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Jubiläumsfeier im Ausnahmezustand

Ostritz. Vor hundert Jahren gründete sich in Ostritz der erste Fußballverein. Ein Jubiläum, dass der Ostritzer BC am Wochenende in aller Ruhe feiern möchte. Doch so einfach ist das in der Stadt derzeit nicht.

Eigentlich wollen die Sportler des Ostritzer BC am Sonnenwend-Wochenende (21. bis 23. Juni) nur friedlich 100 Jahre Fußball in Ostritz feiern. Doch seit auf dem Gelände des Hotels Neißeblick regelmäßig Veranstaltungen der rechtsextremen Szene stattfinden, befindet sich die kleine Stadt immer wieder im Ausnahmezustand. Und so wird es auch an diesem Wochenende sein.

Denn neben dem Fest des Sportvereines findet auch die nächste Ausgabe des rechtsextremistischen „Schild- und Schwert“-Festivals statt. Von linker Seite sind Gegenveranstaltungen von „Rechts rockt nicht“ und „Leipzig nimmt Platz“ angemeldet. Und auf dem Markt gibt‘s das Friedensfest diesmal in abgewandelter Form als „Das Ostritzer Friedensfest macht Bildungsurlaub“.

 

Friedensfest-Initiative unterstützt den OBC

„Wir lassen uns in Ostritz von den Neonazis und Rechtsextremisten nicht unseren Festkalender diktieren.  Unser Veranstaltungstermin steht schon seit 100 Jahren fest“, sagt Dr. Michael Schlitt, Vorstandsvorsitzender des Internationalen Begegnungszentrums St. Marienthal. Gemeinsam mit dem Organisationsteam des Friedensfestes hatte man schnell entschieden, an dem Wochenende die Jubiläumsfeier des OBC zu unterstützen. Da der Verein aber auf dem Sportplatz feiert, musste für den Marktplatz, auf dem sonst das Friedensfest stattfindet, eine Idee her. „Wir wollen den öffentlichen Raum nicht den Extremisten überlassen“, sagt Cäcilia Schreiber von der Initiative Ostritzer Friedensfest. Also wird auf dem Markt ein Soccerfeld aufgebaut, ein Sandstrand aufgeschüttet und ein breites Spektrum aus Musik, Bildungsangeboten und Unterhaltung geboten.

Im Festzelt auf dem Sportplatz, im dem die Fußballer am Wochenende ihr Jubiläum mit mehreren Turnieren, abendlichen Festzeltbetrieb mit DJs und einem Familiensportfest am Samstag feiern, findet bereits am Donnerstag (20. Juni) eine besondere Lesung statt. Das Besondere an dem Stück „Annes Kampf. Anne Frank vs. Adolf Hitler“ ist, dass ausgewählte Passagen aus Hitlers „Mein Kampf“ auf Auszüge aus dem Tagebuch von Anne Frank treffen. Vorgetragen werden die Passagen von den beiden Künstlern Guido Rohm und Marianne Blum. Die Lesung beginnt 21 Uhr, der Eintritt ist frei.

 

Erste Friedensfahrt von Hamburg nach Ostritz

Die regelmäßigen Treffen von Neonazis und Rechtsextremisten im ehemaligen „Hotel Neisseblick“ in Ostritz sowie die „Ostritzer Friedensfeste“ treffen auch in anderen Regionen Deutschlands auf starke Beachtung. So macht sich die Hamburgerin Barbara Mößle mit ihrem Trabant 601 de luxe von Hamburg auf den Weg nach Ostritz zu einer „Friedensfahrt“. Mößle zu den Gründen für ihre Fahrt: „Ich möchte dafür sensibilisieren, dass Frieden keine Selbstverständlichkeit ist, sondern immer wieder gepflegt werden muss und Passivität zum Erstarken rechtsextremer Kräfte beiträgt. Dies ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe und das Erstarken nationalistischer Kräfte keineswegs nur ein Problem der neuen Bundesländer. Passiv zu sein und nichts zu tun, können wir uns heute nicht mehr leisten.“ Am Donnertag, 20. Juni, wird um 20.45 Uhr mit dem Eintreffen der Friedensfahrerin vor dem Ostritzer Sportplatz gerechnet. Am Samstag, 22. Juni, können mit dem „Friedensmobil“, dem Trabant von Frau Mößle, kleine Fahrten in Ostritz unternommen werden.

 

Soccerturnier auf dem Ostritzer Marktplatz                       

Am Rande der Jubiläumsfeier „100 Jahre Fußball in Ostritz“ findet am Samstag, 22 Juni, ab 11 Uhr auf dem Ostritzer Marktplatz ein Soccerturnier für 4er-Mannschaften statt. Das Turnier wird veranstaltet vom Internationalen Begegnungszentrum St. Marienthal und der Initiative „Ostritzer Friedensfest“. Mehrerer Anmeldungen von Teams liegen bereits vor. Weitere Anmeldungen sind möglich per Email unter aprilostritz@web.de oder am Samstag vor Ort (Meldeschluss 10.15 Uhr).

