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Zimmis Einwurf – Wir sind die Größten!

Verdammt noch mal. Da analysieren zwei Fernsehsender bis tief in die Nacht jeden schief stehenden Grashalm. Aber zu zwei entscheidenden Szenen gibt es keine Erklärung. Zur Verletzung des ägyptischen Schlüsselspielers Mo Salah in Diensten von Liverpool nach klarem Halten vom Madrilenen Ramos. Und nicht einer ging auf den Ellbogenschlag von Ramos gegen Torhüter Karius ein. Unmittelbar vor dem ersten Aussetzer des früheren Mainzer Schlussmannes. Der wiederum weinte nach dem Abpfiff nur, beschwerte sich nicht mal über den schmerzhaften Stoß gegen seinen Kopf. Halt, ein Programm zeigte 21 Stunden später die Szene im Nachklapp: das Erste in der Sportschau. Ein Aufschrei der Entrüstung? Fehlanzeige!

Stattdessen Freudenbilder aus dem Liverpool-Hotel früh um Sechs mit Trainer Klopp. Campino von den Toten Hosen und Johannes B. Kerner mit ekstatischem Singsang. Heutzutage ist halt alles anders. War früher noch tote Hose nach einer Niederlage, herrscht heute in der Spaßgesellschaft Jubel, Trubel, Heiterkeit.

Oder Rauchschwaden beherrschen die Szene. Wie in Mannheim. Beim Spielabbruch in der Relegation. Und wenn im Internet Morddrohungen gegen den Schlussmann aufgeschrieben werden, dann ist wirklich Schluss mit lustig. Wie krank müssen Menschen in ihren Köpfen sein? Wurde 1994 nicht der Kolumbianer Escobar erschossen, weil er ein Eigentor gegen die USA erzielte?

Ihr Gert Zimmermann

Die Video-Kolumne "Zimmis Grätsche" von und mit Gert Zimmermann gibt's >>HIER<<

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