Carola Pönisch

Fernsehturm: Was ist überhaupt machbar?

Dresden. Freistaat, Stadt Dresden und die Funkturm GmbH als Eigentümerin lassen eine Machbarkeitsstudie erarbeiten, um zu prüfen, ob und wie der Fernsehturm touristisch nutzbar ist.

Das Thema Fernsehturm nimmt mal wieder Fahrt auf. Nachdem der Förderverein Fernsehturm Dresden e.V. 2015 eine Petition startete und im Mai mit immerhin über 23.000 Unterschriften bei Ministerpräsident Stanislaw Tillich einreichte und im April 2015 ein Exposé mit Ideen für die Nutzung des Turmes einreichte, haben sich nun die Stadtverwaltung Dresden, der Freistaat und die Funkturm GmbH als Eigentümerin des "Langen Kerls" entschieden, gemeinsam Geld in die Hand zu nehmen und bei einem unabhängigen Ingenieurbüro eine Machbarkeitsstudie in Auftrag zu geben.

Was geht? Was kostet es?

Zu prüfen sind viele Fragen: Was käme technisch, wirtschaftlich und finanziell auf alle beteiligten Seiten zu?Was würde zum Beispiel eine brandschutztechnische Sanierung des Turmes kosten? Wieviel Geld müsste in die Wiederbelebung eines Restaurants gesteckt werden? Welche Kosten kämen auf einen möglichen Gastronomiebetreiber (Pächter) zu? Was müssten Gäste zahlen, um ins Restaurant zu kommen? Welche weitere Nutzung des Turmes ist generell möglich? Wie könnte ein im Exposé des Fernsehturm-Vereins angeregter Wissenschaftspark am Fuße des Turmes aussehen? wieviel Geld muss in dafür notwendige Infrastruktur fließen?

"Wir werden alles auf den Prüfstand stellen und abwägen lassen, was möglich und was Utopie ist", so Fritz Jaeckel (CDU), Chef der Staatskanzlei. Der Dresdner Förderverein, der sich vor elf Jahren gründete, um den seit 1991 verlassenen Turm wieder zu beleben, habe mit einem 20-seitigen Vorschlagskatalog im vergangenen Jahr ein gutes Fundament gelegt. So sein ein Wissenschaftspark am Fuße des Turm ebenso denkbar wie ein Funpark und selbst die Idee der Seilbahn hinauf zum Plateau des Turmes findet sich im Exposé wieder. Denn Fakt ist: Allein vom Restaurantbetrieb könnte ein Betreiber nicht leben und auch die Investitionen ließen sich auf diese Art in vernünftiger Zeit nicht wieder einholen. Selbst dann nicht, wenn jedes Jahr mindestens eine halbe Million Besucher auf den Turm kämen.

Studie bis I. Quartal 2017

Die Studie, die vermutlich um die 100.000 Euro kosten könnte, soll bis zum Frühjahr kommenden Jahres vorliegen. Derzeit laufen die Ausschreibungen, um ein unabhängiges Ingenieurbüro zu finden.

Selbst wenn das Gutachten zu dem Schluss käme, dass rund um den Fernsehturm bei entsprechender Investition  viel möglich sei, heißt das noch lange nicht, dass auch alles möglich gemacht werden kann. Denn die Frage lautet: Wer soll es bezahlen? "Der Freistaat ist kein Restaurantbetreiber", stellt Fritz Jäckel schon mal klar und auch OB Dirk Hilbert weiß "Ohne öffentliche Fördermittel wird es nicht gehen, Und es ist eine politische Abwägung im Stadtrat nötig, um zu klären, wie wichtig uns dieses Thema ist und ob wir als Stadt Geld dafür in die Hand nehmen."

Die Machbarkeitsstudie ist immerhin ein erster Schritt in die richtige Richtung. Am 7. Oktober 2019 feiert der Lange Kerl seinen 50. Geburtstag. Vielleicht, so hoffen nun die Mitglieder des Fördervereins, könnten bis dahin schon erste Arbeiten zur Wiedereröffnung in Angriff genommen sein. "Die Dresdner lieben ihren Turm, das habe ich erst kürzlich wieder beim Tag der offenen Tür im Rathaus anlässlich der Sanierung des Ostflügels gespürt. Fast jeder Dritte sprach mit auf das Thema an", sagt Dresdens OB Dirk Hilbert.

 

 

 

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