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Barfuß durch den Tierpark

Görlitz. Der Görlitzer Tierpark hat eine Idee umgesetzt, die schon längere Zeit in der Schublade lag. Hilfe gab’s von Görlitzer Azubis.

Erstmal Schuhe ausziehen und ab ins Regal damit, sonst wird das nichts mit dem Fühlen. Etwas pieksig geht es mit Mineralgemisch los, bis die sonst so wohlig verpackten Füße auf weicher Wiese die erste Ruhepause finden. Über große Kiesel, Erde, von Insektengängen gemaserte Rundhölzer oder Bambus führt der neue Barfußpfad im Görlitzer Tierpark und verspricht neue Sinneserfahrungen für Groß und Klein.

„Manchmal mache ich selbst einen kleinen Umweg auf meiner Parkrunde, um über den Pfad zu balancieren“, verrät die für alle Spielplätze und -geräte verantwortliche Zoopädagogin Isa Plath. Die Idee dazu lag schon fast zehn Jahre „in der Schublade“, entsprechend groß ist die Freude nun über die gelungene Umsetzung. Dass der Pfad genau jetzt realisiert wurde, verdankt der Tierpark auch der Initiative der Görlitzer toom-Azubis, die im Rahmen der Rewe-Group-Challenge mit eben dieser Idee auf die Einrichtung zugingen. Über mehrere Wochen bauten sie eigenständig Outdoor-Schuhregal und Geländer und unterstützten die Handwerker des Tierparks beim Bau des Pfades, der Fußwaschbank und der Hüpf-Steine.

„Ein Tierpark, in dem alles mit viel Liebe zum Detail und in Handarbeit selbst gebaut wird und dem Nachhaltigkeit wichtig ist? Für uns als Projektteam war es keine Frage, dass wir diese Einrichtung mit unseren Ideen unterstützen möchten. Zu sehen, wie vom Schälen der Bäume bis zum Anlegen des Barfußpfads nach und nach alles konkrete Formen annimmt, das hat großen Spaß gemacht. Besonders wichtig war uns dabei, dass sich ein nachhaltiger, roter Faden durch das Projekt zieht. So konnten wir mit einer eigens kreierten Pfandflaschensammelbox die Finanzierung unterstützen, worauf wir sehr stolz sind“, betont das dreiköpfige Projektteam der toom-Azubis in Görlitz bestehend aus Alexandra Schultz, Eric Leschke und Luca Hielscher.

Derweil hat die Zoopädagogin selbst Hunde schon neugierig neben ihren Besitzern auf dem Pfad wandeln sehen. Bald sollen Schilder zu Pfoten und Hufen, Klauen und Schwimmhäuten folgen. Damit aus dem Barfußpfad ein richtiger Tierpark-Pfad wird.

Ausstellung zum Thema Plastikverschmutzung

Auch an anderer Stelle gibt es im Tierpark aktuell etwas Neues zu sehen. Eine Sonderausstellung in der Storchenvilla informiert über Plastikverschmutzung und Wasser als Ressource. An 13 zum Teil interaktiven Stationen kann gerätselt werden, wie viel Wasser wohl für die Produktion einer Erdbeere oder eines Steaks gebraucht wird oder warum ein Hering unmöglich Plankton von Mikroplastik trennen kann. Mit Stethoskop und Pinzette bewaffnet wird untersucht, was bei verschiedenen Meeres(plüsch)tieren zum Tod geführt haben mag oder in Rezepten für die Herstellung plastikfreier Kosmetik geschmökert. Konzeption und Umsetzung übernahm die diesjährige Freiwilligendienstleistende des Tierparks, Clara Gocha.

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