Carola Pönisch

Warum die Elbe untertunnelt wird

Dresden. Drewag baut neue Hauptwärmeleitung für Pieschen / 2021 sollen 4.500 Wohnungen angeschlossen sein

  Von der Semperoper zur Marienbrücke, von dort unter der Elbe zum Ufer Leipziger Vorstadt und weiter bis zum Heizkraftwerk Mickten wird die neue Hauptfernwärmeleitung gebaut. Durch den Zickzack-Verlauf der Hauptleitung und zahlreicher Nebenleitungen wird der größte Teil Pieschens bis 2021 mit Fernwärme erschlossen. Rund 10,5 Kilometer wird die Trasse lang sein.

Aktueller Baustand

Rund 4,1 Kilometer Trasse sind bereits fertig. Dazu gehört der wichtige Abschnitt der Haupttrasse, der sich vom Menarini-Gelände am Elberadweg über die Hafen City, die Leipziger Straße hinweg, vorbei am Schulstandort Gehestraße bis in die Konkordienstraße erstreckt.

Die Arbeiten an der Haupttrasse bis Heizkraftwerk Mickten sollen bis Ende September dieses Jahres abgeschlossen sein. Danach kann die schrittweise Außerbetriebnahme des HKW Mickten erfolgen.

Weitere 1,8 Kilometer sind derzeit in Arbeit, gebaut wird in der Torgauer, Riesaer, Mohn- und Hubertusstraße. In der Leisniger Straße, der Osterberg-, Riesaer und Moritzburger Straße wird noch in diesem Jahr mit dem Bau begonnen. 2020 soll gemeinsam mit dem 110-kV-Netz die Verlegung der Fernwärmeleitungen in Richtung Lommatzscher Straße beginnen. Schwierigstes Projekt ist hier die Querung der Leipziger Straße, wo eine   Durchörterung geplant.

Bau Altstädter Seite

Der erste Abschnitt erstreckt sich vom Probebühnengebäude der Semperoper am linken Elbufer, quert das Terrassenufer und führt über den Elberadweg bis zum Volksfestgelände unterhalb der Marienbrücke.

Dort schließt sich der zweite Bauabschnitt »Elbdüker« an. Der unterquert die Elbe und wird rechtselbisch in Höhe Uferstraße in die dort vorhandene Fernwärmetrasse eingebunden.

Hier soll Dresdens erster begehbarer Elbtunnel für die neue Trasse gebaut werden – begehbar allerdings nur für Spezialisten, die Leitungen und Armaturen überprüfen oder instand setzen müssen. Geplant ist eine Röhre mit 3,20 Meter Außendurchmesser aus Stahlbeton-Fertigteilen.

Seit Anfang Juni wird am Volksfestgelände an der Pieschener Allee dafür die Startgrube gebaut – ein gewaltiger Stahlbetonkasten in 18 Metern Tiefe. Danach entsteht gegenüber am Neustädter Elberadweg die Zielgrube.

Der Tunnelbau

Dann kommt die Stunde der Tunnelbohrmaschine. Deren Werkzeug ist eine 3,20 Meter große rotierende Schneide, mit der Erde und Fels sieben Meter unter der Elbsohle abgetragen, mit hohem Wasserdruck ausgespült und durch Pumprohre im Kreislauf abtransportiert. Bis zu zehn Meter Vortrieb werden damit pro Tag erreicht. Parallel zum Vortrieb drückt eine Hydraulik-Presse die Betonfertigteile hinter der Tunnelbohrmaschine in die freigelegte Röhre.

Bis November 2020 soll der 250 Meter lange Elbtunnel komplett fertig sein.

Weitere Infos

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* Dresdens Fernwärmenetz ist derzeit 592 Kilometer lang, jährlich kommen rund zehn Kilometer dazu.

* Die neue Fernwärmetrasse umfasst 4,5 km Haupt- sowie 8,6 km Nebenleitungen.

* Von den 10.353 Metern neue Trasse in Pieschen sind 4.130 Meter fertig, 1.815 im Bau und 4.590 Meter   noch nicht begonnen

* Die Gesamtmaßnahme kostet rund 41 Millionen Euro, der Elbtunnel allein neun Millionen

* Durch den Fernwärmeanschluss von Pieschen werden jährlich über 3.200 Tonnen Kohlendioxid eingespart. Der Großteil der Fernwärme wird im Gasturbinenheizkraftwerk an der Nossener Brücke jenseits der Elbe produziert, das mit umweltfreundlicher Kraft-Wärme-Kopplung die Abwärme der Stromproduktion CO2-arm nutzt.

* Derzeit ist die Neustädter Elbseite nur durch eine Haupttrasse mit dem Heizkraftwerk Nossener Brücke und Reick verbunden, die in der Carolabrücke verläuft

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