Spielregeln auf dem Spielfeld (12 x 8 m)

- Spielzeit 5 Minuten.

- Es spielen immer vier gegen vier. Es wird ohne Torhüter*in gespielt.

- Jeder Teilnehmer und jede Teilnehmerin darf nur in einer Mannschaft spielen.

- Handspiel ist nicht erlaubt. Bei Handspiel direkt vor dem Tor oder bei Torverhinderung gibt es Elfmeter, ansonsten indirekten Freistoß.

- Der Ball wird mit der Hand eingerollt oder eingeknickt und nicht eingeworfen.

- Bei Foul gibt es immer indirekten Freistoß.

- Anstoß bzw. Weiterspiel direkt vor eigenem Tor, jedes Team in seiner Hälfte.

- Ein Strafstoß erfolgt vom eigenen Tor aus ins gegnerische Tor ohne Gegenspieler.

- Geht der Ball aus dem Court (Spielfeld), wird der Ball wieder neutral ins Spiel gebracht.

- Wechsel jederzeit, sobald der Spieler hinter dem Tor bzw. Mitte herausgegangen ist.

- Für ein Spiel gibt es maximal 12 Fairnesspunkte

- Für den Sieg gibt es drei Punkte, für ein Unentschieden einen Punkt

 

Programm „100 Jahre Fußball in Ostritz“

20. Juni: 21 Uhr Szenische Lesung „Annes Kampf“ im Festzelt

21. Juni: 17 Uhr Festsitzung im Festzelt; 18.30 Uhr Hobbyturnier auf dem Fußballplatz, am Abend Festzeltbetrieb mit DJ Ralph

22. Juni: 10 Uhr: Familiensportfest mit Volleyballturnier für alle, 14 Uhr Turnier der Männermannschaften, am Abend Festzeltbetrieb mit DJ Heiko Schmidt, 20 Uhr Auftritt des Akrobatikvereins Ostritz

23. Juni: 10 Uhr Turnier der Jugendmannschaften, 14 Uhr Blasmusik mit Kaffee und Kuchen im Festzelt

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Vertragsverlängerung im Fuchsbau

Weißwasser/O.L.. Bei den Lausitzer Füchsen füllt sich der Kader weiter. Mit Kale Kerbashian bleibt ein weiterer Leistungsträger an Bord. Nachdem der in Thunder Bay geborene Kanadier in der letzten Saison Anfang Februar von HK Nitra aus der slowakischen Liga nach Weißwasser kam, zeigte er in den acht Spielen für unseren Club durchweg starke Leistungen. Mit 10 Punkten, davon zwei Toren und acht Vorlagen, war er maßgeblich an der mannschaftlichen Stabilisierung zum Ende der Hauptrunde beteiligt. Er konnte sich sofort in die Mannschaft integrieren und hat die Trainer und auch die Zuschauer als Führungsspieler überzeugt. "Ich bin sehr froh, dass Kale in Weißwasser bleibt. Er ist ein äußerst talentierter Spieler und läuferisch sehr stark. Er besitzt aufgrund seiner vielen Fähigkeiten eine Menge Möglichkeiten, das Offensivspiel zu gestalten. Zudem hat er einen ausgezeichneten Charakter mit dem brennenden Willen, zu gewinnen. Dieser unbedingte Siegeswille ist für mich als Trainer äußerst wichtig. Denn wir spielen, um möglichst jedes Match zu gewinnen. Seine Professionalität, seine Fähigkeiten und sein Charakter werden uns garantiert helfen, unser Ziel, ein beständig gutes und wettbewerbsfähiges Team zu sein und attraktives Eishockey zu spielen, zu erreichen – eben Füchse-Eishockey!“, erklärte Füchse-Headcoach Corey Neilson. „Ich freue mich sehr, in dieser Saison wieder bei den Lausitzer Füchsen zu sein. Ich habe meine kurze Zeit in der letzten Saison in Weißwasser wirklich genossen. Meine Teamkollegen, die Trainer, das Management und besonders die Fans waren alle großartig. Ich denke, wir haben einige starke Spieler für die nächste Saison verpflichtet und haben das Potenzial, eine Top-Mannschaft zu sein, was das Wichtigste ist“, so der Kanadier zu seiner Vertragsverlängerung. Kale Kerbashian wird in Weißwasser eine weitere Kontingentstelle besetzen. (pm/Lausitzer Füchse)Bei den Lausitzer Füchsen füllt sich der Kader weiter. Mit Kale Kerbashian bleibt ein weiterer Leistungsträger an Bord. Nachdem der in Thunder Bay geborene Kanadier in der letzten Saison Anfang Februar von HK Nitra aus der slowakischen Liga nach…

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