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Müssen wir Angst vor dem Wolf haben?

Meißen. Im Landkreis Meißen gibt es bisher eher weniger Berührungspunkte.

Den Fragen: Wie wird der Wolf im Landkreis wahrgenommen? Verursacht er vor Ort Schäden oder gehen von ihm unkalkulierbare Gefahren aus? - sind wir mit Hilfe des Kreisumweltamtes auf den Grund gegangen. Im Interview antwortet Torsten Peters:

Wie sind im Landkreis die Erfahrungen mit Wolfskontakten?

Berichte über »Erfahrungen bei Wolfskontakten« liegen hier im Amt nicht vor. Die in den Printmedien enthaltenen Darstellungen geben aus unserer Sicht ausschließlich persönliche Ansichten einzelner Privatpersonen wieder. Die Untere Naturschutzbehörde (UNB) wäre an derartigen Erfahrungen sehr interessiert. Nebeneffekt der Meldung wären Hinweise zum Vorkommen im Landkreis, die entsprechend protokolliert werden.

Wie oft werden von Landwirten Schäden durch Wölfe gemeldet? Welche Schäden werden verursacht?

Schäden können durch Landwirte nur dann gemeldet werden, wenn diese entstanden sind. Für 2019 liegt bislang nur eine Meldung eines Schafrisses vor. Eine weitere Meldung ergab als Verursacher den Fuchs.

Welche Regionen betrifft das am meisten?

Erfahrungsgemäß sind vor allem in den Randbereichen der Rudelterritorien Schäden immer dann zu erwarten, wenn die Jährlinge beginnen sich alleine zu versorgen. Spaziergänger berichten immer wieder aus der Region Großenhain/ Skaup/ Skäßchen, dass sie Wölfe sehen, wie sollten sich Spaziergänger mit und ohne Hund richtig verhalten? Für die Verhaltensweisen gelten die gleichen Regeln wie bei allen anderen Wildtieren auch. Die sind teilweise nicht ungefährlicher als Wölfe, wie z.B. Wildschweine. Informationen über Verhaltensweisen können auf der Internetseite »Wölfe in Sachsen« entnommen werden.

Geht für den Menschen eine latente Gefahr vom Wolf aus?

Im Normalfall besteht kein höheres Risiko als bei allen anderen Wildtieren auch. Obwohl verschiedentlich seit Anbeginn (2000: erstes Rudel) prognostiziert, gibt es bislang weder Übergriffe noch Angriffe auf Menschen. Haushunde können demgegenüber viel eher gefährlich sein. Im Freistaat Thüringen wurden z.B. für das Jahr 2013 nicht weniger als 263 Bissverletzungen durch Schäferhunde registriert, davon waren 43 sehr schwer. Möglicherweise wird genau in diesem Wissen immer wieder auch von einer erhöhten Gefährlichkeit des Wolfes ausgegangen. Im Freistaat Sachsen werden solche Statistiken leider nicht geführt.

Wohin können sich Bürger und Landwirte wenden, wenn sie Probleme mit Wölfen melden möchten?

Im Managementplan »Wolf« ist auch die Informationskette zu Meldungen enthalten. Im Internet kann sich jeder auf der Seite SMUL darüber informieren. Die UNB des Landkreises Meißen ist für das Monitoring zuständig und würde alle Einzelmeldungen entsprechend bearbeiten bzw. an die zuständige Stelle weiterleiten. Dies beträfe auch alle Fragen zum prophylaktischen Herdenschutz.

Interview Verena Farrar

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Kommentar von D. Seiler
Vergleiche mit Hunden sind in Verbindung mit der Wolfsproblematik nicht passend. Zum einen gibt es - zum Glück - mehr Hunde als Wölfe, soll heißen, wenn's mal so viele Wölfe wie Schäferhunde gibt, sieht die Statistik wohl finster aus, zum anderen darf man bei Hunden eher davon ausgehen, dass sie nicht hungrig sind!
Einem hungrigen Raubtier begegnen, was deutlich größer ist als ein Schäferhund, dürfte für wenig Begeisterung sorgen.