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Wird Strehla endlich wachgeküsst?

Strehla. Die Kleinstadt an der Elbe will seine touristische Wirkung aufbessern und wird jetzt Mitglied im Tourismusverband Elbland.

Für eine erfolgreiche Tourismusentwicklung ist die Stadt Strehla jetzt neues Mitglied im Tourismusverband Sächsisches Elbland. Die Erwartungen sind hoch.

Der Stadtrat von Strehla hat sich in seiner öffentlichen Dezember-Beratung zum Beitritt in den Tourismusverband Sächsisches Elbland e.V. entschieden. Strehla hat einiges zu bieten: Die mehr als 1.000-jährige Kleinstadt mit ihren 4.000 Einwohnern liegt an einer der schönsten Elbschleifen Sachsens 7 km nördlich von Riesa und am internationalen Elberadweg. Dieser ist es vor allem, der rund 13.000 Übernachtungen (2015: 13.067) in die sechs gewerblichen Beherbergungsbetriebe mit 141 Betten bringt, darunter ein Hotel, ein Campingplatz und eine Jugendherberge. Die durchschnittliche Aufenthaltsdauer liegt in Strehla bei 1,7 Tagen – kennzeichnend für den Radtourismus. Für Strehla spielt aber auch der Tagestourismus eine große Rolle: Der ausgedehnte Stadtpark mit Freilichtbühne und Schloss, das Nixenbad, ein Kleintiergarten sowie viele Möglichkeiten der sportlichen Aktivität sowie die Elbfähre nach Lorenzkirch sind Anziehungspunkte mit wirtschaftlichen Effekten.

Deutschlandweit werden fast 60 Prozent aller touristischen Umsätze durch Tagesausflügler und Tagesgeschäftsreisende generiert, analysierte der Landestourismusverband Sachsen. Davon partizipieren neben den touristischen Zentren auch Kleinstädte wie Strehla und ländliche Gebiete. Um das Erholungs- und Freizeitpotential für den Übernachtungs- und Tagestourismus besser vermarkten zu können, hat sich die Stadt Strehla nun zur Mitgliedschaft im Tourismusverband Sächsisches Elbland e. V. entschlossen. Im Vorfeld gab es dazu in Meißen ein Gespräch zwischen Vertretern der Stadtverwaltung und der Geschäftsführerin des Tourismusverbandes, Sindy Vogel. Marleen Seifert, stellvertretende Geschäftsführerin, legte auf der Stadtratssitzung in Strehla die Vorteile einer Mitgliedschaft dar. Die Frage für alle Anwesenden war: Wie kann Strehla von einer Mitgliedschaft profitieren? Ausgehend von den Organisationsstrukturen im sächsischen Tourismus und den Aufgaben eines überregionalen Tourismusverbandes erläuterte sie das umfangreiche Leistungsspektrum für die Mitglieder. Dieses reicht von der Begleitung von infrastrukturellen Investitionsmaßnahmen über den Zugang zu digitalen Datenbanken und Buchungsportalen bis zur Einbindung in Druckerzeugnisse, Internet- und Messepräsentationen sowie in die Presse- und Öffentlichkeitsarbeit. Die Stadträte sprachen sich einstimmig für den Beitritt aus.

Bürgermeister Jörg Jeromin machte allerdings auch seine klaren Erwartungen an den Tourismusverband Sächsisches Elbland deutlich: „Wir versprechen uns von der Mitgliedschaft sehr viel. Zunächst geht es natürlich um die deutschlandweite Vermarktung unserer sehenswerten Stadt, aber auch um die Interessenvertretung in überregionalen Organisationen. Wichtig ist uns auch die zugesicherte fachliche Beratung und Unterstützung bei geplanten Investitionen, die quasi ein Türöffner für die Inanspruchnahme von Fördermöglichkeiten ist, zum Beispiel für den Ausbau des Breitbandes und des Hotspot-Netzes. Es gilt, den Tourismus in Strehla zu stärken. Letztlich sollen Arbeitsplätze entstehen und die Steuereinnahmen durch den Tourismus gesteigert werden“, fügt er an.

Übrigens, das Sächsische Elbland bezeichnet das Gebiet beiderseits der Elbe zwischen Dresden und Torgau im Freistaat Sachsen. 850 Jahre Weinbau-tradition, fürstliche Kulturdenkmäler, die Wiege der europäischen Porzellanherstellung und Zeugnisse der Reformation bilden mit der malerischen Flusslandschaft der Elbe sowie urwüchsigen Mischwäldern und weitläufigen Teich- und Heidelandschaften ein reizvolles Ziel für anspruchsvolle Kultur- und entspannte Rad- und Wanderurlauber. 

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