André Schramm

Schräg: Amateur-Splatter-Film aus Sachsen feiert Premiere

Meißen. Üble Dinge, die sich da im Dörfchen Barnitz (Käbschütztal bei Meißen) zutragen. Menschen scheiden auf grausame Weise aus dem Leben. Zum Glück alles nur Film.

Das gab es in Meißen noch nie: Ein Amateur-Film, gedreht in der unmittelbaren Nachbarschaft, feierte am letzten Freitag Premiere im Meißner Kino. Rund 100 Zuschauer wollten sich die einzige Kinovorführung von „Look the doors“ (Schließt die Türen) nicht entgehen lassen und bekamen am Ende ein Potpourri aus Horror / Home Invasion und Splatterfilm serviert, sächsische Landluft inklusive. Doch der Reihe nach.

Budget: 2.500 Euro

Stefan Peschmann aus Pröda hat lange auf diesen Moment hingearbeitet. Im Februar 2015 begann er mit dem Drehbuch. Dass der Lagerarbeiter auch hinter/vor der Kamera steht, sich für den Schnitt, die Effekte u.v.m. verantwortlich zeigt, erstaunt selbst den erfahrenen Meißner Kino-Chef Alexander Malt.  „Entweder ich werde nach dem Film verkloppt oder die Leute finden ihn gut“, sagt Peschmann kurz vor der Vorstellung aufgeregt. Immerhin: 2.500 Euro hat der anderthalbstündige Streifen gekostet. Dass auch die Darsteller keine professionelle Ausbildung haben, sollte man vielleicht noch wissen.   

Bisschen Scream-Style

Die Story selbst erinnert ein wenig an Scream: Kranker Typ schleicht ums Haus, ruft dauernd an und schüchtert Frauen ein, in diesem Fall eine Babysitterin und ihre Freundin. Nach und nach wird der Freundeskreis dezimiert. Für das kreative Ableben der Leute nimmt man sich Zeit: Mord in gefühlter Zeitlupe mit Ekelfaktor und reichlich Zoom. In der Branche, so erzählt Peschmann hinterher, seien Gewaltszenen ein entscheidendes Verkaufsargument. „Die Leute wollen das eben“, sagt er. Sein Film erscheint demnächst auch auf DVD. Ein weiterer Grund dürfte die enorme Arbeit sein, die in handgemachten Effekten steckt. Am Ende bleibt genau eine Chance, die Szene einzufangen, ohne dabei genau zu wissen, wie Beil oder Messer ihre Wirkung am präparierten Torso entfalten.  An manchen Stellen nimmt sich der Film aber auch selbst auf die Schippe. So kommentiert die Protagonistin in einer brenzligen Situation: „Das ist ja wie in einem schlechten Gruselfilm.“

Technisch gut gemacht

Was überrascht sind Kameraführung und Schnitt – viele Einstellungen, ungewöhnliche Perspektiven. Musik und Soundeffekte passen über weite Teile auch. Man merkt, dass in der Freizeitproduktion sehr viel Arbeit steckt. „Die technische Umsetzung ist für die Verhältnisse auf einem sehr hohen Niveau“, bescheinigt auch Kino-Chef Alexander Malt nach der Vorstellung. Die Reaktionen der Gäste fallen an dem Abend höchst unterschiedlich aus. Ein paar Zuschauer feixen sich kaputt, andere klatschen und gratulieren dem Hobbyfilmer und seiner Crew. Die nächste Film-Idee liegt wohl schon in der Schublade...
Mehr Informationen unter www.enterthedarkcorridor.de

 

 

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