Carola Pönisch

Zookasper: Silberhochzeit mit Gretel & Co

Dresden. Heute vor 25 Jahren übernahm Steffen Flinner das verwaiste Kaspertheater im Dresdner Zoo. Seitdem hat er über 13.000 Vorstellungen gegeben und 52

Wenn alle Plätze des 130 Personen fassenden Puppentheaters besetzt sind und Eltern nebst Großeltern mit den Stehplätzen am Rand vorlieb nehmen müssen, dann kann es sich nur um eine Vorstellung im Kaspertheater des Dresdner Zoo handeln.

Der den Figuren seit 25 Jahren Leben einhaucht heißt Steffen Flinner. Am 1. Juli feierte der 67-Jährige quasi Silberhochzeit mit Gretel, Oma und den anderen Figuren. Seine Puppencrew wuchs im Laufe der Jahre, die allermeisten hat er selbst hergestellt. „Nur bei den Komplizierteren hilft mir eine professionelle Künstlerin“, erzählt er.

Seit 1991 gehört der gebürtige Zwickauer zu den festen Mitarbeitern im Zoo. Hier hat er sogar ein eigenes kleines Büro mit Werkstatt, wo Kulissen und Spielfiguren entstehen. Zusammengezählt ergeben sich bis heute 13.000 Vorstellungen des Zookaspers, in denen über 1,7 Millionen Kinder mitfieberten und mitlachten. Bis heute kündigt jeden Dienstag, Donnerstag und an beiden Wochenendtagen  drei- bis viermal täglich die Kasperglocke und die Frage „Seid ihr alle da“ eins der  52 verschiedenen Stücken an, mit denen Stefan Flinner dann für knapp 15 Minuten sein Publikum verzaubert.

Dass die Tradition des Dresdner Zookaspers viel älter ist, dürfte den meisten Besuchern indes unbekannt sein. „Das erste Kaspertheater hier wurde 1931 eröffnet“, weiß Flinner. Und so ist es auch kein Wunder, dass heute nicht nur Mütter, sondern auch Großmütter selig lächeln und in Erinnerung schwelgen an die Zeit, als sie selbst aufgeregt zappelnd auf den Bänken saßen und den Kasperabenteuern lauschten.

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