André Schramm

Wilsdruffer Wahrzeichen: Wars das?

Wilsdruff. Für Generationen war der Sendemast in Wilsdruff die Erlösung von stundenlangen Autofahrten. »Fast geschafft«, hieß es dann immer. Nun ist die Antenne selbst am Ende – oder etwa nicht?

Tausend Mal vorbeigefahren und nie dort gewesen. Also rauf aufs Rad und ab nach Wilsdruff – über eine kleine Straße neben der A4, durch ein Waldstück, bis es nicht mehr weitergeht. Rechts ein altes Pförtnerhäuschen, linkerhand drei Wohnhäuser, geradeaus ein Tor und ein großzügiger 50er Jahre-Bau. Das Gelände am Funkturm ist abgezäunt, obendrauf sitzt Stacheldraht. Dahinter sind Pferde zu sehen. Alles wirkt sehr aufgeräumt, gepflegt. Man bekommt spätestens beim Anblick der Wachtürme eine leise Ahnung, wie wichtig das Sendezentrum Wilsdruff einmal gewesen sein muss. Hier oben befand sich eines der Funkämter der DDR samt Verwaltungsgebäude, Diesel- und Senderhaus. »Sicherheitsrelevante Infrastruktur«, sagt Jürgen Juhrig vom »Technikverein Sender Wilsdruff«. Selbst wer innerhalb des Geländes zum Turm wollte, brauchte eine spezielle Genehmigung.  Zwei Diesel-Schiffsmotoren zur Stromerzeugung, Werkstätten sowie Wasser- und Klärwerk – es wurde an alles gedacht. Kalter Krieg eben, lange her.

Kostet nur noch Geld

Von fünf Sendern auf dem Territorium der ehemaligen DDR, ist nur der in Wilsdruff übrig – noch. Anfang Februar erfuhr der Verein, dass der Eigentümer des Sendemastes die Rückbau-Genehmigung überraschenderweise erhalten hatte. Zuvor war das Ansinnen zwei Mal gescheitert. Seit 1995 stehen Turm und Gebäude aufgrund ihrer technisch- und baugeschichtlichen Bedeutung unter Denkmalschutz. Der Aufbau des Funkamtes Dresden am Standort Wilsdruff von 1952 bis 1954 verkörpert die Rundfunkgeschichte der frühen DDR, heißt es.

2013 wurde das letzte Mal gesendet. Seither kostet der ehemalige Mittelwellenmast, dessen Sendekraft einst bis Afrika reichte,  quasi nur noch Geld, laut Eigentümer einen sechsstelligen Betrag im Jahr – zu viel für ein regionales Wahrzeichen, und eine unzumutbare Belastung. Das musste am Ende auch das Landratsamt als untere Denkmalschutzbehörde einsehen. Die Besitzverhältnisse sind kompliziert: Die 153 Meter hohe Antenne ist Eigentum der Media Broadcast GmbH mit Sitz in Köln. Der Sockel samt Technikrondell darunter gehört der Deutschen Funkturm GmbH (Telekom-Tochter), das Land ringsum einem Privatmann. Zwischen ihm und den Vereinsmitgliedern herrscht allerdings Funkstille.

Bemühungen scheiterten

»Seit 2014 gab es mit dem Mast-eigentümer, dem Eigentümer des Grundstücks und dem Landesamt für Denkmalpflege Bemühungen die Erhaltung zu ermöglichen. Es wurden u.a. betriebliche Folgenutzungen, andere Funknutzungen, Werbemöglichkeiten, Höhenreduzierungen  und auch Zuwendungsmöglichkeiten erörtert. Ein für alle Beteiligten akzeptables Ergebnis konnte jedoch nicht erzielt werden, daher war die dauerhafte Erhaltung des Antennenrohrmastes ohne Nutzung und mit erheblichen Kosten dem Eigentümer nicht mehr zumutbar«, erzählt Bauamtsleiter Rainer Frenzel vom Landratsamt. Er verwies darauf, dass die Abrissgenehmigung nur für den Sendemast gelte und zwar die nächsten drei Jahre.

