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Stadt & Land verschmolzen

Meißen. Seit einem Jahr vermarkten die Stadt Dresden und das Elbland beide Reisedestinationen gemeinsam unter »Dresden.Elbland«.

»Stadt und Region sind in diesem ersten Jahr der gemeinsamen Vermarktung zu einem Reiseziel verschmolzen«, so Annekatrin Klepsch, Kulturbürgermeisterin in Dresden. Rund 2,7 Millionen Gäste (sogenannte Ankünfte) wurden 2018 gezählt, das waren wieder 3.1 Prozent mehr als 2017. Auch bei den Übernachtungen stieg die Zahl um 2,8 Prozent auf fast sechs Millionen, wobei hier nur die Beherbergungsbetriebe mit mindestens zehn Betten in die Statistik eingehen. 82 Prozent aller Touristen kommen aus dem Inland. Von denjenigen, die aus dem Ausland den Weg nach Dresden und ins Elbland finden, kamen die meisten aus Polen (91254 Übernachtungen), den USA (90159) und der Schweiz (80474).

Für die Touristiker der DMG ist das Ergebnis nicht überraschend. Es sei zum einen die Nähe Dresdens und des Elblandes, die die Region für die Polen (und Tschechen) so attraktiv mache, zum anderen gäbe es mittlerweile auch eine entsprechend einkommensstarke Mittelschicht in Polen, die sich das Reisen auch leisten kann. Während wieder mehr Touristen aus Russland kamen, ist die Zahl der chinesischen Besucher etwas zurückgegangen (-2,6 Prozent, 50133). Einer der Gründe sei der Ausfall von Reiseveranstaltern gewesen. Mit einem »China Visit Summit« im April dieses Jahres will die DMG deshalb chinesische Reiseveranstalter von der Schönheit der Region begeistern.

Was bringt der Tourismus ein?

Allein in Dresden wurden im letzten Jahr 1,2 Milliarden Euro aus dem Tourismus generiert (brutto), davon flossen 549 Millionen direkt in die Wertschöpfung. »Jeder Gast lässt im Schnitt 150 Euro pro Tag hier«, weiß Dr. Amann. »Größter Profiteur davon ist überraschenderweise der Einzelhandel, dem allein 375 Millionen Euro zuflossen, gefolgt von der Hotelerie und der Gastronomie.« Führungen und Museumseintritte bringen spülen weitere 188 Millionen in die Kassen. Im Elbland sieht diese Bilanz etwas anders aus, hier flossen 83 Millionen Euro direkt in die Wertschöpfung, wobei die Gastronomie am meisten davon profitiert, gefolgt von Hotelerie, Einzelhandel und den Einnahmen aus Führungen/ Eintritten. Rein rechnerisch hängen an der Dresdner Tourismusbranche 18622 äquivalente Vollzeitarbeitsplätze, im Elbland sind es 3047.

Was behindert den Tourismus?

Als nicht förderlich sehen die Touristiker noch immer die nach wie vor schlechte Anbindung der Landeshauptstadt und damit auch des Umlands an den ICE-Zugverkehr an. Auch der Flughafen Dresden hat noch viel Potenzial, erst recht seit der Germania-Pleite. So ist seit langem bekannt, dass vor allem russische Reisende eher in Prag landen und einen Tagesausflug nach Dresden einlegen als umgekehrt. Nach wie vor fehlt in Dresden ein Zentraler Busbahnhof zur besseren Anbindung an den Fernreiseverkehr. Großes Potenzial gibt es auch noch beim Ausbau des Fahrrad- und Wandertourismus, hier gibt es vor allem im Elbland infrastrukturellen Nachholebedarf.

Aber auch in Dresden muss das touristische Leitsystem auf ganz Dresden ausgeweitet werden, nicht nur auf den innerstädtischen Kern.  Höhepunkte für das Jahr »Dresden 1719 reloaded« bildet die kommunikative Klammer für die touristische Vermarktung von Dresden Elbland - gemeint ist der 300. Jahrestag der Hochzeitsfeierlichkeiten von Friedrich August, Sohn August des Starken, und der österreichischen Kaisertochter Maria Josepha die Wiedereröffnung der Gemäldegalerie Alte Meister, die Festwoche zum 50. Geburtstag des Kulturpalastes Dresden, Musikfestspiele, Dixielandfestival, Literaturfest Meißen und Stadtfest Dresden

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