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Berufsluft schnuppern wird einfacher

Radebeul. Zahlreiche Radebeuler Unternehmen und sämtliche Schulen der Stadt wollen künftig besser zusammen arbeiten. Ein entsprechender Vertrag wurde unterzeichnet.

Im Kern der Vereinbarung, die in ihrer Größenordnung bisher einmalig in Sachsen ist, geht es darum, die berufliche Orientierung der Schulabgänger zu optimieren und Fehlentscheidungen bei der Berufswahl zu minimieren. „Im dualen Ausbildungssystem bricht jeder vierte Azubi seine Lehre ab. Im Studium entscheiden sich sogar rund 30 Prozent der Studenten, den Studiengang zu wechseln oder komplett aufzuhören“, sagte Dr. Günter Bruntsch, Präsident der IHK Dresden. Das koste nicht nur eine Menge Geld, sondern mitunter auch viel Zeit, so Dr. Bruntsch weiter.  Ziel ist es deshalb, die Schüler und Unternehmen frühzeitig zusammen zu bringen.

Angedacht sind nicht nur Besuche der Klassen in den Firmen, sondern auch Möglichkeiten, die Lehrberufe in den Schulen vorzustellen. „Möglicherweise gibt es auch die eine oder andere ausgemusterte Maschine, die den Schulen für den Praxisunterricht zur Verfügung gestellt werden kann“, so der IHK-Präsident weiter. Wenn es beispielsweise um Plätze für das obligatorische Schulpraktikum geht, soll das künftig auch besser funktionieren. Dabei läuft an einigen Radebeuler Schulen schon viel in Sachen Berufsorientierung.

„Neben dem Job-Speed-Dating und dem fächerverbindenden Unterricht, gibt es für unsere Elftklässler ein zweites Betriebspraktikum“, sagte Jürgen Tarkotta, stell. Schulleiter. Auch an der Oberschule Kötzschenbroda gehört der Berufsorientierungselternabend und die enge Zusammenarbeit mit KBA zum Programm. Die Praktikumsplätze beim Druckmaschinenhersteller sind offenbar ziemlich beliebt. „Jedes Jahr haben wir rund 60 Bewerbungen. Problem ist, dass das Praktikum an vielen Radebeuler Schulen zeitgleich durchgeführt wird und unsere Plätze dann nicht ausreichen“, sagte Jochen Mann, Leiter der Berufsausbildung bei KBA. Während der 14tägigen Betriebsvisite bauen die Schüler(innen) hier ein elektronisch betriebenes Roulette-Spiel.

Unterzeichnet wurde die Vereinbarung vom Elblandklinikum Radebeul, der Koenig & Bauer AG, OBI GmbH & Co. Deutschland KG (Filiale Radebeul), dem Radisson Blu Park Hotel & Conference Centre, der ThyssenKrupp Schulte GmbH Dresden Radebeul  und Unitedprint.com SE. Die Umformtechnik Radebeul meldete ebenfalls Interesse an. Für weitere Unternehmen sei auch noch Platz, hieß es.   

 

Die Schulleiter(innen) und die Vertreter(innen) der beteiligten Radebeuler Unternehmen nach der Vertragsunterzeichnung im Rathaus.                       Foto: Schramm

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