Letzter Strohhalm: Kauf

Jürgen Juhrig weiß, dass Heimatgefühle bei der Rettung der Antenne nicht helfen, nur ein nachhaltiges Finanzierungs- und Betreiberkonzept. Der Verein hat in Erwägung gezogen, den Turm zu kaufen. »Wir würden uns einem Verkauf der Antennenanlage nicht verschließen, wenn der Käufer die Kaution, die für die Kosten eines späteren Rückbaus beim Eigentümer des Grundstücks hinterlegt worden ist – 350.000 Euro – aufbringt. Bisher gibt es keinen potentiellen Käufer, der dies und die jährlichen Kosten in sechsstelliger Höhe stemmen möchte«, sagt ein Sprecher der Media Broadcast GmbH gegenüber WochenKurier. Den hohen Kosten stünden außerdem keine signifikanten Optionen für Einkünfte mit der Antennenanlage entgegen, hieß es weiter. Wie will der Verein das also schaffen?

Die Kaution, so erzählt Juhrig, könnte über eine Bürgschaft durch den Freistaat hinterlegt werden. Die Höhe der jährlichen Betriebs- und Instandhaltungskosten beziffert der Verein auf 50.000 Euro. »Dieses Geld könnte u.a. über Sponsoren, Mobilfunkunternehmen und Stiftungen eingeworben werden«, so Juhrig weiter. Der Vereins-Chef könnte sich gut ein Museums- und Schulradio vorstellen, auf jeden Fall aber eine öffentliche Nutzung. »So etwas gibt es schon in der Nähe von München«, meint er. Die Zeit rennt. Der Abriss ist noch dieses Jahr geplant, hieß es aus Köln.   

Hier gibt es eine Petition zum Erhalt des Funkturms.

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Augustusmarkt darf stattfinden

Dresden. Dresdens zweitgrößter Weihnachtsmarkt hat eine entscheidende Hürde zur Durchführung genommen: Matteo Böhme und Holger Zastrow, die beiden Veranstalter, halten ein bestätigtes Hygienekonzept in den Händen. Einfriedung des Areals, Einlasskontrollen, Kontaktnachverfolgung, eine moderate Entzerrung der Marktpagoden und eine deutlich größere Marktfläche sind die Eckpunkte dieses Konzepts. Markttreiben soll vom 25. November bis 3. Januar herrschen. Mit 120 Händlern, Gastronomen, Schaustellern und Angeboten ist der Augustusmarkt in Dresden der zweitgrößte, jüngste und zugleich  der einzige große Markt auf Neustädter Elbseite. Mit seiner modernen Gestaltung als internationaler Flanierweihnachtsmarkt zwischen Goldenem Reiter und Albertplatz sticht er in der sächsischen Weihnachtsmarktlandschaft hervor. Kennzeichnend sind seine 500 Meter lange Weihnachtsallee aus weiß-goldenen Pagoden, der berühmte Blaue Baum, die glitzernde Weihnachtstanne am Gomondai-Platz, die vielen gemütlich gestalteten Weihnachtsstuben und das nicht zu übersehende Riesenrad.   Was passiert, wenn... ? In Dresden hält man noch an der Durchführung von Striezelmarkt und der anderen thematischen Weihnachtsmärkte fest - im Gegensatz zu vielen anderen großen Städten, die ihre Weihnachtsmärkte bereits abgesagt haben wie Bautzen, Chemnitz und Nürnberg. Natürlich müsse man das Infektionsgeschehen weiter beobachten und kann nicht vorhersagen, was wann passiert. Aber „es ist falsch, die Waffen zu zeitig zu strecken“, sagte Holger Zastrow, Mitveranstalter des Augustusmarktes. „Der Marktzeitraum ist lang, für den Augustusmarkt sogar bis 3. Januar. Da kann in jede Richtung noch viel passieren. Außerdem ist die Ansteckungsgefahr im Freien viel geringer als in geschlossenen Räumen. Auf den Besuch von Märkten zurückzuführende Infektionen sind bislang nicht bekannt. Damit dürften Weihnachtsmärkte mit ihren genehmigten Hygienekonzepte mit die sichersten Orte weit und breit sein." Die Weihnachtsmärkte hätten zudem nicht nur eine enorme wirtschaftliche Bedeutung für sehr viele Akteure in der Region, sondern seien auch für die Seele und das Miteinander der Menschen ausgesprochen wichtig.  Dresdens zweitgrößter Weihnachtsmarkt hat eine entscheidende Hürde zur Durchführung genommen: Matteo Böhme und Holger Zastrow, die beiden Veranstalter, halten ein bestätigtes Hygienekonzept in den Händen. Einfriedung des Areals, Einlasskontrollen,…

