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Raus aus dem Klassenzimmer

Riesa. Thema »Bier« - Fluch und Segen zugleich...

Unter dem Motto: »Auch Wasser wird zum edlen Tropfen, mischt man es mit Malz und Hopfen.« berichten die Schüler des Städtischen Gymnasiums von ihrer Woche des Fächerverbindenen Unterrichts (FVU): In Jedem Jahr findet am Städtischen Gymnasium Riesa die FVU-Woche für die Klassen 5 bis 10 statt. In der diesjährigen Projektwoche beschäftigten sich die Schüler mit verschiedenen interessanten, fächerübergreifenden Themen. Ziel und Zweck dieser Woche war es, dass sich die Schüler neues Wissen aneigneten, um Erfahrungen in den bestimmten Themengebieten zu sammeln. Dabei kam es auf Kreativität, Gruppenzusammenhalt und Organisationsvermögen an. Speziell für die Klassenstufe 9 stand das Thema »Bier – ein ganz besonderer Saft« im Vordergrund. Aber was ist Bier eigentlich? Am Montag startete die Projektwoche.

Die Schüler teilten sich in Gruppen und erhielten ihre Aufgaben. Sie mussten sich zum Beispiel über die Braurechte, die Geschichte und die Herstellung des Bieres informieren. Eine Gruppe machte Umfragen in der Stadt, sowie in der Schule. Es stellte sich heraus, dass viele Personen nicht über das Thema sprechen wollten und dass die befragten Personengruppen eher weniger Bier trinken. Außerdem war es sehr überraschend, dass ab Klasse 8 einige Schüler unter Aufsicht der Eltern Bier konsumieren dürfen. Eine andere Gruppe befasste sich genauer mit der Herstellung des Bieres.

Nach der Behandlung des Themas »Sucht« mit den Schulsozialpädagogen Ben und Reni sowie einem Kurzfilm zum Thema, konnten sich Freiwillige mit »Promillebrillen« an unterschiedlichen Aufgaben versuchen. Das Eingießen von Wasser in einen Becher oder das Bauen eines Turmes fiel sichtlich schwerer. Anschließend lernten die Schüler Suchtmittel und den Tagesablauf eines Abhängigen kennen. Das Ziel dieser Veranstaltung war, die Gefahren einer Sucht zu vermitteln und durch Aufmerksamkeit Betroffenen zu helfen. Die Schüler erkannten: Eine Sucht kommt immer durch Probleme, da die Personen keinen Ausweg mehr sehen und nicht selten einsam sind.

Besuch in Meißen

Bei einem Besuch in der Privatbrauerei Meißner Schwerter erzählten Frank und Ulli von der Geschichte des Bierbrauens und gingen dabei genauer auf das Reinheitsgebot ein, welches bestimmt, dass nur Hopfen, Malz und Wasser dem alkoholischen Getränk beigemischt werden darf. Die Schüler konnten verschiedene Malzsorten probieren. Die Geschmacksrichtungen waren sehr unterschiedlich. In einer Führung durch die Brauerei, erfuhren die Schüler die einzelnen Abläufe. Es gibt in Deutschland mehr als 5.000 verschiedene Biersorten, unter anderem werden in der Privatbrauerei das Frauenbier oder auch Schwarzbier hergestellt. Außerdem wurde erklärt, dass es ein durchaus gesundes Getränk sei kann (alkoholfrei), wovon man nicht dick wird, aber welches den Appetit angeregt.

Fachleute zu Gast

In einem weiteren Vortrag zum Thema stellte Chefarzt Dr. med. Stefan Geiger Geiger, Elblandklinikum, die Sucht aus ärztlicher Sicht dar. Er erklärte, wie gefährlich der Umgang mit Drogen ist und konfrontierte die 9. Klasse mit den schwerwiegenden Folgen einer Sucht. Es gibt rund 12,5 Millionen Raucher in Deutschland und darunter sterben jährlich 110.000, da sie zum Beispiel an Lungenkrebs, Diabetes oder auch Impotenz erkranken.

Außerdem berichtete Polizist Henry Polster über die Rauschgiftkriminalität. Diese ist vor allem in den Großstädten, wie Leipzig und Dresden vertreten. Anschließend stellte er den Entstehungsverlauf einer Abhängigkeit dar. Zum Schluss hatten die Schüler die Möglichkeit, drei Häftlingen aus der JVA Zeithain Fragen zu stellen und das Leben eines Abhängigen genauer kennenzulernen. Die drei Männer beschrieben ihr damaliges Leben, als sie noch mit Drogen Kontakt hatten. Zudem bereuen sie ihre Fehlentscheidungen und wünschen sich einen Neustart.

Der letzte FVU-Tag begann mit den ausgearbeiteten Vorträgen der einzelnen Gruppen. Die Powerpoint-Präsentationen beinhalteten Informationen über die verschiedenen Biersorten und Braurechte. Eine Gruppe nahm sich sogar zu Hause die Zeit, um für die Schüler und Lehrer leckere Bierkekse zu backen. Zusammenfassend war die Projektwoche lehrreich, eindrucksvoll und lustig, da es eine Abwechslung zum normalen Schulalltag war.

Abschließend bedanken wir uns im Namen aller Schüler und Schülerinnen bei den Lehrern, sowie bei allen freiwilligen Helfern dafür, dass es eine schöne und erlebnisreiche Woche war. Helen Herrmann, Melissa Wurst, Klasse 9a

www.sgriesa.de

 

 

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