wer Bock hat, heute wieder Moped-Ausfahrt.“ So fängt die WhatsApp-Nachricht an, die fast jeden Sonntag durchklingelt, wenn es wieder heißt: die „alten“ Simson-Mopeds aus der Garage rauszuholen und auf Tour zu gehen. Seit dem 3. Mai 2020 brausen S50,…

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