Roberto Rink/Daniel Förster

Struppi besucht Steimle

Wiedersehen mit Hund Struppi von Schnellzeichner Taddeus Punkt: Uwe Steimle haucht der Kultfigur aus dem Sandmännchen-Abendgruß neues Leben ein.
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Andreas Fülfe (li.), Sohn von Heinz Fülfe alias »Taddeus Punkt«, gibt Struppi im StadtMuseum Pirna in die Obhut von Uwe Steimle. In »Steimles Welt« wird der Puppenfigur nun neues Leben eingehaucht.           Foto: D. Förster

Andreas Fülfe (li.), Sohn von Heinz Fülfe alias »Taddeus Punkt«, gibt Struppi im StadtMuseum Pirna in die Obhut von Uwe Steimle. In »Steimles Welt« wird der Puppenfigur nun neues Leben eingehaucht. Foto: D. Förster

Hund Struppi ist allen, die ihre Kindheit in der DDR erlebten, bekannt. Er ist das erste Tier im Kinderfernsehen des Ostens. Doch Struppi ist noch viel älter und entstammt der Hohnsteiner Puppenbühne um Max Jacob, wo er wohl in den 1930/40er Jahren erschaffen wurde. Berühmtheit erlangte die Puppenfigur, als sie von Heinz Fülfe (1920-1994) alias Schnellzeichner Taddeus Punkt zwischen 1959 und 1978 beim »Sandmännchen« gesprochen und geführt worden ist. Heinz Fülfe wuchs als junger Mann in Pirna auf, legte dort sein Abitur ab und lebte viele Jahre mit seiner Familie auf der Festung Königstein. Im Jahr 2020 zeigte das StadtMuseum Pirna eine Sonderausstellung anlässlich des 100. Geburtstages ihres Ehrenbürgers. Dies konnte realisiert werden, da das Museum eine umfangreiche Schenkung aus dem Nachlass des Puppenspielers – von Andreas Fülfe, dem Sohn Heinz Fülfes – erhielt. Darunter befanden sich die Handpuppen Fuchs und Elster, Flax und Krümel sowie auch Hund Struppi. Steimle trifft Heinz Fülfes Sohn Als Andreas Fülfe eine Episode von »Steimles aktueller Kamera« sah, nahm er Kontakt zum Dresdner Kabarettisten auf und sagte zu ihm: »Und ich kenn‘ noch den Struppi.« Der Sohn des Puppenspielers lud Steimle in das StadtMuseum Pirna ein, was momentan die von Andreas Fülfe mitgestaltete Ausstellung »Eulenspiegeleien« über den Karikaturisten Peter Ditt-rich zeigt. Dort fragt Steimle dann den Sohn Heinz Fülfes, ob er den Plüschhund bis Ende Juli für  seine Sendung ausleihen dürfte. Struppi zu neuem Leben erweckt Die Übergabe von Struppi an den Schauspieler erfolgte in »Steimles aktueller Kamera«. »Bist du schon aufgeregt?«, fragt Steimle die Handpuppe. »Ich freue mich, dass du bei mir bist. Da erzählen wir meinem Publikum ein paar Geschichten.« Ausgestrahlt werden die Episoden der Satire-Sendung jeden Sonntag auf dem Youtube-Kanal »Steimles Welt«. Am 27. Juni um 19 Uhr folgt bereits die 32. Episode. Nachdem schon andere Märchenwald-Bewohner, wie Herr Fuchs und Frau Elster oder Pittiplatsch und Schnatterinchen, an der Seite von Steimle gastierten, wird demnächst erstmals Struppi bei »Steimles Welt« zu neuem Leben erweckt. Auch ein gemeinsamer Ausflug zur Festung Königstein wird zu sehen sein. »Vom Fuße der Festungsmauern zeigte mir Heinz Fülfes Sohn die beiden Fenster, hinter denen er und seine Familie lange Zeit gewohnt haben«, berichtet Steimle. Und Struppi? »Der kommt übrigens nicht aus Struppen«, stellt Uwe Steimle fest. Struppi war »immer ein großer, weitherziger Erzähler, der mich selber in meiner Kindheit begleitet hat«, schwärmt Steimle. »Von ihm ist man verführt und durch die Puppen, die etwas Menschliches an sich hatten, ist man erst so richtig zum Menschen geworden.« Mit dem Wauwau in seiner Sendung wolle Steimle erinnern und reflektieren, »dass wir hier (in der früheren DDR) mit dem Herzen und viel Liebe gebildet wurden, ohne zu moralisieren«. Taddeus Punkt und Struppi seien im Fernsehprogramm sogar vor der Nachrichtensendung »Aktuelle Kamera« über die Bildschirme geflimmert. »Und jetzt kommt er in der Aktuellen Kamera«, stellt Schauspieler Steimle fest. »Da schließt sich der Kreis!«