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Sonderfahrten auf bald stillgelegter Straßenbahntrasse

Mit dem Neubau der Straßenbahntrasse auf der Oskarstraße fahren Sonntagnacht zum letzten Mal Straßenbahnen auf der Wasa- und Franz-Liszt-Straße. Der letzte Linienwagen passiert die Wasastraße am Montag 3.59 Uhr als Linie 13 nach Prohlis. Danach ist endgültig Schluss. Im Anschluss beginnt der Umbau für die neue Streckenführung vom Wasaplatz über den S-Bahn-Haltepunkt Strehlen.

Zum Abschied bieten die Mitglieder des Straßenbahnmuseums Dresden am Sonntag, 13. Januar, allen Fans noch einmal Sonderfahrten mit einem historischen Fahrzeug über die bald stillgelegte Trasse an.

Von 13 bis 15 Uhr fährt jeweils stündlich ein Gotha-Straßenbahnzug Baujahr 1960 ab Straßburger Platz zum Gleisdreieck Hugo-Bürkner-Straße ab. Startpunkt am Straßburger Platz ist die Haltestelle der Linie 10. Gehalten wird bei der Fahrt über Lennéstraße, Tiergartenstraße, Franz-Liszt-Straße, Wasastraße und Lockwitzer Straße an jeder regulären Station. Ab Hugo-Bürkner-Straße geht es von 13.30 Uhr bis 16.30 Uhr im Stundentakt zurück. Die Mitfahrt im historischen Wagen ist für jeden möglich.

Die Fahrt kostet pro Richtung für Erwachsene drei, ermäßigt zwei und für die ganze Familie sieben Euro. Fans können sich zum Fotografieren natürlich auch entlang der Wasa- oder Franz-Liszt-Straße positionieren.

Geschichtliches zur Straßenbahn in Strehlen

Nach Inbetriebnahme der Pferdebahn bis zum Eingang des Zoologischen Gartens westlich der Querallee am 22. Juli 1882 folgte nur rund einen Monat später die erste Verlängerung der Straßenbahn bis zum Restaurant „Goldene Krone" in der Dohnaer Straße. Die Fahrt führt damals noch über die Palaisstraße (heute Franz-Liszt-Straße) und Residenzstraße (heute August-Bebel-Straße). Im Jahr 1892 erreichte die Bahn über den Wasaplatz die Dorotheenstraße und weitere zehn Jahre später den Endpunkt in Leubnitz-Neuostra am Restaurant „Edelweiß". Am 18. Dezember 1896 fuhr die Straßenbahn der „Gelben" (Dresdner Straßenbahngesellschaft), die inzwischen elektrifiziert wurde, erstmals auf dem kürzeren Weg über die Wasastraße. Damals kreuzte die Straßenbahn an der heutigen Franz-Liszt-Straße in einer Ebene die Eisenbahnschienen Richtung Osten. Durch die Höherlegung der Eisenbahn und die Aufnahme des viergleisigen Eisenbahnbetriebes am 14. November 1907 fiel die ebenerdige Kreuzung weg. Nicht viel später wurden auch die Straßenbahngleise erweitert. Sie führten fortan zweigleisig von und zum Wasaplatz. Seit dem 24. November 1925 fuhr immer die Linie 13 auf dieser Strecke. Andere Linien kamen hinzu.

Nun endet nach gut 122 Jahren der Straßenbahnbetrieb auf der Wasastraße. Dafür wartet ab Sommer 2019 eine komfortablere Verbindung über Oskarstraße mit Umsteigemöglichkeit zur S-Bahn auf alle Fahrgäste der heutigen Linien 9 und 13.

 

 

 

 

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Friedenslauf-Spenden gehen an Drudel 11

Ostritz. Rund 300 Menschen liefen im Oktober in Ostritz für Demokratie, Weltoffenheit und Toleranz. Die Hälfte der beim Friedenslauf gesammelten Spenden, 2450 Euro, wurde inzwischen an Drudel 11 e.V. aus Jena überwiesen. Dies teilen der Vorstandsvorsitzende des Internationalen Begegnungszentrums St. Marienthal, Dr. Michael Schlitt, und der Mitorganisator des Friedenslaufes, Landrat a.D. Günter Vallentin (Ostritz), mit. Drudel 11 engagiert sich seit 25 Jahren als anerkannter Träger der Jugendhilfe. In zahlreichen Projekten – vom Jugendzentrum bis hin zur Ausstiegsberatung für Neonazis  – hat es sich der Verein zur Aufgabe gemacht, Kindern und Jugendlichen Selbstkompetenz zu vermitteln und dabei Anreize zum Perspektivwechsel zu geben. Inzwischen kann das Team von Drudel 11 auf eine langjährige Erfahrung in den Bereichen der Gewalt- und Radikalisierungsprävention zurückblicken. Sebastian Jende vom Verein Drudel 11 dazu: „Mit großer Freude hat unser Verein diese tolle Nachricht von der Spende erhalten. Ein besonderer Dank geht an alle Spender und Läufer und natürlich an das IBZ St. Marienthal als Veranstalter sowie an die Verantwortlichen der Stadt Ostritz.“ Drudel 11 bietet Beratungen für Ausstiegswillige aus rechtsextremen Zusammenhängen an. Gemeinsam mit den Ausstiegwilligen wird in der vertraulichen Einzelberatung der bisherige, zumeist von Gewalterfahrungen, Vorurteilen und Hassideologien geprägte Lebensweg reflektiert. Dabei werden gemeinsam neue Lebensperspektiven für die Ausstiegswilligen erarbeitet. Sebastian Jende dazu weiter: „Die Struktur der rechtsextremen Szene hat oft zur Folge, dass sich Ausstiegswillige in einem eng gesponnenen Netz gefangen fühlen. Vor allem der hohe soziale Druck aus der Szene, bis hin zu Drohungen und Verfolgung, führt bei Ausstiegswilligen oftmals zu einem Gefühl der Ohnmacht. Ist aber die Ausstiegsmotivation gegeben, dann setzt unsere Beratung genau an diesem Punkt an und hilft den Aussteigern einen Ausweg zu finden und sich neu zu orientieren.“ Der andere Teil der Spenden wurde für das „Ostritzer Friedensfest“ zur Verfügung gestellt. Der „Ostritzer Friedenslauf“ im Oktober war auch eine Reaktion auf den am gleichen Tag im Ostritzer Hotel „Neißeblick“ stattgefundenen „Kampf der Nibelungen“. Zu dieser Kampfsportveranstaltung kamen zahlreiche Mitglieder der rechtsextremen Szene.Rund 300 Menschen liefen im Oktober in Ostritz für Demokratie, Weltoffenheit und Toleranz. Die Hälfte der beim Friedenslauf gesammelten Spenden, 2450 Euro, wurde inzwischen an Drudel 11 e.V. aus Jena überwiesen. Dies teilen der Vorstandsvorsitzende…

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