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Radebeuler Gruselvilla soll gerettet werden

Radebeul. Die Radebeuler Räte sorgen sich um die Kolbe-Villa an der Zinzendorfstraße (Ecke Meißner Straße). Höchste Zeit, bevor sie verfällt.

Gruselfilm-Autoren würden sich wahrscheinlich nach so einer Location die Hände reiben. Auch die Realität sieht wahrlich düster aus. Der Villenbau anno 1891 und sein ursprünglich englischer Landschaftspark ringsum haben die besten Zeiten hinter sich. Die Stadträte haben deshalb nun einen Bebauungsplan für das Areal auf den Weg gebracht. „Ziel ist es, das Ensemble zu erhalten“, sagte Baubürgermeister Dr. Jörg Müller.  In der Begründung zum Beschluss wird explizit darauf verwiesen, dass es nicht Planungsziel sei, das Ensemble zugunsten der Gewinnung von Bauflächen aufzugeben. Mit anderen Worten: Bauland verhindern und auf eine Restaurierung hinwirken. Weil sich das Anwesen nicht in städtischen Händen befindet, dürfte Letzteres schwierig werden. „Ich denke, wir werden das Gespräch mit dem Eigentümer suchen müssen“, sagte Frank Sparbert (FDP).

Die Villa Kolbe, die auch unter „Kohlmannvilla“ bzw. „Schramm-Klinik“ bekannt ist, wurde von dem Chemiker Carl Kolbe (Direktor der Chemischen Fabrik von Heyden) als Landhaus erbaut. Im Laufe der Zeit waren in dem Renaissancebau u.a. Chirurgie und Orthopädie untergebracht. „Es ist sehr traurig mit anzusehen, wie das Hauptgebäude nach und nach verfällt. Ich halte den Bebaungsplan für einen der wichtigeren in Radebeul“, so Dr. Roland Schreckenbach (Freie Wähler). Zuletzt kam das Gärtnerhaus der Kolbe-Villa (nicht baufällig) unter den Hammer. Über 300.000 Euro soll für das schicke Häuschen auf der anderen Seite der Meißner Straße geboten worden sein.  (asc)

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