Carola Pönisch 4 Kommentare

Stirbt der Grüne Pfeil aus?

Dresden. Hier mal einer, da mal einer weniger: Seit 2017 wurden im Stadtgebiet Dresden 21 Grüne Pfeile von Ampeln abmontiert. Ginge es nach dem Verein Dresden zu Fuß e.V., sollten alle Abbiegepfeile verschwinden.

Der Mensch ist ein Gewohnheitstier. Dieses Sprichwort bewahrheitet sich derzeit tagtäglich an der ampelgeregelten Kreuzung Berliner/Löbtauer Straße. Zeigt hier die in der Berliner Straße stehende Ampel Rot, heißt das für viele Autofahrer nicht Anhalten an der Haltelinie, sondern sanftes Durchrollen bis zur Sichtlinie, um bei freier Bahn dann rechts in die Löbtauer Straße einzubiegen. Selbst ein Polizeiauto wurde letzte Woche bei genau diesem Verhalten beobachtet.

Was daran falsch ist? Gleich zwei Dinge! Denn zum Einen schreibt die StVO vor, an einer roten Ampel  an der Haltelinie (und nicht an der Sichtlinie) anzuhalten, auch wenn ein Grüner Pfeil das Rechtsabbiegen erlaubt. Und zweitens? Seit Januar fehlt besagter Grüner Pfeil. Es gibt ihn nicht mehr, nur ein kleiner Bügel neben dem Rotsignal kündet davon, dass hier das Zeichen 720 StVO (offizielle Pfeilbezeichnung) gehangen hat.

21 Grünpfeile abmontiert

Auf Nachfrage teilt die Stadtverwaltung mit, dass seit 2017 insgesamt 21 Grünpfeile dauerhaft entfernt worden seien. Betroffen waren darunter gleich drei Kreuzungsbereiche am Wasaplatz, aber auch die Tharandter/Kesselsdorfer  Straße, wo im Zuge des Umbaus zur Zentralhaltestelle zwei Grünpfeile entfernt wurden. Auch an der Bürgerwiese/Petersburger Straße, am Körnerplatz/Zufahrt Schillerstraße und an der Dohnaer/Zufahrt Tornaer Straße verschwand das besagte Zusatzzeichen mit der Begründung, dass es im Zeitraum von  drei Jahren zwei oder mehr Unfälle gab, bei denen der Grünpfeil ein »unfallbegünstigender Faktor« war.

»Es liegt an den Autofahrern«


Ginge es nach dem Verein Dresden zu Fuß e.V., müssten noch viel mehr Pfeile verschwinden – nämlich überall dort, wo querende Fußgänger und Radfahrer durch abbiegende Autos behindert werden.  »Die Ursache für die Problematik mit den Grünpfeilen liegt darin, dass die Mehrheit aller Autofahrer sich nicht an das vorgeschriebene Verhalten – das  Anhalten vor dem Abbiegen – hält. Viele Autofahrer merken erst nach dem Überfahren der Haltelinie, dass sie aufgrund von Querverkehr nicht abbiegen können. Hinzu kommt, dass an einigen Kreuzungen mit Grünpfeil die Sichtbeziehungen so schlecht sind, dass abbiegende Autofahrer gar keine Möglichkeit haben, alle bevorrechtigten Verkehrsteilnehmer rechtzeitig zu sehen. Und selbst bei guter Sicht sind viele Autofahrer beim Abbiegen auf den bevorrechtigten Kfz-Verkehr fokussiert, wodurch querende Fußgänger schnell übersehen werden«, sagt Matthias Medicus vom Verein.

Weitere Pfeile verschwinden

Während der Dresden zu Fuß e.V.  die beiden Abbiegezeichen an der Weißeritz- in die Magdeburger Straße und in Altnaußlitz in die Saalhausener Straße äußerst kritisch sieht, weiß man im Straßenbauamt der Stadt bereits, welche der aktuell 239 Grünpfeile als nächstes weichen werden: Demontiert werden sollen sie am Knoten Pillnitzer/Steinstraße und Chemnitzer/Würzburger Straße.  

