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Manufaktur und Stadt: Ziemlich beste Freunde?

Meißen. Das Verhältnis zwischen der Porzellan-Manufaktur und dem Meißner Rathaus galt in der Vergangenheit nicht als das beste. Mit der Verpflichtung von Tillmann Blaschke vor knapp einem Jahr an der Spitze des Traditionsunternehmens zog offenbar auch eine neue Kultur auf der Talstraße ein.

Der „Markenrechtsstreit zu Meißen“, die angedrohte Markenlöschung der Stadträte oder der Austritt des Oberbürgermeisters aus dem Aufsichtsrat – alles keine schönen Dinge, die die letzten Jahre für reichlich Kopfschütteln in der Stadt, aber auch weit darüber hinaus sorgten. Mittlerweile, so scheint es, hat sich der Umgangston zwischen Manufaktur und Stadt deutlich gebessert. Man ist von der Eskalationsstufe auf die konstruktive Ebene zurückgekehrt. Ein erstes Resultat dieses neuen Miteinanders ist seit 3. Oktober am Kändlerbrunnen zu bestaunen – immerhin nach 15 Jahren Anlauf.

Sowohl der Geschäftsführer als auch Meißens Stadtoberhaupt sind sich einig, dass das Thema „Erlebbarkeit des Porzellans“ in der Stadt noch Luft nach oben hat. Wie Tillmann Blaschke erklärte, werde die Manufaktur das Ansinnen tatkräftig unterstützen. Ein erstes Projekt dieser Art könnte die Gestaltung der Verbindungsachse zwischen Altstadt und Porzellan-Manufaktur werden. Die Görnische Gasse belegte erst vor wenigen Tagen bei einem sachsenweiten Ideenwettbewerb einen dritten Platz  und kann sich über eine Anschubfinanzierung von 10.000 Euro freuen. Der neue Meißner Geschenkegutschein (rund 50 beteiligte Firmen), die braunen Autobahnschilder (Unterrichtungstafeln an der A4 und A13) oder das Angebot, den ehemaligen Betriebskindergarten der Manufaktur als Flüchtlingsunterkunft zu nutzen – Berührungspunkte gibt es inzwischen wieder viele. Dass die Manufaktur weltweit jedes Jahr mehr als 20 Gelegenheiten nutzt, um für einen Besuch in Meißen die Werbetrommel zu rühren, soll nicht unerwähnt bleiben, genauso wenig, wie der freie Eintritt für alle Neumeißner. Immerhin: 849 nahmen letztes Jahr das Haus Meissen kostenfrei in Augenschein.

Auch hinter den Kulissen läuft nach dem Weggang von Christian Kurtzke vieles anders,  entspannter. „Der kurze Dienstweg besteht nicht nur zwischen Herrn Blaschke und mir, sondern auch auf der Arbeitsebene“, sagte Olaf Raschke. So tauschen sich die Marketingabteilungen beider Häuser regelmäßig aus und tüfteln gemeinsam an Ideen, um künftig mehr Touris in die Porzellanstadt zu locken. Mit 210.000 Gästen im Jahr ist die Manufaktur zwar zweifelsohne der Besuchermagnet Nr. 1, doch an alte Zeiten reicht das längst nicht ran. „Es gab Jahre, da waren über 300.000 Besucher hier“, sagt Blaschke. In Sachen Rechtsstreit mit Meißner Unternehmen ist mit Ausnahme der Winzergenossenschaft noch nicht alles vom Tisch. Bei der Schwerter Brauerei seien noch ein paar Dinge offen, sagte Blaschke. Bei Meissen Keramik und der NPM sieht die Manufaktur hingegen nach wie vor ihre Marke in Gefahr. Am 2. Advent ist Weihnachtsmarkt bei MEISSEN.
                             

Olaf Raschke und Tillmann Blaschke verstehen sich prima.                                      Foto: Schramm

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Friedrichstadt hat eine neue "Grüne Raumkante"

Dresden. Die Schäferstraße mitten in Friedrichstadt ist in diesem Frühjahr ein Stück weit attraktiver geworden. Die verwilderten Brachflächen zwischen Adler- und Institutsgasse sind einer sogenannten "Grünen Raumkante" gewichen. Auf dem 310 Meter langen Abschnitt wurden in den vergangenen Monaten eine Allee aus 65 Tulpenbäumen gepflanzt, es gibt nahe der Haltestelle Koreanischer Platz zwei kleine Hochbeete mit blühenden Pflanzen und zwei Bänke. Die Grüne Raumkante sieht nicht nur gut aus, "sie leistet einen wichtigen Beitrag zur Verbesserung des Stadtklimas und mildert den Lärm ab", sagt Umweltbürgermeisterin Eva Jähnigen. Bis zum zweiten Weltkrieg war die Schäferstraße beidseits  mit gründerzeitlichen Mietshäusern bebaut. Während stadteinwärts rechtsseitig in den 1970er Jahren Plattenbauten entstanden, blieb die linke Seite der Einfallstraße ins Stadtzentrum viele Jahre im ruinösen Zustand. Erst Ende der 1980er Jahre wurde die verfallenen Gebäude an der Nordseite zwischen Weißeritzstraße und Institutsgasse gesprengt, um Platz zu schaffen für Neubauten - die aber nie gebaut wurden. Stattdessen entstanden Wildnis und Autohandel auf der Grünen Wiese. Sanierungsgebiet Friedrichstadt  Seit 2004 gehört die historische Friedrichstadt zu den Dresdner Sanierungsgebieten. Bis 2022 werden rund neun Millionen Euro ins Gebiet fließen. Neu gestaltet und deutlich aufgewertet wurden bereits der Hohenthalplatz, der Koreanische Platz (Haltestelle und ehemaliger domäne-Parkplatz), an der Roßthaler Straße entstand ein Freizeitpark mit Skateranlage und auf der Berliner Straße der schicke Spielplatz "Notruf Zentrale 112". In wenigen Tagen werden der Stadtgarten am Alterthafen und ein Grünzug an den Menageriegärten eingeweiht. Die Zahl der Friedrichstadt-Bewohner nahm seit 2003 um 70 Prozent zu, es entstanden außerdem 600 neue Wohnungen.Die Schäferstraße mitten in Friedrichstadt ist in diesem Frühjahr ein Stück weit attraktiver geworden. Die verwilderten Brachflächen zwischen Adler- und Institutsgasse sind einer sogenannten "Grünen Raumkante" gewichen. Auf dem 310 Meter langen…

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