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Gruselfaktor bei Halloween auf Hofewiese

Langebrück. Die Hofewiese in Langebrück lädt am Wochenende zum Familienhalloween ein. Unter dem Motto „Fröhlich Gruseln in der Heide" wurde das gesamte Landgut aufwendig dekoriert und mit Gruselfiguren ausstaffiert. Der Biergarten wird zum Gruselgarten. Was ist los? Kürbisse schnitzen, sich schminken lassen, an Feuerkörben stehen, Kürbissuppe, Knüppelkuchen, Hefeklöße essen, Glühwein und Kinderpunsc trinken - Höhepunkt ist der Samstag, 31. Oktober, mit Einbruch der Dunkelheit,  wenn Besucher in Corona-gerechten Kleinstgruppen auf schaurig-schöne Gruselwanderungen in die nahe Heide geführt werden. Wer Glück hat, trifft auf Hans Jagenteufel, den berüchtigten Reiter ohne Kopf. Die Sagengestalt treibt in dieser Zeit in der Dresdner Heide ihr Unwesen. Die Teilnahme erfolgt auf eigene Gefahr. Kostümierte Gäste sind sehr gern gesehen. Ausdrücklich werden wetterfestes Schuhwerk und entsprechende Kleidung empfohlen. Die Wanderungen werden getaktet. Teilnahmeberechtigungen sind am Samstag vor Ort erhältlich.  Am Sonntag (1. November) lädt die Reitschule von Claudia Bosert ab 14 Uhr zum Ponyreiten auf verkleideten Pferden ein und 15 Uhr ist das Puppentheater Vollmann mit einer neuen Kaspergeschichte zum letzten Mal in diesem Jahr zu Gast. Verkehrskonzept Zwischen 14 und 22 Uhr am Samstag sowie von 11 bis 19 Uhr am Sonntag pendelt im Halbstundentakt zwischen Klotzsche (Käthe-Kollwitz-Platz), Langebrück (Klotzscher Straße, Lindenhof, Sparkasse) und der Hofewiese ein kostenloser Bus-Shuttle der Stadtrundfahrt Dresden. Er fährt immer zur halben und zur vollen Stunde ab Klotzsche (Käthe-Kollwitz-Platz) und Langebrück. Coronaregeln Die Hofewiese ist am Reformationstag von 10 bis 22 Uhr und am 1. November von 10 bis 19 Uhr geöffnet. Der Zutritt zur Hofewiese ist wie immer eintrittsfrei, die Kapazitäten sind ausreichend. Allerdings gelten strengere Hygieneregeln. So müssen sich die Gäste zum Zwecke der Kontaktnachverfolgung registrieren, wobei ein Familien- bzw. Besuchergruppenmitglied ausreicht. Der Zugang zum Landgut erfolgt diesmal ausschließlich über den Eingang am Parkplatz (Gänsefuß). Ausklang und Winterbetrieb Mit Halloween stellt die Hofewiese ihren Biergarten auf Winterbetrieb um. Ab November ist die Freiluftwirtschaft wochentags wieder geschlossen, hat aber an den Wochenenden, an allen Feiertagen und zwischen den Jahren von 10 bis 17 Uhr geöffnet. Nur am 25. Dezember bleibt sie geschlossen. Die Saison endet voraussichtlich am 3. Januar 2021. Die Hofewiese in Langebrück lädt am Wochenende zum Familienhalloween ein. Unter dem Motto „Fröhlich Gruseln in der Heide" wurde das gesamte Landgut aufwendig dekoriert und mit Gruselfiguren ausstaffiert. Der Biergarten wird zum Gruselgarten. Was…

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