Was den Grünen Pfeil beziehungsweise sein Verschwinden an der Berliner/Einmündung Löbtauer Straße angeht, so ist die Sache mysteriös: Laut Straßenbauamt müsste dort nämlich noch ein Abbiegepfeil hängen. Was aber nicht der Fall ist. Bis Redaktionsschluss war nicht klar, wer den Pfeil wann und warum entfernt hat. Deshalb: Hier unbedingt an der Haltelinie halten – selbst dann, wenn Zeichen 720 plötzlich wieder auftauchen sollte.

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Kommentar von Robin
An der Stelle ist für Fußgänger ein Geländer und ein Queren der Straße somit vollkommen sinnlos. Den Pfeil zu entfernen oder zu stehlen dürfte daher auch keinen tieferen Sinn haben.
Kommentar von Mathias Heimbold
@Sebastian B.: Da hab ich wohl Wahrnehmungsstörungen. Wenn ei e Fahrtrichtung Rot hat, haben Fußgänger in gleicher Richtung auch Rot. Schon weil der Querverkehr Grün hat, also können die Fußgänger kein Grün haben.
Wenn nun gerade kein Querverkehr stattfindet kann man als Fußgänger oder Radfahrer getrost bei Rot über die Fußgängerampel gehen/ fahren. Nur stört dann eben der Grüne Pfeil (aus Blech), weil da, möglicherweise sogar von hinten, einer rechts abbiegen will. Nun hat der natürlich kein Recht (im Gegensatz zum beleuchteten Pfeil) abzubiegen sondern darf nur fahren wenn er keine anderen Verkehrsteilnehmer behindert. Nun ist die Frage, ob er auch auf Verkehrsteilnehmer Rücksicht nehmen muss, die bei Rot die Straße queren.
Kommentar von Sebastian B.
@Mathias Heimbold: Ihr Beitrag geht am Thema vorbei. Es geht (wie aus dem Artikel auch hervorgeht) um den Grünpfeil, also um Zeichen 720 nach StVO, der das Abbiegen auch bei rotem Licht erlaubt. Dabei haben Fußgänger und Radfahrer selbstverständlich nicht Rot, sondern meistens Grün.

Was Sie womöglich meinen, sind die leuchtenden Grünen Pfeile, um die geht es im Artikel aber nicht.
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Stadt sagt Herbstmarkt ab

Dresden. Der für den 11. September bis 4. Oktober geplante Dresdner Herbstmarkt auf dem Altmarkt muss in diesem Jahr pandemiebedingt abgesagt werden. „Angesichts der täglich gegenwärtigen Corona-Situation müssen wir hier äußerst sensibel bleiben. Deshalb hat sich die Stadt entschieden, zum Schutz der Gesundheit aller, auf die Durchführung des Herbstmarktes zu verzichten“, so Dr. Robert Franke, Leiter des Amtes für Wirtschaftsförderung und verantwortlich für das Marktwesen in Dresden. Begründet wird der Schritt vor allem auch damit, dass es im Gegensatz zu den Wochenmärkten aktuell kaum Möglichkeiten gäbe, den Anspruch an den besonderen Marktcharakter ohne erheblichen Mehraufwand mit den zur Zeit geltenden gesetzlichen Regelungen in Einklang zu bringen. Während Wochenmärkte der Grundversorgung der Bürger dienten, sei der Dresdner Herbstmarkt, der u.a. mit Marktbühne und Eventprogramm, Riesenrad und Kinderkarussell punktet – ein Spezialmarkt.  Von der Absage direkt betroffen sind rund 90 Händler.  Wie ist die rechtliche Lage konkret? Auf Grund der Corona-Pandemie bedingten aktuellen Situation und der diesbezüglich getroffenen Regelungen in § 5 SächsCoronaSchVO in Verbindung mit der Allgemeinverfügung zum Vollzug des Infektionsschutzgesetzes Maßnahmen anlässlich der Corona-Pandemie ist eine uneingeschränkte Durchführung des Herbstmarktes in diesem Jahr untersagt. Die Durchführung von Großveranstaltungen ist vom 1. September bis  31. Oktober 2020 nur gestattet, sofern eine datenschutzkonforme und datensparsame Kontaktnachverfolgung nach § 7 Absatz 1 Satz 4 bis 7 möglich ist und die Hygieneregelungen eingehalten werden (§5 Satz 2. SächsCoronaSchVO). Die Regelung findet auf dem Herbstmarkt Anwendung, da sich mehr als 1.000 Personen in räumlich zeitlicher Hinsicht auf dem Herbstmarkt voraussichtlich aufhalten werden. Die Gewährleistung einer Kontaktverfolgung im Sinne der SächsCoronaSchVO ist nicht gegeben. Hinzu tritt, dass die Regelungen der Allgemeinverfügung bei derartigen Marktveranstaltungen eine Einfriedung der Veranstaltungsfläche (Umzäunung) vorsehen und das Gebot der Einhaltung von Mindestabständen zu gewährleisten ist. Der für den 11. September bis 4. Oktober geplante Dresdner Herbstmarkt auf dem Altmarkt muss in diesem Jahr pandemiebedingt abgesagt werden. „Angesichts der täglich gegenwärtigen Corona-Situation müssen wir hier äußerst sensibel bleiben. Deshalb hat…

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Neues Feuerwehrdomizil für 1,9 Mio. Euro

Bischofswerda. Die Freiwillige Feuerwehr aus Großdrebnitz bekommt ein neues Feuerwehrgerätehaus. Der Ersatzneubau soll 700 Meter entfernt am Lärchenweg entstehen. Aus diesen Grund übergaben am 13. August die Beigeordnete des Landkreises Bautzen, Birgit Weber, Ordnungsamtsleiter des Landkreis Bautzen René Burk sowie der stellvertretende Kreisbrandmeister Stefan Hentschke einen Fördermittelbescheid von 430.000 Euro an OB Holm Große. Die restlichen zwei Drittel in Höhe von 1,5 Millionen Euro werden von der Stadt Bischofswerda getragen. Eröffnung zum 85-jährigen Bestehen der Feuerwehr im Ort Geplanter Baustart ist spätestens im März 2021 und soll pünktlich zum 85-jährigen Bestehen im Jahr 2022 fertiggestellt werden. Neben den 20 Kameraden der Ortsfeuerwehr freuen sich ebenso fünf Mitglieder der Jugendfeuerwehr über den neuen Standort. Denn diese müssen derzeit bei ihren Altersgenossen in Bischofswerda mittrainieren. Aktuelles Gerätehaus ist unzumutbar Das jetzige Gerätehaus wurde 1928 erbaut und im Jahr 1985 saniert. Das Gebäude entspricht nicht mehr den aktuellen Anforderungen. So fehlen Umkleidemöglichkeiten, die Sanitäreinrichtungen sind unvollständig, Gesundheitsgefährdung durch Schimmelbildung, eine nicht passende Torbreite sowie fehlende Aufstellflächen für die zwei vorhandenen Fahrzeuge. Die Unfallkasse stellte die Forderung für einen Ersatzneubau, ansonsten wäre das Gebäude für die Nutzung gesperrt worden. Die Entwurfsplanung übernimmt das Neukircher Planungsbüro Bauplanconcept federführend durch Axel Richter und Oliver Thomas. Die Freiwillige Feuerwehr aus Großdrebnitz bekommt ein neues Feuerwehrgerätehaus. Der Ersatzneubau soll 700 Meter entfernt am Lärchenweg entstehen. Aus diesen Grund übergaben am 13. August die Beigeordnete des Landkreises Bautzen, Birgit Weber,…

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